Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Autres langues disponibles: FR EN

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 13. Dezember 2012

Europäische Union verstärkt Unterstützung für benachteiligte Stadtviertel in Tunesien

Die Europäische Union (EU) hat ein Finanzhilfeprogramm für Tunesien verabschiedet, das auf die Sanierung von 119 Elendsvierteln und die Verbesserung der Lebensbedingungen mehrerer Hunderttausend Bewohner abzielt.

Štefan Füle, EU-Kommissar für Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik, erklärte:Während der tunesischen Revolution haben die gesellschaftlichen Randgruppen ein würdigeres Leben, angemessene Arbeitsplätze und eine breitenwirksamere wirtschaftliche und soziale Entwicklung gefordert. Die Europäische Union leistet weiter einen konkreten Beitrag zur Verwirklichung dieser Ziele und nimmt sich der Probleme der Bevölkerung an. Mit unserem neuen Programm werden wir die Lebensbedingungen Tausender Menschen verbessern, die in den zahlreichen benachteiligten Vierteln leben.“

Durch die Revolution des Jahres 2011 trat das erhebliche soziale und wirtschaftliche Gefälle zwischen den Binnen- und Küstenregionen Tunesiens deutlich zutage. Die Armutsquote betrug 2011 auf nationaler Ebene 15,5 %, liegt jedoch in manchen besonders benachteiligten Binnenregionen deutlich höher. Auch die Arbeitslosenquote in diesen Regionen überschreitet den Landesdurchschnitt (17,6 % im Mai 2012) erheblich. So wurden im Südosten des Landes 26,1 % und im Südwesten 25,3 % verzeichnet.

Konfrontiert mit Marginalisierung und Armut, lassen sich ganze Bevölkerungsgruppen, die aus den Binnenregionen des Landes abgewandert sind, in der Hoffnung auf ein besseres Leben rings um die großen Städte nieder, um vor allem Arbeit zu suchen. So sind rund um die großen Ballungsgebiete quasi aus dem Nichts und vollkommen unkontrolliert mehrere Hundert Elendsviertel entstanden. Dieses Phänomen ist bereits seit einigen Jahren anzutreffen, vor allem in den großen Küstenstädten (Großraum Tunis, Bizerte, Nabeul und Sfax). Diese Viertel sind durch eine ungeordnete Besiedlung und anarchische Wohnraumverhältnisse ohne jegliches Mindestmaß an Hygiene geprägt.

Das mit 33 Mio. EUR ausgestattete Programm wird gemeinsam mit der französischen Entwicklungsagentur und der Europäischen Investitionsbank finanziert. Neben dem Bau von Straßen in den betreffenden Vierteln wird das Programm auch ermöglichen, in 50 Vierteln sozio-kulturelle Zentren und Sporteinrichtungen für Kinder und Jugendliche zu errichten. Außerdem werden Räume entstehen, die für einkommensschaffende Wirtschaftstätigkeiten genutzt werden können. Ferner ist technische Hilfe für das Ministerium für Ausrüstung und Wohnraum und die Agentur für Städtesanierung und ‑restaurierung vorgesehen, damit die Entwicklung einer Städtepolitik unterstützt und das Konzept für die Sanierung der Elendsviertel verbessert werden kann.

Hintergrund

Das neue Programm ergänzt andere im Jahr 2012 von der EU unterstützte Maßnahmen wie die Verbesserung des Zugangs zur medizinischen Grundversorgung in benachteiligten Regionen (12 Mio. EUR), die Förderung der tunesischen Zivilgesellschaft (7 Mio. EUR), die Reform des Justizsektors (25 Mio. EUR), die Budgethilfe zur Wiederbelebung der tunesischen Wirtschaft (68 Mio. EUR) und das zweite Programm zur Unterstützung des Übergangs (15 Mio. EUR).

Im Einklang mit der erneuerten Europäischen Nachbarschaftspolitik misst das Programm darüber hinaus den zivilgesellschaftlichen Organisationen einen hohen Stellenwert bei, denen es unmittelbar zugute kommt, so dass lokale Entwicklungsprozesse gefördert werden.

Diese Maßnahme wird durch das Programm SPRING (Unterstützung von Partnerschaft, Reformen und breitenwirksamem Wachstum) finanziert, das die EU nach dem Arabischen Frühling von 2011 ins Leben gerufen hat.

Tunesien ist seit 1998 über ein Assoziationsabkommen mit der Europäischen Union verbunden; auf der Tagung des Assoziationsrates vom 19. November dieses Jahres haben die Europäische Union und Tunesien eine Vereinbarung über einen neuen Aktionsplan (2013-2017) für eine privilegierte Partnerschaft geschlossen. Diese Vereinbarungen bilden den rechtlichen Rahmen für die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und ihren Partnern im politischen, wirtschaftlichen, handelspolitischen sowie im sozialen und kulturellen Bereich. Sie sollen insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Tunesien und der EU stärken und die wirtschaftliche, soziale und institutionelle Konvergenz fördern.

Weitere Informationen

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_de.htm

EU und Tunesien:

http://ec.europa.eu/europeaid/where/neighbourhood/country-cooperation/tunisia/tunisia_en.htm

Europäische Nachbarschaftspolitik:

http://ec.europa.eu/world/enp/index_en.htm

Kontakt:

Anca Paduraru (+32 229-66430)

Peter Stano (+32 229-57484)


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site