Navigation path

Left navigation

Additional tools

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme des belgischen Flugzeugabfertigers Aviapartner durch LBO France

European Commission - IP/12/1299   30/11/2012

Other available languages: EN FR NL

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 30. November 2012

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme des belgischen Flugzeugabfertigers Aviapartner durch LBO France

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von Aviapartner (Belgien) durch WFS (Frankreich), das letztlich durch einen von LBO France verwalteten Fonds kontrolliert wird, nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Sowohl Aviapartner als auch WFS bieten Flugzeugabfertigungsdienste und andere, damit verbundene Frachtdienste an. Die Untersuchung der Kommission ergab, dass das zusammengeschlossene Unternehmen auf allen betroffenen Märkten auch künftig einer starken Konkurrenz von anderen Flugzeugabfertigern ausgesetzt wäre. Außerdem gibt es im Allgemeinen kaum Markteintrittsschranken für Marktneulinge; Kunden haben zudem eine beträchtliche Marktmacht.

Bei den Tätigkeiten der beteiligten Unternehmen in den Bereichen Vorfelddienste, Passagierdienste und Gepäckabfertigung gibt es keine Überschneidungen. Die wettbewerbsrechtliche Beurteilung der Kommission konzentrierte sich deshalb auf die landseitige Frachtabwicklung, bei der sich die Geschäfte der beteiligten Unternehmen auf den fünf Flughäfen Amsterdam-Schiphol, Basel-Mülhausen, Brussels National, Frankfurt/Main und Paris Roissy-Charles de Gaulle überschneiden. Mit Ausnahme der Flughäfen Brussels National und Frankfurt/Main kommt es durch den Zusammenschluss jedoch nur zu sehr geringen Zuwächsen bei den Marktanteilen. Außerdem wäre der Gesamtmarktanteil für Frankfurt/Main nach wie vor begrenzt. Hinsichtlich des Flughafens Brüssel National ergab die Untersuchung der Kommission, dass das zusammengeschlossene Unternehmen durch den von anderen Flugzeugabfertigern wie Swissport/Flightcare ausgehenden Wettbewerbsdruck hinreichend beschränkt würde. Ferner wurden keine wesentlichen Markteintrittsschranken festgestellt; außerdem sollen bald neue Lagerflächen geschaffen werden.

Die Kommission hat keine wettbewerbsrechtlichen Probleme bei der Offline-Frachtabfertigung festgestellt, da das Unternehmen nach dem Zusammenschluss insgesamt keinen besonders hohen Marktanteil halten wird. Aufgrund des geringen Umfangs der Geschäfte der beteiligten Unternehmen im Bereich der Lkw-Frachtdienste sind hier keine Märkte betroffen.

Die Kommission gelangte daher zu dem Schluss, dass die Übernahme keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

Das Vorhaben wurde am 24. Oktober 2012 bei der Kommission angemeldet.

Hintergrund

Die Kommission hat geprüft, welche Folgen der geplante Zusammenschluss für den Wettbewerb auf den Märkten für Vorfelddienste, Passagierdienste und Gepäckabfertigung, landseitige Frachtabwicklung, Offline-Frachtabfertigung und Lkw-Frachtdienste hätte.

Sie untersuchte auch, ob der Zusammenschluss zu konglomeraten Effekten führen würde, weil das zusammengeschlossene Unternehmen auf vielen Flughäfen in der Lage wäre, sowohl Vorfelddienste, Passagierdienste und Gepäckabfertigung als auch landseitige Frachtabwicklung anzubieten. Dennoch besteht nicht die Gefahr wettbewerbswidriger Auswirkungen, weil die Marktuntersuchung aufzeigte, dass die Kunden diese Dienstleistungen getrennt nachfragen werden und auch künftig auf genügend andere Anbieter zurückgreifen können.

Unternehmen und Produkte

LBO France Gestion SAS verwaltet Investmentfonds, die nicht auf einen besonderen Wirtschaftszweig ausgerichtet sind. Das Unternehmen ist weltweit tätig, Geschäftsschwerpunkt ist der Europäische Wirtschaftsraum (EWR).

WFS Global Holding SAS erbringt Dienstleistungen im Bereich Flugzeugabfertigung und andere, damit verbundene Frachtdienstleistungen in Nordamerika, der Karibik, Europa, Asien und Afrika.

Aviapartner Holding NV bietet Flugzeugabfertigungsdienste und andere, damit Dienstleistungen in der Frachtbranche an.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=2_M_6671

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website