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EU-Initiative „Kinder des Friedens“: Präsident Barroso kündigt Nobelfriedenspreis-Projekte für 23 000 von Krieg und Konflikten betroffene Kinder an

Commission Européenne - IP/12/1392   18/12/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 18. Dezember 2012

EU-Initiative „Kinder des Friedens“: Präsident Barroso kündigt Nobelfriedenspreis-Projekte für 23 000 von Krieg und Konflikten betroffene Kinder an

Die Europäische Union wird das mit der Verleihung des Friedensnobelpreises verbundene Preisgeld nutzen, um vier Projekte im Rahmen der EU-Initiative „Kinder des Friedens“ zu finanzieren. Die Einzelheiten gab der Präsident der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso, heute bekannt.

Die Entscheidung, das Preisgeld zugunsten von Konflikten betroffener Kinder einzusetzen, wurde einvernehmlich von dem Präsidenten der Europäischen Kommission Jose Manuel Barroso, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments Martin Schulz und dem Präsidenten des Europäischen Rates Herman Van Rompuy getroffen.

Präsident Barroso erklärte: „Es war uns klar, dass das mit dem Friedensnobelpreis verbundene Preisgeld den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft zugutekommen sollte, die auch häufig am meisten unter Konflikten und Kriegen leiden: den Kindern dieser Welt. Wir wollen, dass alle Kinder in den Genuss eines dauerhaften Schutzes ihrer Rechte kommen. Jedes Kind in der Welt, ob Junge oder Mädchen, sollte die Gelegenheit haben, seine Talente zu entwickeln. Indem wir die Bildung fördern, tragen wir dazu bei, dass aus Frieden dauerhafter Frieden wird. Wir wollen, dass die „Kinder des Krieges“ zu „Kindern des Friedens“ werden.

Präsident Van Rompuy erklärte: „In Konfliktsituationen sind Kinder häufig am stärksten gefährdet. Daher ist es nur richtig, dass dieses Preisgeld den jungen Opfern bewaffneter Konflikte zugutekommt. Ich freue mich, dass diese Initiative über das erste Jahr hinaus fortgesetzt wird, und hoffe, dass die Projekte „Kinder des Friedens“ zu einem Symbol werden für das Engagement der Europäischen Union zugunsten von Menschen in Not in aller Welt.“

Präsident Schulz erklärte: „Kinder sind die ersten Opfer eines Konflikts. Sie sind unsere Zukunft und es ist ihre persönliche Zukunft, die auf dem Spiel steht. Jeder Beitrag, den wir dazu leisten können, ihnen bei der Überwindung des im Konfliktfall erlitten Traumas und Leids zu helfen, ist willkommen."

Für die Projekte werden insgesamt 2 Mio. EUR (einschließlich zusätzlicher EU-Mittel) bereitgestellt. Die Projekte sollen mehr als 23 000 von Konflikten betroffenen Kindern in aller Welt Zugang zu Grundbildung und zu kinderfreundlichen Orten verschaffen, darunter

  • rund 4000 syrischen Flüchtlingskindern in Lagern an der Grenze zwischen Irak und Syrien,

  • mehr als 5000 kolumbianischen Kindern, die größtenteils als Flüchtlinge in Ecuador leben,

  • 11 000 vertriebenen kongolesischen Kindern im Osten der Demokratischen Republik Kongo und Flüchtlingen in Äthiopien sowie

  • 3000 pakistanischen Kindern im nördlichen, von Konflikten betroffenen Teil des Landes.

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF wird das Projekt in Pakistan durchführen, Save the Children und der Norwegische Flüchtlingsrat werden Kinder in der Demokratischen Republik Kongo und in Äthiopien betreuen, der UNHCR wird Hilfe in Kolumbien und Ecuador leisten und die französische Organisation ACTED wird syrische Kinder im Flüchtlingslager Domuz im nördlichen Irak unterstützen. Diese Organisationen zählen alle zu den angesehensten Partnern der Europäischen Kommission im Bereich der humanitären Hilfe.

Die Projekte, die im Rahmen der Initiative „Kinder des Friedens“ unterstützt werden, fallen in die Zuständigkeit der EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, Kristalina Georgieva. Heute erklärte sie: „Im Konfliktfall bietet die humanitäre Hilfe Kindern häufig die einzige Möglichkeit, ihre Bildung fortzusetzen, was nicht nur ihre Zukunftsperspektiven verbessert, sondern sie auch vor Missbrauch und Ausnutzung schützen kann. Dieses wichtige Anliegen ist es wert, durch einen Beitrag im Zusammenhang mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU unterstützt zu werden. Ob an den Grenzen Syriens und Kolumbiens, in Pakistan, Äthiopien oder im Kongo, wir werden Kindern, die sonst Teil einer verlorenen Generation geworden wären, entscheidend helfen, indem wir ihnen Chancen für eine bessere Kindheit, ein besseres Leben und eine bessere Zukunft bieten.“

Bei der EU-Initiative „Kinder des Friedens“ handelt es sich nicht um eine einmalige Aktion: Im kommenden Jahr werden weitere Mittel bereitgestellt werden, um neue Projekte zur Unterstützung von Kindern in Konfliktgebieten zu finanzieren.

