Navigation path

Left navigation

Additional tools

Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäische Union und Vereinigte Staaten gehen historische neue Partnerschaft im Handel mit Bio-Erzeugnissen ein

Nürnberg, 15. Februar 2012 – Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten haben heute bekannt gegeben, dass in Europa oder den USA zertifizierte ökologische Erzeugnisse ab dem 1. Juni 2012 in beiden Gebieten als solche verkauft werden dürfen. Durch diese Partnerschaft der zwei größten Hersteller ökologischer Erzeugnisse weltweit wird die Förderung des ökologischen Landbaus auf ein starkes Fundament gestellt, das der wachsenden Bio-Branche sowie Beschäftigung und Unternehmen auf globaler Ebene zugute kommen wird.

Die Bio-Branche in den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union wird zusammen auf rund 40 Mrd. EUR geschätzt und wächst Jahr um Jahr.

Die Partnerschaft wurde am 15. Februar 2012 in Nürnberg (Deutschland) mit der Unterzeichnung einer formellen Erklärung durch den EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung Dacian Cioloş, die stellvertretende US-Landwirtschaftsministerin Kathleen Merrigan und den Chefunterhändler des US-Handelsvertreters im Agrarsektor, Botschafter Isi Siddiqui, besiegelt. Die Unterzeichnung fand bei der internationalen Messe BioFach, der weltweit größten Messe für ökologische Erzeugnisse, statt.

„Dieses Abkommen bringt doppelten Zusatznutzen mit sich. Zum einen werden Bio-Bauern und –Lebensmittelproduzenten Nutzen aus dem einfacheren Zugang zum US- und EU-Markt mit weniger Bürokratie und geringeren Kosten ziehen, so dass die Wettbewerbsfähigkeit der Branche gestärkt wird. Zum anderen wird die Transparenz von Bio-Standards und das Verbrauchervertrauen in unsere ökologischen Lebensmittel und Erzeugnisse sowie deren Wiedererkennungswert erhöht“, erklärte der für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige EU-Kommissar, Dacian Cioloş. „Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Schritt, mit dem die Agrarhandelsbeziehungen zwischen der EU und den USA auf ein neues Niveau der Zusammenarbeit gehoben werden.“

Durch diese Partnerschaft erhalten Bio-Bauern und ‑Unternehmen dies- und jenseits des Atlantiks Zugang zu einem breiten Spektrum neuer Marktchancen“, sagte die stellvertretende US-Landwirtschaftsministerin Merrigan. „Diese Partnerschaft ist ein Gewinn für die amerikanische Wirtschaft und Präsident Obamas Strategie für Beschäftigung. Durch sie werden neue Märkte für amerikanische Bio-Bauern und –Viehzüchter geöffnet, mehr Chancen für kleinere Firmen und gute Arbeitsplätze für Amerikaner in Verpackung, Versand und Vermarktung von Bio-Produkten geschaffen.“

Dies ist ein bedeutender Schritt zur Stärkung unserer bilateralen Handels­beziehungen“, fügte Botschafter Isi Siddiqui hinzu. „Ich bin zuversichtlich, dass diese Übereinkunft den Agrarhandel zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten erleichtern und ankurbeln wird – außerdem wird sie zu mehr Beschäftigung in diesem für Amerika und Europa so wichtigen Sektor führen.“

Bisher mussten sich Erzeuger und Unternehmen, die Produkte auf beiden Seiten des Atlantiks vertreiben wollten, um getrennte Zertifizierungen nach zwei Standards bemühen, d. h. doppelte Gebühren, doppelte Inspektionen und doppelter Verwaltungsaufwand. Mit dieser Partnerschaft werden bedeutende Hindernisse insbesondere für kleine und mittelgroße ökologische Erzeuger aus dem Weg geräumt. Alle Erzeugnisse, die die Bedingungen der Partnerschaft erfüllen, können gehandelt und als zertifizierte Bio-Produkte wie Bio-Fleisch, -Getreide oder -Wein gekennzeichnet werden.

Im Vorfeld der heutigen historischen Bekanntmachung haben beide Parteien gründliche Vor-Ort-Kontrollen durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Vorschriften, Qualitätssicherungsmaßnahmen, Zertifizierungsbedingungen und Kennzeichnungspraktiken ihrer Programme vereinbar sind.

Obwohl bei den Bio-Standards in den USA und der Europäischen Union kleine Unterschiede bestehen, haben beide Parteien für sich festgestellt, dass ihre Programme gleichwertig sind. Die einzige Ausnahme bildet das Verbot der Verwendung von Antibiotika. Gemäß den Vorschriften des US-Landwirtschaftsministeriums für ökologisch erzeugte Lebensmittel ist die Verwendung von Antibiotika verboten. Nur zur Kontrolle invasiver bakterieller Infektionen (Feuerbrand) in Bio-Apfel- und ‑Birnenplantagen ist ihr Einsatz erlaubt. In den Vorschriften für ökologisch erzeugte Lebensmittel in der Europäischen Union ist der Einsatz von Antibiotika nur zur Behandlung infizierter Tiere vorgesehen. Für alle im Rahmen dieser Partnerschaft gehandelten Erzeugnisse müssen Zertifizierer überprüfen, dass aus keinem Grund Antibiotika verwendet wurden.

Des Weiteren müssen alle im Rahmen dieser Partnerschaft gehandelten Erzeugnisse für den Transport mit einer Ausfuhrbescheinigung für Bio-Produkte versehen sein. In diesem Dokument müssen der Erzeugungsort und die Organisation, von der das ökologische Erzeugnis zertifiziert wurde, angegeben sein. Außerdem muss darin bestätigt werden, dass keine verbotenen Stoffe oder Methoden verwendet und die Bedingungen der Partnerschaft erfüllt wurden. Das Dokument muss zudem die Rückverfolgung des gehandelten Erzeugnisses ermöglichen.

Beide Parteien verpflichten sich, sicherzustellen, dass alle gehandelten Bio-Erzeugnisse die Bedingungen der Partnerschaft erfüllen und ihre ökologische Integrität von der Erzeugung bis zur Vermarktung erhalten bleibt. Die Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission und das National Organic Program (Nationales Programm für den ökologischen Landbau) des US-Landwirtschaftsministeriums, mit dem alle US-Bio-Produkte überwacht werden, werden beide eine entscheidende Rolle bei der Überwachung spielen.

Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union werden auch weiterhin regelmäßig Gespräche führen und ihre Programme in regelmäßigen Abständen gegenseitig überprüfen, um sicherzustellen, dass die Bedingungen der Partnerschaft eingehalten werden. Die EU und die USA werden auch mit der Zusammenarbeit in einer Reihe von Kooperationsinitiativen beginnen, um den ökologischen Landbau zu fördern und sich mit wichtigen Themen wie dem Tierschutz und andere Fragen auseinander zu setzen. Beide Programme werden fortlaufend technische Informationen und bewährte Verfahren austauschen, um die Integrität der Systeme für die ökologische pflanzliche und tierische Erzeugung weiter zu verbessern.

Derzeit gilt diese Vereinbarung nur für Erzeugnisse, die aus den Vereinigten Staaten oder der Europäischen Union ausgeführt werden und in den USA oder der EU zertifiziert sind.

Mehr dazu:

http://www.ams.usda.gov/NOPTradeEuropeanUnion

http://ec.europa.eu/agriculture/organic/home_de

Kontaktpersonen:

Roger Waite (+32 229-61404)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website