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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 7. Dezember 2012

EU-Verbraucherbarometer: Märkte für Bankdienstleistungen und Gebrauchtwagen erfüllen weiterhin nicht die Erwartungen der Verbraucher

Die Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU sind nach wie vor mit einigen wichtigen Dienstleistungsmärkten unzufrieden – dies ist ein Ergebnis des Barometers für Verbrauchermärkte 2012, das die Europäische Kommission heute veröffentlicht hat. Besonders schlecht schneiden die Sektoren Bankdienstleistungen, Telekommunikation und Energieversorgung ab. Die Märkte für Anlageprodukte, Hypotheken und Immobiliendienstleistungen bilden dabei im dritten Jahr in Folge das Schlusslicht. Den Warenmärkten scheint es dagegen besser zu gelingen, die Erwartungen der Kunden zu erfüllen; nur Kraftfahrzeuge, Kleidung und Fleisch sind hier die negative Ausnahme.

Tonio Borg, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, erklärte: „Die Ausgaben der Verbraucherinnen und Verbraucher machen 56 % des gesamten BIP der Europäischen Union aus. Märkte, in denen die Verbraucher desorientiert sind, in die Irre geführt werden, mit Problemen beim Anbieterwechsel kämpfen oder nur wenig Auswahl haben, sind weniger wettbewerbsfähig und belasten sowohl die Bürgerinnen und Bürger als auch die gesamte Volkswirtschaft. Das Verbraucherbarometer hat sich als EU-weiter Indikator für die Bedingungen auf den Verbrauchermärkten im Binnenmarkt etabliert, und ich rufe die nationalen Behörden und die Interessenträger in der Wirtschaft auf, die schlecht abschneidenden Märkte unter die Lupe zu nehmen und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu ergreifen.“

Das Verbraucherbarometer ist ein jährlicher Bericht mit einem Ranking von 51 Verbrauchermärkten, das auf den Bewertungen der Verbraucherinnen und Verbraucher zu vier Aspekten basiert: Vertrauen in die Händler und Anbieter, Vergleichbarkeit der Angebote, Gesamtzufriedenheit und Häufigkeit von Beschwerden und Problemen. Außerdem werden die Auswahl, die Möglichkeiten für den Tarif- bzw. Anbieterwechsel sowie die Preisunterschiede zwischen den Ländern beobachtet. Die diesjährige Ausgabe umfasst zudem erstmals Daten zu Beschwerden, die auf Grundlage der harmonisierten Methodik erhoben wurden, die die Kommission in ihrer Empfehlung aus dem Jahr 2010 festgelegt hat. Das Barometer ist ein wertvolles Instrument für nationale Behörden, Verbraucherverbände und Interessenträger aus Wirtschaft und Handel. Sie nutzen es, um schlecht funktionierende Märkte zu identifizieren, Probleme zu erkennen und zu beheben und das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher durch die konsequentere Durchsetzung der Verbraucherschutzvorschriften sowie durch Sensibilisierungs­maßnahmen und Selbstregulierungs­initiativen wiederherzustellen.

Bessere Bedingungen auf den Verbrauchermärkten im Binnenmarkt können erheblich zur Steigerung des Wirtschaftswachstums beitragen. Die Daten des diesjährigen Verbraucherbarometers sind auch in den Jahresbericht über die Integration des Binnenmarktes – eines der Begleitpapiere zum Jahreswachstumsbericht 2013 – eingeflossen.

Die wichtigsten Ergebnisse des Verbraucherbarometers 2012

  1. Die Märkte für Bankdienstleistungen funktionieren nach Einschätzung der Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin am schlechtesten. Die Bürger haben Probleme beim Vergleich der verschiedenen Gebühren und Bedingungen und finden es schwierig, das günstigste Angebot zu ermitteln oder später den Anbieter zu wechseln.

  2. Auch die Telekommunikationsmärkte schneiden enttäuschend ab. Zwar wurden 2012 erheblich weniger Probleme als im Vorjahr gemeldet, doch im Vergleich zu den anderen Märkten treten hier immer noch die meisten Probleme auf. Dem gegenüber verzeichneten die Märkte für Fernsehdienstleistungen und Internetzugänge die größte Verbesserung im Vergleich zu 2011. Dies ist insbesondere auf positive Entwicklungen in einigen EU-12-Ländern zurückzuführen und könnte mit einer zunehmenden Bündelung von Angeboten (z. B. Paketlösungen für Telefon, Fernsehen und Internet) zusammenhängen.

