Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Mehr Unterstützung für syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern

Commission Européenne - IP/12/1426   20/12/2012

Autres langues disponibles: FR EN

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 20. Dezember 2012

Mehr Unterstützung für syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern

Die Europäische Kommission hat heute die zweite Sondermaßnahme für syrische Flüchtlinge angenommen, um ihre Unterstützung für die steigende Zahl der nach Libanon und Jordanien geflohenen Syrer zu verstärken. Die mit beinahe 21 Mio. EUR ausgestattete Sondermaßnahme ergänzt die bereits geleistete humanitäre Hilfe und soll den mittel- und langfristigen Bedürfnissen der Flüchtlinge und ihrer Aufnahmegemeinschaften in den am stärksten von dem Flüchtlingszustrom betroffenen Gebieten in Libanon und Jordanien gerecht werden.

Seit Beginn der Unruhen in Syrien hat die EU dem syrischen Volk beigestanden. Mit dem heutigen Beschluss werden die vor der Gewalt in Syrien fliehenden Familien und die Gemeinschaften, die sie aufnehmen, zusätzlich unterstützt und Kindern und Jugendlichen ein wenig Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben", erklärte Štefan Füle, EU-Kommissar für Erweiterung und Europäische Nachbarschaft.

Die in diesem Rahmen durchgeführten Maßnahmen zielen darauf ab, den Flüchtlingskindern und Aufnahmegemeinschaften gleichermaßen den Zugang zu Grundschulbildung und damit zusammenhängenden Diensten sowie zu psychosozialer Unterstützung und anderen speziell auf Kinder abgestellten Dienstleistungen zu ermöglichen. Durch das Programm wird außerdem eine breitgefächerte Gruppe von Empfängern mit Berufsausbildung und die Entwicklung von Existenzgrundlagen unterstützt (so erhalten beispielsweise in Libanon Frauen, die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt sind oder hiervon bedroht sind, Qualifizierungsmaßnahmen und Zuschüsse für die Gründung von Kleinbetrieben). Kinder, Jugendliche und andere benachteiligte Gruppen werden in den Mittelpunkt gerückt.

EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion Kristalina Georgieva verwies auf die wichtige Rolle, die die Nachbarländer bei der Hilfe für die syrischen Flüchtlinge spielen: „Ich komme gerade von einer Reise in Libanon und Jordanien zurück, wo ich den rasch anwachsenden Zustrom syrischer Flüchtlinge beobachten konnte. Die Anzahl der Flüchtlinge ist auf mehr als eine halbe Million angestiegen und ich bin sicher, dass sie sich innerhalb der nächsten Monate verdoppelt (es sei denn der Konflikt wird beendet). Ich möchte den Regierungen und den Menschen der Nachbarländer Syriens für ihre Großzügigkeit danken. Ich appelliere an sie, ihre Grenzen in dieser Krisenzeit offen zu halten. Wir können, müssen und werden mehr tun, um diesen unschuldigen Opfern der Gewalt zu helfen und so rufe ich alle dazu auf, in dieser Stunde der Not großzügig zu sein.“

Wegen der bereits mehr als 20 Monate andauernden Unruhen und der zunehmenden Gewalt haben über 400 000 Syrer in den Nachbarstaaten Zuflucht gefunden; diese Zahl steigt stetig. Rund 60 % von ihnen sind nach Jordanien und Libanon geflohen, mehr als die Hälfte ist unter 18 Jahre alt. Die große Mehrheit der Flüchtlinge ist in Aufnahmegemeinschaften untergebracht, in Jordanien leben immer mehr Syrer in Lagern. Da der Flüchtlingszustrom weiter zunimmt, werden die bereits begrenzten Ressourcen und Infrastrukturen in den Aufnahmegemeinschaften knapp. Mit der Sondermaßnahme der EU wird gewährleistet, dass die geplanten Maßnahmen auch den Aufnahmegemeinschaften zugute kommen, um potenzielle Konflikte zwischen Flüchtlingen und ihren Gastgebern zu verhindern.

