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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 7. Dezember 2012

Fusionskontrolle: Kommission prüft geplante Neugründung eines Unternehmens aus Munksjö AB und Teilen der Ahlstrom Corporation

Die Europäische Kommission hat nach den EU-Beihilfevorschriften ein eingehendes Prüfverfahren eröffnet, das die beabsichtigte Zusammenführung von Munksjö AB, einem schwedischen Hersteller hochwertiger Papierprodukte, und dem europäischen „Label and Processing“-Geschäft des finnischen Herstellers von Hochleistungswerkstoffen Ahlstrom Corporation (ALP) in einem neuen Unternehmen („NewCo“) zum Gegenstand hat. Die beiden Einheiten würden durch eine Reihe von Rechtsgeschäften auf dieses neue Unternehmen übertragen. Die vorläufige Prüfung der Kommission zeigte, dass das Vorhaben auf den Märkten für Vorimprägnat-Papier und Schleifmittelunterlagen, auf denen NewCo sowohl im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) als auch weltweit große Marktanteile hielte, wettbewerbsrechtlich bedenklich sein könnte. Das Prüfverfahren wird ergebnisoffen geführt. Die Kommission muss nun innerhalb von 90 Arbeitstagen (d. h. bis zum 29. April 2013) abschließend entscheiden, ob das Vorhaben den wirksamen Wettbewerb im EWR beeinträchtigen würde.

Der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission Joaquín Almunia erklärte: „Durch den vorgeschlagenen Zusammenschluss in der Papierindustrie würde auf einigen bereits stark konzentrierten Märkten ein Wettbewerber wegfallen. Die Kommission muss dafür sorgen, dass der wirksame Wettbewerb gewahrt bleibt und kein Nachteil für die Verbraucher entsteht, besonders, wenn es um die wenigen verfügbaren Bezugsquellen geht.“

Munksjö und ALP produzieren unter anderem Vorimprägnat-Papier (eine Art Dekorpapier für die Möbelindustrie), Schleifmittelunterlagen für Schleifprodukte wie Schleifpapier, Schleifscheiben und Schleifband sowie Spezialpapier für Anwendungen in der Elektrotechnik, wie die Isolierung von Hochspannungs-Seekabeln, Transformatoren, Motoren und Generatoren.

Die erste Prüfung der Kommission ergab, dass sich im Rahmen des geplanten Rechtsgeschäfts zwei führende Anbieter von Vorimprägnat-Papier und Schleifmittelunterlagen im EWR und auf dem Weltmarkt zusammenschließen würden. Beim derzeitigen Prüfungsstand befürchtet die Kommission, die verbleibenden Wettbewerber könnten auf beiden Märkten nicht mehr in der Lage sein, ausreichenden Wettbewerbsdruck auf das neugegründete Unternehmen auszuüben. Fällt ein wichtiger Wettbewerber weg, könnte das die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher einschränken und zu höheren Preisen für die betreffenden Produkte führen.

Die Kommission wird nun im Rahmen einer eingehenden Prüfung des Vorhabens feststellen, ob die Bedenken gerechtfertigt sind.

Das Vorhaben wurde am 31. Oktober 2012 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Munksjö ist ein schwedischer Hersteller von hochwertigen Papierprodukten in verschiedenen Produktbereichen (Dekorpapier, Vorimprägnat-Papier, Schleifmittelunterlagen, Spezialpapier für Anwendungen in der Elektrotechnik, Künstlerpapier, Zellstoff, Spantex und Dünndruckpapier). Munksjö wird von dem Investmentfonds EQT III Limited (Guernsey) kontrolliert.

Ahlstrom ist ein finnischer Hersteller von Hochleistungswerkstoffen mit vier Geschäftsbereichen (Building and Energy, Filtration, Food and Medical und Label and Processing). Der vorgeschlagene Zusammenschluss betrifft lediglich das europäische „Label and Processing“-Geschäft.

Sowohl Munksjö als auch ALP stellen Papierprodukte aus verschiedenen Marktsegmenten her. Ihre Tätigkeiten überschneiden sich in Bezug auf Vorimprägnat-Papier, Schleifmittelunterlagen und geringfügig auch betreffend Spezialpapier für Anwendungen in der Elektrotechnik.

NewCo wird weder der alleinigen noch der gemeinsamen Kontrolle eines bzw. mehrerer seiner Anteilseigner unterstehen.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten EWR oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der Zusammenschlüsse wird von der Kommission nach einer einmonatigen Prüfung genehmigt (Phase I). Wenn jedoch wettbewerbsrechtliche Bedenken bestehen, muss eine eingehende Prüfung eingeleitet werden (Phase II). Sie greift dem Ergebnis nicht vor.

Derzeit laufen drei weitere eingehende Prüfverfahren (Phase II). Eines betrifft die geplante Übernahme von Orange Austria durch Hutchison im Mobilfunkbereich (vgl. IP/12/726). Die Kommission muss dieses Prüfverfahren bis zum 21. Dezember 2012 zum Abschluss bringen. Das zweite Prüfverfahren hat die geplante Übernahme von TNT Express durch UPS im Paketdienstsektor zum Gegenstand (vgl. IP/12/816) und läuft bis längstens 5. Februar 2013. Im dritten Verfahren geht es um das Vorhaben von Ryanair, sich mit dem Rivalen Aer Lingus zusammenzuschließen (vgl. IP/12/921). Hier muss dass Verfahren bis zum 6. Februar 2013 abgeschlossen werden.

Weitere Informationen werden unter der Nummer der Wettbewerbssache M.6576 im öffentlich zugänglichen Register auf der Website der GD Wettbewerb veröffentlicht.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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