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Umwelt: Neue Leitlinien für Aquakultur und Naturschutz

Commission Européenne - IP/12/1313   05/12/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 5. Dezember 2012

Umwelt: Neue Leitlinien für Aquakultur und Naturschutz

Die Europäische Kommission veröffentlicht neue Leitlinien für die Förderung einer nachhaltigen Aquakultur im Kontext von Natura 2000, dem EU-weiten Netz von Naturschutzgebieten. In den Leitlinien wird erläutert, wie am besten gewährleistet werden kann, dass Aquakulturtätigkeiten mit den Naturschutzvorschriften der EU und insbesondere der Natura-2000-Regelung in Einklang stehen. Hervorgehoben werden auch die Bedeutung der Aquakultur für die Nahrungsmittelproduktion sowie der wesentliche Beitrag des Natura-2000-Netzes zur Verwirklichung der Biodiversitätsziele der EU. Der Schwerpunkt der Leitlinien liegt auf der Durchführung einer Verträglichkeitsprüfung im Sinne der FFH-Richtlinie.

Der europäische Umweltkommissar Janez Potočnik beschreibt das Dokument als „nützliches Instrument zur Förderung der Verständigung zwischen Wirtschaftsteilnehmern, Behörden, Bauleitern und Naturschutzvereinen, das dazu beitragen kann, dass nachhaltige Aquakulturprojekte entwickelt werden, die die angestrebten Produktionsziele erreichen und gleichzeitig die ökologischen Güter der Natura-2000-Gebiete schützen.“

Maria Damanaki, europäische Kommissarin für Fischerei und maritime Angelegenheiten, erklärte: „Die Aquakultur spielt in der EU eine wichtige Rolle, denn sie gewährt Zugang zu Nahrungsmittelressourcen; ihr Potenzial muss ausgeschöpft werden, um Nachhaltigkeit, Ernährungssicherheit, Wachstum und Beschäftigung zu sichern. Als einer von vielen Nutzern unserer Gewässer muss der europäische Aquakultursektor auf ökologisch nachhaltige Weise entwickelt werden, und dieses Dokument dürfte dazu beitragen.“

Die Leitlinien („Guidance on Aquaculture and Natura 2000 - Sustainable Aquaculture activities in the context of the Natura 2000 Network“- bislang nur in englischer Sprache) geben einen Überblick über den politischen Hintergrund der Entwicklung der Aquakultur und des Schutzes der Biodiversität in Europa. Untersucht werden die potenziellen Auswirkungen der wichtigsten Aquakultursysteme auf Natur, Fauna und Flora, mit besonderem Schwerpunkt auf den Methoden und Instrumenten, mit denen diese Auswirkungen mit Blick auf die Erhaltungsziele der Schutzgebiete abgeschätzt werden können. Die Leitlinien erläutern, wie diese Risiken im Einzelfall bewertet werden sollten und auf welche Weise sie sich am besten minimieren oder gar vermeiden lassen. Es werden Fallstudien mit Beispielen für bewährte Praktiken vorgestellt, die demonstrieren, wie die Entwicklung einer nachhaltigen Aquakultur mit dem Naturschutz in Einklang gebracht oder diesen verbessern kann, indem die geeigneten Lebensräume geschaffen werden, für die viele der Schutzgebiete eingerichtet wurden. Die Leitlinien heben die Vorteile einer strategischen Planung hervor, die sowohl die Erfordernisse des Naturschutzes als auch die der Aquakulturentwicklung bereits im frühen Planungsstadium integriert. Anhand relevanter Beispiele und praktischer Empfehlungen werden die erforderlichen Prüfverfahren Schritt für Schritt erläutert.

Dies ist der fünfte Leitfaden für die Anwendung des Naturschutzrechts der EU in strategisch wichtigen EU-Sektoren. Die bisherigen Leitlinien betrafen die Windenergie, die nichtenergetische mineralgewinnende Industrie, Entwicklungen in Mündungsgebieten (Ästuaren) und Küstengebieten sowie die Binnenschifffahrt.

Hintergrundinformationen

Die Aquakultur spielt für die Erzeugung aquatischer Nahrungsmittel weltweit eine immer größere Rolle, wenn man bedenkt, dass die meisten Wildfischbestände nahezu abgefischt oder bereits überfischt sind. In der EU ist die Aquakultur in vielen Küsten- und Binnenregionen ein wichtiger Wirtschaftszweig, der in krassem Gegensatz zu den weltweiten Trends stabil geblieben ist. Die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik zielt darauf ab, das Potenzial der europäischen Aquakultur unter Berücksichtigung der Ziele von „Europa 2020“ (Nachhaltigkeit, Ernährungssicherheit, Wachstum und Beschäftigung) voll auszuschöpfen.

Natura 2000 ist ein breit angelegtes europaweites Netz von Schutzgebieten, das das langfristige Überleben der wertvollsten und am stärksten gefährdeten Arten und Lebensräume Europas sichern soll. Es erfasst mittlerweile nahezu 18 % der Landfläche der EU und über 217 000 km² ihrer Meeresgebiete. Natura 2000 ist nicht mit Naturreservaten zu verwechseln, in denen jede menschliche Aktivität verboten ist. Landwirtschaft, Aquakultur, Verkehr, Infrastrukturentwicklung, Tourismus, Forstwirtschaft und Freizeitbeschäftigung sind innerhalb der Schutzgebiete möglich, sofern sie nachhaltig betrieben werden und die Erhaltungsziele der Schutzgebiete nicht beeinträchtigen. Natura 2000 ist eines der Hauptinstrumente für die Durchführung der Biodiversitätsstrategie der EU, die den Rückgang der biologischen Vielfalt umkehren und den Übergang der EU zu einem ressourceneffizienten und umweltschonenden Wirtschaftssystem beschleunigen soll.

Weitere Informationen:

Leitfaden für Aquakultur und Natura 2000:

http://ec.europa.eu/environment/nature/natura2000/management/docs/Aqua-N2000%20guide.pdf

Naturschutz- und Biodiversitätspolitik der EU:

http://ec.europa.eu/environment/nature/index_en.htm

Weitere Informationen über jüngste Politikentwicklungen im Sektor Aquakultur:

http://ec.europa.eu/fisheries/cfp/Aquakultur/index_de.htm

Ansprechpartner :

Joe Hennon (+32 2 295 35 93)

Monica Westeren (+32 2 299 18 30)


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