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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Straßburg, 12. Dezember 2012

Schluss mit Mythen und gläsernen Decken!
Start der Datenbank „Global Board Ready Women“

Die 8000 Frauen umfassende Liste der „Global Board Ready Women“, die im Rahmen der Initiative „Frauen in Führungspositionen“ der europäischen Business Schools erstellt wurde, wird heute in eine Online-Datenbank aufgenommen. Die erfassten Frauen erfüllen allesamt die strengen Corporate Governance-Kriterien börsennotierter Unternehmen, sind hochqualifiziert und könnten sofort eine Führungsposition übernehmen. Die immer länger werdende Liste der führungsfähigen Frauen, die Unternehmen und Personalagenturen, die auf der Suche nach Führungskräften sind, ab heute in der Online-Datenbank konsultieren können, zeigt unzweideutig, dass mehr als genug herausragend qualifizierte Frauen zur Verfügung stehen, um europäische oder Weltunternehmen in das 21. Jahrhundert zu führen, und dass es an der Zeit ist, die „gläserne Decke“ zu zerschlagen, die diese Frauen daran hindern, Führungspositionen in Unternehmen zu besetzen.

Wir müssen alle Talente unserer Gesellschaft nutzen, um Europas Wirtschaft in Schwung zu bringen. Deshalb hat die Europäische Kommission europäische Rechtsvorschriften zur Förderung einer ausgewogenen Geschlechterverteilung in den Leitungsorganen von Unternehmen vorgeschlagen”, sagte Vizepräsidentin und EU-Justizkommissarin Viviane Reding. „Ich bekomme häufig das Argument zu hören, es gäbe nicht genügend qualifizierte Frauen, die Positionen in Leitungsorganen bekleiden könnten. Heute machen die europäischen Business Schools und ihre Partner weltweit Schluss mit diesen Mythen und mit den gläsernen Decken. Die Liste ist ein Beweis dafür, dass es genügend hochqualifizierte Frauen gibt: genau 8000 an der Zahl! Jetzt ist es an den Unternehmen, dieses Reservoir an ungenutzten Talenten zu nutzen.“

Der Inhalt der Datenbank „Global Board Ready Women“ und das Forum werden vom Club der nichtgeschäftsführenden Direktoren der Financial Times auf der Plattform für berufliche Netzwerke „LinkedIn“ verwaltet. Alle in der Datenbank erfassten Frauen sind geeignet, um Positionen in den Leitungsorganen börsennotierter Unternehmen zu besetzen; sie erfüllen allesamt die strikten Kriterien, die die Organisatoren der europäischen Business Schools-Initiative „Frauen in Führungspositionen” (siehe weiter unten) in den vergangenen 18 Monaten festgelegt haben.

Jeder Antrag auf Aufnahme in die Datenbank wird förmlich bewertet und überprüft, und nur diejenigen Frauen, die die Kriterien erfüllen, werden aufgenommen. Die teilnehmenden Business Schools und Berufsverbände wenden für ihre Absolventinnen und Mitglieder dieselben Kriterien an.

Insbesondere verfügen alle Frauen auf der Liste über eine mindestens fünfjährige Erfahrung in einer oder mehreren der nachstehenden Funktionen:

Boardvorsitzende und/oder nichtgeschäftsführendes Mitglied börsennotierter/nichtbörsennotierter Unternehmen

CEO, COO, CFO oder andere Funktionen auf der Vorstandsebene auf der Geschäftsführungs- oder Aufsichtsebene börsennotierter/nichtbörsennotierter Unternehmen

Anteilseignerin mit Kontrollbeteiligung großer Familienunternehmen

Direktorin staatlicher Stellen

Direktorin gemeinnütziger Unternehmen

Leitende Fachkraft einer institutionellen Investitionsgemeinschaft

Leitende Fachkraft in Beratungsunternehmen für Boards und deren Ausschüsse

Unternehmerin

Wissenschaftliche Spitzenposition

Hintergrund

Im November 2012 legte die Europäische Kommission einen Vorschlag für Rechtsvorschriften zur Verbesserung des Zahlenverhältnisses zwischen Frauen und Männern in Leitungsorganen von Unternehmen auf der Grundlage von Eignung und Qualifikation vor. Der vorgeschlagenen Richtlinie zufolge sollen in den Leitungsorganen börsennotierter europäischer Unternehmen bis 2020 mindestens 40 % der nicht geschäftsführenden Direktoren bzw. Aufsichtsratsmitglieder dem unterrepräsentierten Geschlecht angehören; für öffentliche Unternehmen wäre der Termin 2018.