Angesichts der sich verschlechternden Situation vor Ort hält die EU ihre Zusagen zur Unterstützung der syrischen Bevölkerung weiterhin nach bestem Vermögen ein. Die Sondermaßnahme umfasst insgesamt 20,85 Mio. EUR und wird über das Europäische Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstrument (ENPI) finanziert.

Von diesem Gesamtbetrag werden Libanon 10 Mio. EUR und Jordanien 10,85 Mio. EUR bereitgestellt.

Hintergrund

In Libanon sollen mit der Maßnahme die Folgen der syrischen Krise für das Land abgemildert und auf die mittel- und langfristigen Bedürfnisse sowohl der syrischen Flüchtlinge als auch der Aufnahmegemeinschaften in den Gebieten mit der höchsten Flüchtlingskonzentration eingegangen werden. Zu diesem Zweck wird die EU ihre enge Zusammenarbeit mit dem Hohen Flüchtlingskommissar (UNHCR) und dem Kinderhilfswerk (UNICEF) der Vereinten Nationen sowie mit lokalen Durchführungspartnern fortsetzen und Kindern in den Zielgebieten den Zugang zu Bildung und anderen Dienstleistungen ermöglichen.

Die Kapazitäten der betroffenen libanesischen Einrichtungen und der örtlichen Gemeinschaften zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms werden ebenfalls gestärkt und hoch wirksame Projekte unterstützt, um den mittel- bis langfristigen Bedarf der Flüchtlinge und Aufnahmegemeinschaften effektiv zu decken.

Mit der Maßnahme werden die Libanon bereits für die syrischen Flüchtlinge und die libanesischen Aufnahmegemeinschaften bewilligten Mittel auf 41,5 Mio. EUR aufgestockt.

Darüber hinaus ist diese neue Zuweisung von 10 Mio. EUR ein konkreter Beitrag zum Aktionsplan der Regierung für die syrische Krise, den diese am 3. Dezember 2012 vorgestellt hat.

Die EU arbeitet derzeit mit der Regierung und den UN-Organisationen an einem weiteren Beitrag für Libanon, der Anfang 2013 vorgestellt wird. Diese zusätzlichen Mittel sind für den sowohl von der libanesischen Regierung als auch den Vereinten Nationen in deren am 19. Dezember 2012 in Genf vorgestellten regionalen Aktionsplan ermittelten Bedarf bestimmt.

In Jordanien soll vor allem vulnerablen syrischen Kindern und Kindern der Aufnahmegemeinschaften der Zugang zu kostenloser Schulbildung, weiterer Qualifizierung und sonstigen Betreuungsleistungen ermöglicht werden. Die Maßnahmen werden ebenfalls mit im Bildungs- und Ausbildungsbereich tätigen UN-Organisationen durchgeführt, damit vulnerablen schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen in der Gemeinschaft und den Lagern der Schulbesuch oder alternative Lernaktivitäten ermöglicht werden. Jugendliche und Frauen werden ebenfalls Bildungsmöglichkeiten angeboten, um ihre Chancen auf eine künftige wirtschaftliche und soziale Integration oder Reintegration zu verbessern. Die bereitgestellten Leistungen kommen ebenfalls den Aufnahmegesellschaften zugute und verringern dadurch potenzielle Spannungen vor Ort und den Druck auf die nationalen und lokalen Ressourcen und Infrastrukturen.

Sämtliche Aktivitäten im Rahmen dieser Sondermaßnahme werden in enger Abstimmung mit der humanitären Hilfe der EU durchgeführt; so wird Hilfe mit Krisenbewältigung und Entwicklung verknüpft und es werden Überschneidungen mit der humanitären Hilfe oder den Beiträgen anderer Geber für weitere dringende Vorhaben vermieden.

Weitere Informationen

Beziehungen zwischen der EU und Syrien:

http://ec.europa.eu/europeaid/where/neighbourhood/country-cooperation/syria/syria_en.htm

Über die Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP):

http://ec.europa.eu/world/enp/index_en.htm

Kontakt:

Peter Stano (+32 229-57484)

Anca Paduraru (+32 229-66430)

David Sharrock (+32 229-68909)


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site