Hintergrund

Am 10. Dezember wurde der EU der Friedensnobelpreis 2012 verliehen. Damit wurde der Beitrag gewürdigt, den die EU in den vergangenen 60 Jahren zur Förderung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa geleistet hat. Die Europäische Kommission, die im Namen der Europäischen Union offiziell das Preisgeld entgegennahm, hat beschlossen, diesen Betrag von rund 930 000 EUR auf 2 Mio. EUR aufzustocken und für Kinder in Not bereitzustellen. Der Friedensnobelpreis ist mit 8 Mio. SEK dotiert und umfasst zusätzlich eine Medaille und eine Urkunde. Die Medaille und die Urkunde werden von den Organen der Europäischen Union im Namen der Europäischen Union aufbewahrt. Der Geldbetrag und die Medaille stellen eine Zuwendung im Sinne von Artikel 19 der Verordnung Nr. 1605/2002 dar.

Der Friedensnobelpreis steht für Versöhnung in aller Welt. Das Preisgeld soll denjenigen zugute kommen, die Hoffnungsträger für die Zukunft, jedoch zugleich auch häufig zu den ersten Opfern eines Konflikts gehören, Kindern, die der Möglichkeit beraubt werden, in Frieden aufzuwachsen und ihr volles Potenzial zu entfalten.

Heute sind die Konfliktopfer zu 90 % Zivilisten. Die Hälfte davon sind Kinder. Von den Flüchtlingen weltweit sind 7 Mio. und von den durch Konflikten innerhalb des Heimatlands Vertriebenen sind 12,4 Mio. Kinder.

Kindern, die unter den Folgen eines gewaltsamen Konflikts leiden, kann am besten geholfen werden, indem ihnen die Möglichkeit geboten wird, ihre Bildung fortzusetzen. Sonst gestaltet sich ihre Zukunft noch schwieriger. Von den rund 75 Mio. Kindern, die weltweit nicht zur Schule gehen, lebt mehr als die Hälfte in Konfliktgebieten.

Die EU richtet ihre humanitäre Hilfe auch auf die besonderen Bedürfnisse solcher Kinder aus. Die Kommission stellt mehr als die Hälfte ihrer humanitären Hilfe für Maßnahmen in Konfliktgebieten und 12 % ihres humanitären Budgets für auf Kinder fokussierte Hilfsorganisationen bereit, weit mehr als im internationalen Durchschnitt. Die Kommission leistet humanitäre Hilfe für Maßnahmen wie Kinderschutz, psychologische Betreuung, Aufklärung über Minengefahr und Verhinderung der Rekrutierung von Kindersoldaten.

Dieser Ansatz steht im Einklang mit dem Europäischen Konsens über die humanitäre Hilfe, in dem es heißt: „Bei der Deckung des humanitären Bedarfs ist besonderer Bedürftigkeit Rechnung zu tragen. Die EU wird in diesem Zusammenhang Frauen, Kindern, älteren, kranken und behinderten Menschen besondere Aufmerksamkeit schenken.“

Im Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen „Kinder in Not- und Krisensituationen“ (2008) wird insbesondere auf das Problem von Kindern, die Streitkräften oder bewaffneten Gruppen angeschlossen sind, eingegangen. Außerdem hat die EU Leitlinien zum Thema Kinder und bewaffnete Konflikte angenommen, die eine gemeinsame Grundlage für Maßnahmen der EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission dienen.

Weitere Informationen:

Kommissionswebsite zum Thema EU-Hilfe für Kinder in Konfliktgebieten:

http://ec.europa.eu/echo/EU4children/index_en.htm

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Kontakt:

Pia Ahrenkilde Hansen, Sprecherin der Europäischen Kommission (+32 2 295 30 70)

Preben Aamann, Stellvertretender Sprecher des Präsidenten des Europäischen Rates (+32 476 850 543)

Armin Machmer, Sprecher des Präsidenten des Europäischen Parlaments (+32 479 97 11 98)

David Sharrock, Sprecher von EU-Kommissarin Georgieva (+32 2 296 89 09)

Irina Novakova, Pressereferentin (+32 2 295 75 17)


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