Als ergänzende Maßnahme sieht der Vorschlag eine „Flexiquote“ vor, d. h. eine Verpflichtung für börsennotierte Unternehmen, im Wege der Selbstregulierung eigene Zielvorgaben für ein ausgewogeneres Zahlenverhältnis zwischen Frauen und Männern unter den geschäftsführenden Direktoren bzw. Vorstandsmitgliedern bis 2020 festzulegen (bis 2018 für öffentliche Unternehmen).

Qualifikation und Eignung bleiben die wichtigsten Kriterien für eine Position in der Unternehmensleitung. Mit der vorgeschlagenen Richtlinie wird eine Mindestharmonisierung der Corporate-Governance-Anforderungen eingeführt, da für Einstellungsentscheidungen objektive Qualifikationskriterien gelten müssen. Die Richtlinie enthält Garantien, die eine bedingungslose, automatische Begünstigung des unterrepräsentierten Geschlechts ausschließen. Im Einklang mit der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union zu positiven Maßnahmen ist vorgesehen, dass im Falle von Kandidaten männlichen und weiblichen Geschlechts mit gleicher Qualifikation der Kandidat des unterrepräsentierten Geschlechts den Vorzug erhält, es sei denn, eine objektive Beurteilung, bei der alle die einzelnen Kandidaten betreffenden Kriterien berücksichtigt werden, ergibt, dass spezifische Kriterien zugunsten des Kandidaten des anderen Geschlechts überwiegen. Für Unternehmen, die gegen die Richtlinie verstoßen, müssen die Mitgliedstaaten angemessene, abschreckende Sanktionen vorsehen.

Die Zuständigkeit der EU für gesetzgeberische Maßnahmen im Bereich der Gleichstellung reicht bis ins Jahr 1957 zurück (siehe Rede/12/702). 1984 und 1996 erließ der Rat Empfehlungen zur Förderung einer ausgewogenen Mitwirkung von Frauen und Männern am Entscheidungsprozess. Ferner hat das Europäische Parlament in mehreren Entschließungen rechtlich verbindliche Quoten gefordert.

Einem Bericht der Kommission vom März 2012 zufolge ist in den Leitungsorganen der Unternehmen EU-weit derzeit ein Geschlecht vorherrschend. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern. In den größten finnischen Unternehmen beispielsweise liegt der Frauenanteil bei 27 %, in Lettland bei 26 %, während er in Malta nur 3 % und in Zypern 4 % beträgt. Fortschritte sind nur in Ländern erkennbar, die für die Leitungsorgane rechtlich verbindliche Vorschriften eingeführt haben. 40 % der EU-weit zwischen Oktober 2010 und Januar 2012 registrierten Veränderungen gehen allein auf das Konto Frankreichs, das im Januar 2011 eine verbindliche Frauenquote eingeführt hat.

Weitere Informationen

Herunterladbare Video-Ansprache von Viviane Reding:

http://ec.europa.eu/avservices/video/player.cfm?ref=I075488&videolang=de&sitelang=en

Pressemappe – Frauen in wirtschaftlichen Führungspositionen:

http://ec.europa.eu/justice/newsroom/gender-equality/news/121114_de.htm

Eurobarometer-Umfrage zur Gleichstellung:

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_376_de.pdf

Informationsblätter zu Gleichstellungsfragen:

Gleichstellung von Frauen und Männern in der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/files/womenonboards/factsheet-general-4_en.pdf

Gleichstellung in den Mitgliedstaaten:

http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/files/womenonboards/factsheet-general-2_en.pdf

Rechtsgrundlage für eine europäische Initiative:

http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/files/womenonboards/factsheet-general-3_en.pdf

Wirtschaftliche Gründe für eine Gleichstellungsregelung:

http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/files/womenonboards/factsheet-general-1_en.pdf

Homepage von Viviane Reding, Vizepräsidentin und Justizkommissarin der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/reding/index_de.htm

Datenbank der Europäischen Kommission über die Mitwirkung von Frauen und Männern an Entscheidungsprozessen:

http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/gender-decision-making/index_de.htm

Kontakt:

Mina Andreeva (+32 2 299 13 82)

Natasha Bertaud (+32 2 296 74 56)

Anhang 1: Mitglieder der Initiative der europäischen Business Schools „Frauen in Führungspositionen“

Business Schools

Bocconi

Cambridge Judge Business School

EADA

EDHEC Business School

EFMD – European Federation of Management Development

ESMT

ESSEC business school

HR College of Commerce and Economics

IAUW – International Association of University Women

IESE

IFPM Female Board Pool at the University of St.Gallen

IMD

INSEAD

Kellogg School of Management

London Business School

Oxford

RSM

Sabanci University

Skema

University of Mumbai

Berufsverbände

American Chamber of Commerce France and Spain

Bellisario Foundation

BoardEx

Business and Industry Advisory Council

Canadian Women in Communications

Deutscher Juristinnenbund e.V.

