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Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme des US-Titanherstellers Timet durch US-Bauteilehersteller PCC

European Commission - IP/12/1416   19/12/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 19. Dezember 2012

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme des US-Titanherstellers Timet durch US-Bauteilehersteller PCC

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des US-amerikanischen Herstellers von Titanprodukten durch den ebenfalls in den Vereinigten Staaten ansässigen Bauteilehersteller Precision Castparts Corporation (PCC) nach der EU-Fusionskontrollverordnung freigegeben. Timet stellt Titanprodukte her, die PCC für die Herstellung von Bauteilen verwendet. Die Kommission gelangte nach Prüfung des Vorhabens zu dem Ergebnis, dass die Übernahme keine Wettbewerbsbedenken aufwirft, weil das neuaufgestellte Unternehmen aufgrund langfristiger Liefervereinbarungen und der Verhandlungsmacht der Erstausrüster (OEM) nicht in der Lage wäre, die Preise für die Vorleistungen von Timet zu erhöhen.

Die Kommission prüfte das Vorhaben auf etwaige Auswirkungen auf die vorgelagerten Märkte für Titanhalbzeuge und Schmelzprodukte sowie auf die nachgelagerten Märkte für Guss- und Schmiedeteile aus Titan. Titan ist ein Metall, das für Luft- und Raumfahrtanwendungen eingesetzt wird.

Bei der Prüfung des Vorhabens berücksichtigte die Kommission die Besonderheiten der Titanherstellung für Luft- und Raumfahrtanwendungen. In dieser Branche wird der Großteil der Bauteile von einer kleinen Zahl von Erstausrüstern gekauft. Diese schließen mit Herstellern von Titanprodukten und -bauteilen regelmäßig langfristige Liefervereinbarungen ab, die den Erstausrüstern stabile Preise und den Anbietern eine Absatzbasis sichern. Außerdem sind die langfristigen Liefervereinbarungen auf den nach- und vorgelagerten Märkten insofern miteinander verzahnt, als sie den Erstausrüstern die Möglichkeit bieten, die Hersteller ihrer Wahl zu beliefern. Die Zahl der Anbieter auf den vor- und nachgelagerten Märkten, auf die jeder Erstausrüster zurückgreifen kann, hängt ferner davon ab, welche Anbieter die Erstausrüster für bestimmte Produkte zertifiziert haben.

Die Kommission stellte fest, dass eine etwaige starke Position von Timet auf den vorgelagerten Märkte wohl kaum dazu führen würde, dass das neue Unternehmen die Preise für die Abnehmer auf den nachgelagerten Märkten anziehen würde. Die Wettbewerber auf den nachgelagerten Märkten und Erstausrüster werden weiterhin von den Bedingungen der bestehenden langfristigen Liefervereinbarungen profitieren. Die Erstausrüster haben eine starke Verhandlungsposition und können letztlich Wettbewerbern des zusammengeschlossenen Unternehmens für die Lieferung von Titanprodukten zertifizieren.

Außerdem gelangte die Kommission zu dem Ergebnis, dass nicht mit anderen Wettbewerbsproblemen zu rechnen ist. Die Wettbewerber von Timet würden weiterhin über einen ausreichenden Kundenstamm verfügen, weil PCC seinen Titanbedarf bereits jetzt größtenteils intern oder durch Lieferungen von Timet deckt. Vertrauliche Informationen über Wettbewerber von PCC und FuE-Vorhaben, zu denen Timet Zugang haben könnte, wären auch in Zukunft geschützt, da PCC bereits über geeignete Schutzmechanismen verfügt, die auf Wunsch der Erstausrüster verstärkt werden könnten.

Daher kam die Europäische Kommission zu dem Schluss, dass die geplante Übernahme den wirksamen Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nicht erheblich beeinträchtigen wird.

Das Vorhaben wurde am 14. November 2012 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

PCC stellt komplexe Metallbauteile und -produkte wie im Feingussverfahren hergestellte Gussteile, Schmiedeteile und Verschlüsse her. PCC-Produkte werden vor allem in der Luft- und Raumfahrt, aber auch für andere Industrie- und Medizinanwendungen eingesetzt.

Timet ist ein weltweit aufgestelltes Unternehmen, das titanbasierte Schmelzprodukte und Titanhalbzeuge herstellt, die für Titanbauteile verwendet werden. Das Unternehmen konzentriert sich weitgehend auf die Luft- und Raumfahrtindustrie.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=2_M_6765

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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