Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR BG

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Beirut, 15. Dezember 2012

EU-Kommissarin Georgieva und UN-Flüchtlingskommissar Guterres besuchen Flüchtlingsprojekte im Libanon

Am Samstag lobten EU-Kommissarin Kristalina Georgieva und UN-Flüchtlingskommissar António Guterres die Großzügigkeit der Libanesen und der anderen Staaten in der Region gegenüber Hunderttausenden von syrischen Flüchtlingen.

Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, und António Guterres, Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, verbrachten den Samstagvormittag im libanesischen Bekaa-Tal mit Syrern, die vor der Gewalt in ihrem Heimatland geflohen waren. Sie informierten sich über die humanitären Programme, die sich sowohl an Flüchtlinge als auch an die libanesischen Familien richten, die ihr Heim und die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel mit den Flüchtlingen teilen.

Die 157 000 im Libanon registrierten Flüchtlinge sind auf rund 500 Kommunen verteilt und leben oft in überfüllten Mietwohnungen bei überforderten Gastfamilien oder in unterschiedlichen Gemeinschaftszentren und sanierten Unterkünften – die meisten hiervon entsprechen nicht den üblichen Anforderungen. Es gibt keine Flüchtlingslager.

Da die Anzahl der syrischen Flüchtlinge in den Nachbarstaaten bereits über eine halbe Million erreicht hat und täglich um rund 3 200 zunimmt, erklärte Kommissarin Georgieva, dass angesichts der Verschärfung der Krise und dem Einsetzen des Winters mehr getan werden müsse. „Ich bin heute in meiner Eigenschaft als EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe hier, um aus erster Hand zu erfahren, wie groß der von der syrischen Krise verursachten Hilfebedarf ist“, so die Kommissarin. „Die Europäische Union wird nicht tatenlos zusehen, während sich die Krise zuspitzt. Ich habe diese Woche weitere humanitäre Hilfe in Höhe von 30 Mio. EUR bereitgestellt, wodurch sich die bisher von der Europäischen Union bewilligten Mittel insgesamt auf 400 Mio. EUR belaufen.“

António Guterres erklärte: „Wie wir heute hier im Bekaa-Tal feststellen konnten, hat der Libanon und sein Volk den syrischen Flüchtlingen die Grenzen geöffnet und sie mit offenen Armen empfangen. Diese Großzügigkeit ist weltweit vorbildlich und Ansporn für die humanitäre Arbeit hier und in der gesamten Region. Deshalb sind wir vom UNHCR Kommissarin Georgieva, der Europäischen Kommission und den EU-Mitgliedstaaten für ihre gemeinsamen Anstrengungen, die bisher mehr als die Hälfte der gesamten internationalen Hilfe bei der syrischen Krise ausmachen, überaus dankbar.“

Beide stellten fest, dass die enorme Anzahl hilfebedürftiger Flüchtlinge für Libanon eine große soziale und wirtschaftliche Belastung ist. Sie riefen die gesamte internationale Gemeinschaft zur Solidarität und Unterstützung der humanitären Programme im Land auf, damit die Grenzen für schutzsuchende Syrer offen bleiben können.

Ich möchte dem Libanon für seine überaus großzügige Gastfreundschaft gegenüber allen aus Syrien kommenden Flüchtlingen Europas Dank aussprechen“, sagte Kristalina Georgieva. Darüber hinaus erleichtert Libanon die Arbeit humanitärer Organisationen. In dieser sehr ungewissen Krise ist es besonders wichtig, dass Libanon und seine Nachbarn ihre Grenzen offenhalten. „Im Namen der EU kann ich versichern, dass wir allen weiteren Belastungen, die dem Land unerwartet zugemutet werden, mit weiterer humanitärer Hilfe gerecht werden. Wir haben mit sieben Millionen EUR begonnen. Jetzt sind wir dabei, UN-Organisationen und NRO im Libanon weitere Mittel zu überweisen, so dass unser Beitrag zu ihrer Arbeit 21 Mio. EUR umfasst. Und bald werden noch weitere Mittel bereitgestellt.”

Guterres und Georgieva appellierten außerdem an alle an dem Konflikt beteiligten Parteien, das humanitäre Völkerrecht zu achten, ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe zu bieten und die sichere Durchreise der vor den Kämpfen fliehenden Zivilbevölkerung zu gewährleisten. „Millionen von Syrern sind von diesem Konflikt betroffen und Hunderttausende sind auf der Flucht und der Suche nach Sicherheit“, sagte Guterres. „Ihnen zu helfen ist schwierig und gefährlich. Und diejenigen, die Schutz in den Nachbarländern suchen wollen, sind im Grenzgebiet meist in besonders großer Gefahr. Die Sicherheit der Zivilbevölkerung ist von äußerster Wichtigkeit.“

Ebenfalls von vorrangiger Bedeutung ist derzeit der Schutz vor Kälte, da die Temperaturen in einigen Teilen der Region bereits unter null sinken. Viele Flüchtlinge müssen alles zurücklassen. Die Kälte ist vor allem für Kinder und die vom Hunger und der gefährlichen Flucht aus Syrien Geschwächten eine große Gefahr.

Die Europäische Kommission ist einer der wichtigsten Partner des UNHCR und ihre Programme sind auf eine Reihe humanitärer Bedürfnisse in Syrien und den Nachbarländern ausgerichtet. Die Projekte werden nicht nur vom UNHCR, sondern von einigen humanitären Partnern wie anderen UN-Organisationen, dem Roten Kreuz und dem Roten Halbmond sowie einer Reihe von internationalen NRO durchgeführt.

In Syrien umfassen die von der Europäischen Kommission finanzierten Projekte für Vertriebene und Gastfamilien die medizinische Erstversorgung, Schutz, Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel, Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen, Unterkünfte, Vorbereitung auf den Winter und psychosoziale Betreuung. Bedürftige palästinensische Flüchtlinge in Syrien erhalten ebenfalls Hilfe. Außerhalb Syriens wird sowohl den Flüchtlingen als auch den Aufnahmegemeinschaften im Rahmen von durch die Europäische Kommission geförderten Programmen mit u. a. Unterkünften, Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Winter, Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, medizinischer Erstversorgung für Verletzte und Rechtsbeistand geholfen.

Am Samstagnachmittag werden Kristalina Georgieva und António Guterres vor ihrer Weiterreise nach Jordanien noch mit Ministerpräsident Nadschib Mikati zusammentreffen.

Kontakt:

Irina Novakova (+32 229-57517)

David Sharrock (+32 229-68909)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website