EPWN (European Professional Women’s Network)

Forte Foundation – Major Corporations and Business Schools

The Financial Times Non-Executive Directors' Club

G16+

GTWN - The Global Telecom Women’s Network

GGI – Geneva Group International

IFA Institut Francais des Administrateurs

International Corporate Women Directors

TIAW - The International Alliance for Women

WiTT - Women in Telecoms and Technology

WCD - Women Corporate Directors

Women’s Forum of New York

Frauen in Führungspositionen

Lady Barbara Judge

Bridget Cosgrave

Lori Gonnu

Cristina Vicini

Lesley Stephenson

Brigitte Boone

Candace Johnson

Audrey Mandela

Diane Morgan

Irene Natividad

Anne Negre

Indu Shahani

Susan Ness

Marina Niforos

Ingrid Silver

Susan Stautberg

Myla Villanueva

Die europäische Initiative hat mittlerweile eine globale Dimension erreicht: Business Schools und andere Berufsgruppen weltweit unterstützen die Initiative und geben Namen an. Die vollständige Liste der an der Initiative teilnehmenden Schulen und Organisationen können Sie hier einsehen.

Annex 2: The List of 8 000 Board Ready Women – Where They Come From

Business School Alumnae, Faculty and Board Members

1) London Business School has 330 Alumnae they have identified as Board Ready – 330.

2) Cambridge Judge Business School has identified 160 women from its networks who are either already on boards or board ready according to the criterion provided - 160.

3) EDHEC Business School has 300 Alumnae, Faculty and Board Members they have identified as board Ready – 300.

4) ESMT European School of Management and Technology Out of 24 women Executive MBA alumni from its three graduated Executive MBA classes, ESMT has identified 6 board ready women - 6.

5) IESE has identified 900 women in top executive positions, 155 of whom are on boards already and 300 of which are board ready currently and the rest will become board ready in the coming years – 455/900.

6) The IFPM Female Board Pool at the University of St.Gallen/Switzerland has identified 526 women who are Board ready (245 from their Female Board Pool Network and 281 women who work at the Board of Directors or Top Management Team level of Swiss companies) - 526.

7) IMD has identified amongst its alumni 348 board-ready women with more than 25 years of experience plus 12 senior Faculty – 360.

8) INSEAD has identified 2000 women - 67 of whom are on boards already 500 of which are currently board ready and the rest will become board ready in the coming years – 670/2000.

9) RSM (Rotterdam School of Management/Erasmus University) has identified 32 board ready women -150.

10) Bocconi Business School, Italy has identified 150 board-ready women amongst their alumnae and faculty – 150.

11) SKEMA Business School, France has identified 467 board-ready women amongst their alumnae and faculty – 467.

12) Academic Council of the University of Mumbai, India has identified 20 board-ready women in India – 20.

Professional Women and Corporate Governance Organizations:

13) IFA (Institut Francais des Administrateurs) has 250 women board-ready or active on boards with readily available biographies - 250.

14) The Financial Times Non-Executive Directors' Club currently have 105 people undertaking the new Financial Times Non-Executive Director's Certificate which provides a formally recognized qualification for non-executive directors, 27 of whom are women - 27.

15) TIAW - The International Alliance for Women has 425 board ready women throughout their 36,000 members worldwide - 425.

16) GTWN - The Global Telecom Women’s Network which has contributed more than 60 names to the names and profiles publicly listed - 60.

17) WiTT - Women in Telecoms and Technology has identified more than 70 individual senior executive women publicly supporting this initiative - 70.

18) WoB – Women on Board has identified 90 Senior Executive board-ready women in Belgium alone - 90.

19) The EPWN (European Professional Women’s Network) has identified 349 members across their networks throughout Europe – 349.

20) Bellisario Foundation, Italy has identified 793 board-Ready women amongst their prize-winners from over 20 years – 793.

21) Woman Corporate Directors has identified 1800 board-ready women from their members around the world including 25 different countries – 1800.

22) Deutscher Juristinnenbund e.V. Vereinigung der Juristinnen, Volks- und Betriebswirtinnen has identified 93 board-ready women among their members in Germany – 93.

23) Geneva Group International has identified 20 board-ready women from their members in Bulgaria, Romania, Estonia, and Hungary – 20.

24) Forte Foundation as identified 200 board-ready women from their members which are major Corporations and Business Schools around the world – 200.

25) G16+ Administrateurs au feminine has identified 54 board-ready women from Harvard Business School alumnae in Europe plus France’s top engineering schoos – 54

26) Canadian Women in Communications has identified 100 board-ready women from their membership – 100

27) American Chamber of Commerce in France and Spain has identified 47 women from their memberships – 47


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