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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 11. Dezember 2012

Schulpartnerschaften fördern die Fähigkeiten von Schülern und Lehrkräften

Eine neue Studie zu Partnerschaften zwischen Schulen in verschiedenen Ländern hat ergeben, dass die Schülerinnen und Schüler – insbesondere auf Sekundarschulebene – ihre Fähigkeiten, u. a. kulturelle und soziale Kompetenz, IT- und Fremdsprachenkenntnisse, infolge einer solchen Schulpartnerschaft deutlich ausgebaut haben. Die größte Wirkung zeigte sich bei denjenigen Schülern, die an einem Austausch mit einer Partnerschule teilnahmen. Sieben von zehn Schulen gaben an, dass sich die Partnerschaften stark bis sehr stark auf das Kulturbewusstsein und die kulturelle Ausdrucksfähigkeit sowie die soziale Kompetenz und die Bürgerkompetenz der Schüler auswirkten. An zweiter Stelle wurden Computerkenntnisse (54 %) und die Fähigkeit genannt, sich in einer Fremdsprache zu verständigen (52 %). Finanziert wurden die Partnerschaften aus dem Austauschprogramm Comenius, dem Pendant zu Erasmus für Schulen.

Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, erklärte: „Dank Schulpartnerschaften erwerben junge Menschen grundlegende Fähigkeiten und Kompetenzen für ihre persönliche Entfaltung, künftige Beschäftigungschancen und eine aktive europäische Bürgerschaft. Im Rahmen von Comenius können Schüler und Lehrkräfte zudem unterschiedliche europäische Kulturen und Sprachen kennenlernen. Von 2014 bis 2020 werden die Schulpartnerschaften aus unserem neuen Programm ‚Erasmus für alle‛ gefördert.‟

Weiterhin, so die Studie, profitieren auch Lehrkräfte und Schulen in ihrem lokalen Umfeld von den Partnerschaften. Lehrkräfte gaben an, die Partnerschaft mit einer Schule im Ausland habe ihnen ein anderes Bildungssystem nähergebracht und dabei geholfen, ihre soziale Kompetenz und ihre Sprachkenntnisse zu erweitern.

Zwei von drei Schulen führten an, ihr Image durch die Partnerschaft aufgewertet zu haben, und 80 % der Schulen erklärten, durch ihre Teilnahme die europäische Dimension ihrer Schule gestärkt zu haben. Die Zusammenarbeit mit Schulen im Ausland hat ferner dazu beigetragen, dass der Zusammenhalt innerhalb der Schule gestärkt und der Kontakt mit den Behörden vor Ort intensiviert wurde.

Eine vergleichsweise größere Wirkung auf Lehrkräfte und Schule samt Umfeld haben Comenius-Partnerschaften auf Vorschul- und Grundschulebene; Grund hierfür ist, dass es auf dieser Stufe einfacher ist, die Gesamtheit einer Schule zu mobilisieren und einzubinden sowie neue Ideen und Maßnahmen in den Lehrplan aufzunehmen. Die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler werden dagegen stärker von Schulpartnerschaften auf Sekundarschulniveau beeinflusst.

Für die Schüler und Lehrkräfte vieler Schulen in entlegenen Teilen der Europäischen Union sind die mit EU-Mitteln finanzierten Partnerschaften die einzige Möglichkeit, an einem Projekt im Ausland mitzuarbeiten. 85 % der von der Studie erfassten Schulen erklärten, auch in Zukunft Fördermittel für Partnerschaften beantragen zu wollen.

Für die Studie wurden die Projekte von 50 Schulen in 15 europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Niederlande, Polen, Rumänien, Slowakei, Spanien, Türkei, Ungarn und Vereinigtes Königreich) untersucht, die im Zeitraum Herbst 2009‑2011 Partnerschaftsprojekte mit Finanzhilfen aus dem Programm Comenius durchgeführt haben. Hierzu wurden die Schulen im angegebenen Zeitraum sowie darüber hinaus begleitet, und es wurde im Einzelnen untersucht, wie sich die Partnerschaften auf Schüler, Lehrkräfte und die Schule insgesamt ausgewirkt haben.

Hintergrund

Die Studie baut auf den Ergebnissen einer groß angelegten Umfrage unter den Partnerschulen aus dem Jahr 2007 auf (Langfassung der Studie von 2007; Zusammenfassung).

Die EU stellt Schulen seit 1995 Finanzhilfen für Gemeinschaftsprojekte zur Verfügung. Comenius-Schulpartnerschaften werden aus dem Programm für lebenslanges Lernen gefördert, das 33 Ländern offensteht (EU-Mitgliedstaaten, Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz und Türkei).

Zu einer Partnerschaft schließen sich mindestens zwei Schulen aus mehreren europäischen Ländern zusammen; diese legen dann ein gemeinsames 2-Jahres-Projekt auf mit dem Ziel, die Unterrichtsqualität zu verbessern und gemeinsam neue Ideen oder Austauschinitiativen zu erarbeiten. Im Zentrum der Projekte stehen Interessenschwerpunkte der Schüler, bildungsbezogene Themen, die in den betreffenden Ländern gerade aktuell sind, sowie von den Schulen selbst festgelegte Prioritäten.

Die Zahl der seit 2007 von der EU geförderten Comenius-Projekte beläuft sich auf 7000. Im Durchschnitt beteiligten sich je 5 Schulen an einer Partnerschaft. Pro Jahr werden rund 120 Mio. EUR für diese Partnerschaften bereitgestellt. Dadurch können über 130 000 Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte ihre Partnerschulen besuchen und rund 650 000 Schüler an Projekten vor Ort mitarbeiten. Die EU gewährt ferner Darlehen für Lehrkräfte sowie Lehrkräfte in der Ausbildung, die im Ausland eine Schulung absolvieren oder Praxiserfahrung sammeln möchten.

Ab 2014 werden die Finanzhilfen für Schulen aus dem EU-Programm „Erasmus für alle‟ bestritten, dem neuen Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Dank des neuen Programms sollen doppelt so viele Schüler, Studierende, Lehrkräfte, Auszubildende, Jugendbetreuer und sonstige Zielgruppen, die ihre Fähigkeiten durch Studien- oder Ausbildungsaufenthalte bzw. eine Freiwilligentätigkeit im Ausland ausbauen wollen, in den Genuss eines Stipendiums kommen: Im Zeitraum 2014‑2020 wären dies rund 5 Millionen Menschen. Mehr als zwei Drittel des geplanten Programmbudgets von 19 Mrd. EUR sind für individuelle Austauschmaßnahmen vorgesehen, während die übrigen Mittel für Kooperationsprojekte in den Bereichen Innovation, Politikreformen und Verbreitung bewährter Verfahren bestimmt sind.

Weitere Informationen

Langfassung der Studie und Zusammenfassung

Methodik und Fallstudien

Programm Comenius

Website von Androulla Vassiliou

Androulla Vassiliou auf Twitter: @VassiliouEU

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 229-59667)

Anhang

Schaubild 1: Auswirkungen auf die Schüler

Schaubild 2: Auswirkungen auf die Lehrkräfte

Schaubild 3: Auswirkungen auf die Schulen und ihr Umfeld


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