  3. Die Energiemärkte erhalten bei der Auswahl, der Vergleichbarkeit und dem Versorger- und Tarifwechsel besonders negative Bewertungen, woraus zu schließen ist, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher die durch die Marktliberalisierung geschaffenen Möglichkeiten nicht in vollem Umfang nutzen können.

  4. Unter den Warenmärkten belegt der Markt für Gebrauchtwagen im dritten Jahr in Folge den letzten Platz. Hier werden die schwächsten Ergebnisse für Vertrauen, Vergleichbarkeit und Problemhäufigkeit verzeichnet.

  5. Am stärksten abgerutscht im Ranking sind Postdienste und der öffentliche Verkehr. Dies könnte auf die Haushaltskürzungen im Rahmen der krisenbedingten Sparpolitik zurückzuführen sein, da beide Märkte in vielen Mitgliedstaaten stark von öffentlichen Mitteln abhängen. Zudem hat sich auch die Bewertung des Marktes für Kraftstoffe im zweiten Jahr in Folge beträchtlich verschlechtert.

  6. Verbraucherbeschwerdezentren aus rund einem Drittel der Mitgliedstaaten haben damit begonnen, der Kommission harmonisierte Daten über Beschwerden vorzulegen. Die Datenbasis ist somit zwar noch nicht sehr solide, vermittelt aber ein erstes Bild der Beschwerdemuster auf den verschiedenen Märkten.

  7. Je nach soziodemografischer Gruppe werden die Märkte unterschiedlich beurteilt; die Gründe hierfür müssen noch eingehender untersucht werden.

Nächste Schritte

  1. Im Rahmen von Studien wird die Kommission zwei Aspekte eingehender untersuchen. Gegenstand der ersten Studie wird der Gebrauchtwagenmarkt sein. Hier wird es darum gehen, die rechtlichen Rahmenbedingungen in den Mitgliedstaaten zu analysieren, die Praktiken der Händler zu bewerten und die wesentlichen Probleme und Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu ermitteln. Thema der zweiten Studie wird die Schutzbedürftigkeit von Verbrauchern sein: Welche Mechanismen gibt es auf den verschiedenen Verbrauchermärkten, und wie lassen sich die Probleme wirksam durch politische Maßnahmen lösen? Damit kommt die Kommission zugleich einem Aufruf des Europäischen Parlaments nach, das kürzlich zur Stärkung der Rechte schutzbedürftiger Verbraucher aufgerufen hat.

  2. Die im Anschluss an das letztjährige Verbraucherbarometer in die Wege geleiteten Studien über Verbraucherkredite und Kraftstoffe (siehe IP/11/1221) laufen noch. Die Studien über die Märkte für Fleischwaren und Internet-Dienste, die die Kommission auf Grundlage des Verbraucherbarometers 2010 in Auftrag gegeben hatte (siehe IP/10/1369), wurden vor kurzem abgeschlossen und werden in Kürze veröffentlicht.

  3. Die Kommission arbeitet derzeit an einem Legislativvorschlag zu Bankkonten. Damit will sie unter anderem erreichen, dass alle Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU Zugang zu einem Basiskonto erhalten, Bankgebühren transparenter und besser vergleichbar werden und der Wechsel zu einer anderen Bank erleichtert wird.

  4. Die Kommission fördert die Verbreitung bewährter Verfahren, um auf den Endkundenmärkten für Energie mehr Transparenz zu schaffen, so dass die Kunden besser vergleichen und leichter zu einem günstigeren Energieversorger wechseln können.

  5. Die Kommission wird die Zusammenarbeit mit den nationalen Beschwerdezentren fortführen, um die Empfehlung zu Verbraucherbeschwerden umzusetzen, so dass sich die künftigen Verbraucherbarometer auf vollständig vergleichbare Beschwerdedaten aus der gesamten EU stützen können.

Weitere Informationen

Das Verbraucherbarometer in voller Länge

Empfehlung zu Verbraucherbeschwerden

Jahreswachstumsbericht 2013 und Jahresbericht über die Integration des Binnenmarktes

Initiativen der Kommission für mehr Transparenz auf den Endkundenmärkten für Energie

Initiativen der Kommission im Bereich Bankdienstleistungen für Privatkunden

Untersuchung der Verbraucherpreise durch die Kommission

Kontakt:

Frédéric Vincent (+32 229-871 66)

Aikaterini Apostola (+32 229-87624)


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