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Meerespolitik: Kommission verabschiedet neue Strategie für das Adriatische und das Ionische Meer

European Commission - IP/12/1306   03/12/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 3. Dezember 2012

Meerespolitik: Kommission verabschiedet neue Strategie für das Adriatische und das Ionische Meer

Die Europäische Kommission hat eine Meeresstrategie für das Adriatische und das Ionische Meer verabschiedet, die ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum in der Region fördern soll. Die Strategie ruht auf vier Pfeilern: einer stärkeren blauen Wirtschaft, einer gesünderen Meeresumwelt, mehr Sicherheit im Meeresbereich und einer verantwortungsvollen Fischerei. Als Grundlage dienen dabei die Initiative der Kommission für Blaues Wachstum und die kürzlich von den EU-Ministern verabschiedete „Erklärung von Limassol über eine marine und martime Agenda für Wachstum und Beschäftigung“. Dahinter steht die Vision, aus dem Meer einen zentralen Raum für Innovation, wirtschaftliche Möglichkeiten und Wohlsstand für alle umliegenden Länder zu machen.

Maria Damanaki, EU-Kommissarin für maritime Angelegenheiten und Fischerei, erklärte:Mit der europäischen Perspektive für die westlichen Balkanländer wird der Personen-, Waren- und Dienstleistungsverkehr im Adriatischen und im Ionischen Meer zweifellos zunehmen. Wir werden vor der Herausforderung stehen, die Meereslebensräume zu schützen und eine nachhaltige Entwicklung der Region zu gewährleisten - eine Herausforderung, auf die wir uns vorbereiten müssen. Ich freue mich auf die Beiträge aller Interessenträger mit dem Ziel, zusammen einen ausführlichen Plan für zukünftige Maßnahmen zu entwickeln.“

Die neue Strategie greift die von verschiedenen Organisationen in dem Gebiet bereits geleistete Arbeit auf und unterstreicht gleichzeitig die Notwendigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit. Bestehende Ressourcen, Strukturen und Rechtvorschriften werden genutzt, um grenzübergreifende Partnerschaften zu fördern und lokale, regionale und nationale Akteure für gemeinsame Ziele zu mobilisieren. Die Strategie ist die erste Initiative dieser Art im mediterranen Meeresbecken und wird dazu beitragen, die blaue Wirtschaft des Meeresbeckens durch Koordinierung von Finanzierungs- und Durchführungsmechanismen weiter aufzubauen.

Es wurden u.a. folgende prioritäre Handlungsbereiche festgelegt:

  • Förderung des Aufbaus von maritimen Clustern und Forschungsnetzen sowie Erarbeitung einer Forschungsstrategie zur Innovationsförderung;

  • Verbesserung der Fähigkeiten und der Mobilität von Arbeitskräften, mit größerer Transparenz bei den Qualifikationen;

  • Optimierung der Transportverbindungen durch den Aufbau eines integrierten, nachfrageorientierten und emissionsarmen Seeverkehrsnetzes in der gesamten Region mit besonderem Schwerpunkt auf der Anbindung der Inseln;

  • Förderung der nachhaltigen Entwicklung des Küsten- und Meerestourismus, mit besonderem Augenmerk auf Innovation sowie gemeinsamen Marktstrategien und Erzeugnissen;

  • Schaffung von neuen Beschäftigungs- und Geschäftsmöglichkeiten in der Aquakultur durch Forschung und Innovation;

  • Reduzierung von Meeresabfall und Verbesserung der Abfallwirtschaft in Küstengebieten;

  • Modernisierung der Fischereitätigkeiten durch bessere Regelbindung, Erhaltungsmaßnahmen, Wissenstransfer und Zusammenarbeit in den Bereichen Durchsetzung und Kontrolle.

Die Strategie wird im Jahr 2013 durch einen Aktionsplan umgesetzt, der gemeinsam mit den Interessenträgern der Region erarbeitet wird. Die Kommission ruft daher alle beteiligten Parteien – auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene – auf, konkrete Maßnahmen vorzuschlagen. Vorangegangen waren eine Reihe von Workshops mit einer großen Bandbreite an Teilnehmern, die im Laufe des Jahres 2012 von Griechenland, Italien und Slowenien organisiert wurden.

Die neue Strategie ist Teil der integrierten Meerespolitik der EU, die bereits Meeresstrategien für die Ostsee und den Atlantik umfasst. Sie könnte erster Baustein einer breiteren makroregionalen Strategie sein, die die Anrainerstaaten des Adriatischen und des Ionischen Meers entwickeln möchten.

Kroatien und die Kommission stellen die Strategie am 6. Dezember bei einer Konferenz in Zagreb gemeinsam vor. (http://ec.europa.eu/information_society/newsroom/cf/mare/itemdetail.cfm?item_id=9036)

Hintergrund

Das Adriatische Meer und das angrenzende Ionische Meer bilden trotz wirtschaftlicher, umweltbezogener und kultureller Unterschiede ein wichtiges Meeresgebiet in Europa. Die wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen zwischen den Ländern und Regionen waren traditionell sehr eng und werden nun durch den Vorbereitungsprozess eines möglichen EU-Beitritts westlicher Balkanländer noch stärker. Die bestehenden maritimen Verbindungen erfüllen jedoch nicht die Mobilitätsbedürfnisse der Bürger, Unternehmen und Touristen. Trotz der reichen maritimen Tradition und des vorhandenen Wissens bringt Innovation die Meereswirtschaft nur langsam voran. Darüber hinaus sind Meeres- und Küstenökosysteme mit zahlreichen Umweltherausforderungen sowie mit zunehmender Verstädterung und wachsendem Verkehrsaufkommen konfrontiert. Der Klimawandel und seine Auswirkungen bilden eine zunehmende Bedrohung für Küstengebiete.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/maritimeaffairs/policy/sea_basins/adriatic_ionian/index_de.htm

Kontaktpersonen:

Oliver Drewes (+32 2 299 24 21)

Lone Mikkelsen (+32 2 296 05 67)


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