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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 21. Dezember 2012

Umwelt: finanzielle Unterstützung für Interpol im Kampf gegen Artenschutzvergehen

Die Europäische Kommission wird Interpol mit knapp 2 Mio. EUR bei ihren Bemühungen im Kampf gegen Artenschutzvergehen und für den Schutz der natürlichen Ressourcen der Welt vor dem illegalen internationalen Handel mit Wildtieren und -pflanzen unterstützen. Über die nächsten drei Jahre wird das Projekt Combat Wildlife Crime der weltweiten Polizei-Organisation mit Mitteln in Höhe von 1,73 Mio. EUR gefördert. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft des International Consortium for Combating Wildlife Crime (ICCWC), dem auch das Sekretariat des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen (CITES), das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), die Weltbank und die Weltzollorganisation (WZO) angehören.

EU-Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte: „Nur wenige Menschen erleben Umweltkriminalität selbst, aber ihre Auswirkungen sind global, und die Entwicklungsländer leiden oft am meisten. Der Anstieg des Handels mit Wildtieren und –pflanzen ist besonders besorgniserregend: Der illegale Handel mit Elfenbein und Nashornhorn hat das höchste Niveau seit zehn Jahren erreicht und auch andere bedrohte Arten wie Tiger sowie tropische Hölzer sind betroffen. Es handelt sich um eine der Hauptursachen des Biodiversitätsverlusts, und diese Förderung wird einen Beitrag zu Durchsetzungsmaßnahmen und internationaler Zusammenarbeit im Zusammenhang mit dieser besorgniserregenden Erscheinung leisten. Außerdem sollte das Vertrauen unserer Partner gestärkt werden, indem wir zeigen, dass wir den Kampf gegen den Biodiversitätsverlust weltweit ernst nehmen.“

Diese Unterstützung der Europäischen Kommission wird Interpol und ihren Partnern im ICCWC helfen, den Diebstahl natürlicher Ressourcen in einigen der ärmsten Länder der Welt wirksamer zu bekämpfen und gezielt gegen die Kriminellen vorzugehen, die an diesem illegalen Handel Millionen verdienen. Erfolge können wir nur gemeinsam erzielen. Interpol wird ihre Arbeit fortsetzen und mit globalen Strafverfolgungsmaßnahmen auf dieses Problem reagieren, das jede Region der Welt betrifft“, sagte der Interpol-Generalsekretär Ronald K. Noble.

Das 2010 gegründete ICCWC ist ein Gemeinschaftsprojekt, das nationale Strafverfolgungsbehörden sowie subregionale und regionale Netzwerke beim Schutz frei lebender Tiere und Pflanzen unterstützt. Es trägt zum Erhalt und der nachhaltigen Nutzung der Biodiversität bei und fördert eine bessere Governance bei der Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen in Entwicklungsländern.

Das Projekt Combat Wildlife Crime zielt darauf ab, langfristig Kapazitäten aufzubauen, den internationalen Austausch von Informationen und nachrichtendienstlichen Erkenntnissen sowie die Koordinierung von Durchsetzungsmaßnahmen zu verbessern, indem staatliche Wildtier- und Forstverwaltungsbehörden in Ursprungs-, Durchfuhr- und Empfängerländern unterstützt werden. Auf einer übergeordneten Ebene wird es außerdem zu einer besseren Governance und der Korruptionsbekämpfung beitragen.

Zu den Schlüsseltätigkeiten gehören die Analyse des Kapazitätsbedarfs, der durch die Bereitstellung technischer und finanzieller Hilfe für die Länder, in denen Lücken erkennbar sind, gedeckt wird, die Entwicklung und Bereitstellung von Programmen zum Aufbau von Kapazitäten, einschließlich Schulungsmaterial, Kurse und Workshops und die Einrichtung von Einsatzteams, die gezielte Durchsetzungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern durchführen.

Im Rahmen ihrer Bemühungen im Kampf gegen Artenschutzvergehen hat die Europäische Kommission außerdem beschlossen, 2 Mio. EUR für die Verlängerung des MIKE-Programms zur Verfügung zu stellen. Dabei handelt es sich um einen einzigartigen Mechanismus zur Überwachung und Bekämpfung der Elefantenwilderei auf dem gesamten afrikanischen Kontinent.

Hintergrund

Die Naturgüter unseres Planeten – von einzelnen Arten bis hin zu ganzen Ökosystemen wie Wälder, Korallenriffe, Süßwasserökosysteme und Böden – schwinden in beängstigendem Tempo. Dieser Verlust an biologischer Vielfalt verursacht der globalen Wirtschaft alljährlich milliardenschwere Einbußen, schadet den Volkswirtschaften und beeinträchtigt die Unternehmensperspektiven und die Möglichkeiten zur Armutsbekämpfung. Derzeit verläuft weltweit das Artensterben, hauptsächlich aufgrund menschlicher – oftmals illegaler – Eingriffe in die Natur, 100- bis 1000-mal so schnell wie unter natürlichen Bedingungen.

Das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen (CITES) beschränkt und verbietet – in einigen Fällen – den internationalen Handel mit gefährdeten Arten und von ihnen stammenden Produkten. Die EU arbeitet an der Stärkung von CITES, das sie durch Vorschriften für den Handel mit frei lebenden Tieren und Pflanzen umsetzt. CITES vereint 176 Vertragsparteien und reguliert den internationalen Handel mit rund 30 000 gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen. Die Konferenz der CITES-Vertragsparteien (CoP) tagt alle drei Jahre, das nächste Mal im März 2013 in Bangkok.

Das CITES-Programm zur Überwachung des widerrechtlichen Tötens von Elefanten (MIKE) läuft seit 2001 mit der vollen Beteiligung der Regierungen von 43 Elefanten-Arealstaaten in Afrika und Asien, in denen im Rahmen von MIKE das Niveau der Elefantenwilderei an rund 85 Standorten überwacht wird. Über die letzten fünf Jahre sind Zuschüsse in Höhe von 9 814 000 EUR aus dem 10. Europäischen Entwicklungsfonds in das MIKE-Programm in Afrika geflossen. Die Europäische Kommission wird in Kürze einen weiteren Zuschuss in Höhe von 2 Mio. EUR bereitstellen, damit die Fortsetzung des Programms bis Ende 2014 sichergestellt ist.

Das CITES-Programm MIKE hat beginnend im Jahr 2006 eine alarmierende Zunahme der Elefantenwilderei in ganz Afrika dokumentiert, die 2011 Rekordniveau erreicht hat. Die erbrachten Beweise haben weltweite Aufmerksamkeit für die Bedrohungen, denen Elefanten derzeit ausgesetzt sind, geweckt und treiben so Maßnahmen voran, um das Problem auf nationaler und internationaler Ebene anzugehen. MIKE hat auch zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Elefanten-Arealstaaten beigetragen und das Verständnis zwischen ihnen auf eine neue Ebene gehoben. Dies zeigt sich u. a. im Aktionsplan zum Erhalt des Afrikanischen Elefanten, der von Arealstaaten bei den „African Elephant Meetings“ unter der Schirmherrschaft des CITES-Programms MIKE entwickelt und von ihnen am Rande der 15. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien des CITES (Doha, 2010) einstimmig angenommen wurde.

Weitere Informationen:

Informationen zu den EU-Vorschriften für den Handel mit frei lebenden Tieren und Pflanzen:

http://ec.europa.eu/environment/cites/news_en.htm

Kontaktpersonen:

Joe Hennon (+32 229-53593)

Monica Westeren (+32 229-91830)


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