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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 22. November 2012

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt mit Auflagen Übernahme von Xstrata durch Glencore

Die Europäische Kommission hat die von Glencore geplante Übernahme von Xstrata, dem fünftgrößten Metall- und Bergbaukonzern der Welt, nach der EU-Fusionskontrolle freigegeben. Glencore ist der Weltmarktführer für den Handel mit Metallen und Kraftwerkskohle. Die Freigabe des Zusammenschlusses ist an die Bedingung gebunden, dass Glencore seine mit Nyrstar, dem weltweit größten Hersteller von Zinkmetall, geschlossenen Vereinbarungen über die Abnahmepreise im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) kündigt und seine Minderheitsbeteiligung an Nyrstar veräußert. Die Kommission hatte Bedenken, dass das Unternehmen nach dem Zusammenschluss in der Lage sein und den Anreiz haben könnte, die Preise für Zinkmetall, einen wichtigen Grundstoff für viele Industriezweige in der EU, anzuheben. Glencore konnte die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission mit den von ihm unterbreiteten Verpflichtungszusagen ausräumen.

Der für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissar und Vizepräsident der Kommission Joaquín Almunia erklärte hierzu: „Bei diesem Vorhaben schließen sich zwei Weltmarktführer im Rohstoffsektor zusammen. Die vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen stellen sicher, dass der Wettbewerb auf dem Zinkmarkt erhalten bleibt, so dass europäische Abnehmer wie Feuerverzinkungsunternehmen und Kfz-Hersteller weiterhin kostengünstig und in guter Qualität produzieren können.“

In der vorläufigen Prüfung war die Kommission zu dem Ergebnis gekommen, dass der ursprünglich angemeldete Zusammenschluss hinsichtlich des Angebots an Zinkmetall in Europa wettbewerbsrechtlich bedenklich gewesen wäre, da die Gefahr bestanden hätte, dass die ohnehin starke Stellung von Glencore im EWR durch den Zusammenschluss erheblich ausgebaut worden wäre.

Zurzeit ist Glencore aufgrund eines Ausschließlichkeitsvertrags mit Nyrstar über Abnahmepreise, einer Abnahmevereinbarung für einen Teil der EWR-Produktion von Xstrata, der Produktion aus der eigenen Zinkhütte in Italien und aufgrund von Einfuhren der größte Zinkmetallanbieter im EWR. Ferner kontrolliert Glencore i) Pacorini, Eigentümer von Lagerhäusern, die von der Londoner Metallbörse (London Metal Exchange – LME) zertifiziert sind, sich vor allem in New Orleans befinden und in denen große Mengen Zinkmetall gelagert sind, sowie ii) große Ausfuhrmengen und Lagerbestände an Zinkmetall, das im EWR produziert wurde. Xstrata ist der zweitgrößte Zinkmetallhersteller im EWR mit einer großen Zinkhütte in Spanien und einer kleineren in Deutschland. Zusammengenommen sind Glencore und Xstrata der weltweit größte Anbieter von Zinkkonzentrat.

Das zusammengeschlossene Unternehmen wäre stärker als bisher in der Lage gewesen und hätte einen noch größeren Anreiz gehabt, das Angebot an Zinkmetall im EWR zu kontrollieren, indem es zum Beispiel das Material an LME-zertifizierte Lagerhäuser außerhalb des EWR verbracht oder den EWR-Markt nicht mit Zinkmetall beliefert hätte. Die Konkurrenten (einschließlich Einführer) hätten nicht den nötigen Wettbewerbsdruck ausüben können, um das Risiko erheblicher Preiserhöhungen für Zinkmetall auszuschalten.

Um diese Bedenken auszuräumen, hat Glencore Folgendes zugesagt: Der Konzern wird a) den langfristigen Ausschließlichkeitsvertrag mit Nyrstar, dem größten europäischen Zinkmetallhersteller, über Abnahmepreise kündigen, insoweit der Vertrag von Nyrstar im EWR hergestellte Zinkprodukte betrifft; b) in den nächsten zehn Jahren weder direkt noch indirekt EWR-Zinkmetall von Nyrstar kaufen; c) zehn Jahre lang nichts unternehmen, was dazu führen könnte, dass Nyrstar maßgeblich daran gehindert oder den Anreiz verlieren würde, auf dem EWR-Zinkmetallmarkt mit Glencore in Wettbewerb zu treten, und d) seine Minderheitsbeteiligung an Nyrstar (rund 7,79 %) veräußern.

Die Kommission ist zu dem Schluss gekommen, dass das Rechtsgeschäft in der um die Verpflichtungszusagen geänderten Form keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken mehr aufwirft. Der Beschluss ist an die uneingeschränkte Umsetzung der Verpflichtungszusagen gebunden.

Hintergrund

Der Kommissionsuntersuchung zufolge dürfte die geplante Übernahme für das Angebot folgender Rohstoffe und Erzeugnisse wettbewerbsrechtlich unbedenklich sein: Zinkkonzentrat, Kraftwerkskohle und Kokskohle, Kupfer und Kupferkonzentrat, Blei und Bleikonzentrat, Nickel und Zwischenerzeugnisse, Kobalt und Zwischenerzeugnisse, Ferrochrom und andere Nicht-Kernprodukte (Gold, Molybdän, Platin, Palladium, Schwefelsäure, Vanadium, Ferrovanadium und Silber).

Das Vorhaben wurde am 2. Oktober 2012 nach einer sich über mehrere Monate erstreckenden Voranmeldephase bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet. Die Kommission hat während der Untersuchung eng mit anderen Wettbewerbsbehörden zusammengearbeitet.

Unter Berücksichtigung der ständigen Rechtsprechung stellte die Kommission bei der Prüfung des geplanten Rechtsgeschäfts fest, dass Glencore vor dem Zusammenschluss trotz seiner Minderheitsbeteiligung von 34 % und bestimmter vertraglicher Beziehungen zwischen Glencore und Xstrata weder de jure noch de facto Kontrolle über Xstrata ausgeübt hat.

Aus der eingehenden Prüfung des Zusammenschlusses gingen mehrere komplexe Sachverhalte hervor: a) Das Handels- und Produktionsgeschäft von Glencore erstreckt sich auf alle Phasen der Rohstoffwertkette, d. h. Förderung, Abnahmepreisvereinbarungen, Beförderung, Raffination und Schmelzung, Metalllagerung, Finanzdienstleistungen sowie Hedging- und Handelsgeschäfte an Rohstoffbörsen wie der Londoner Metallbörse (LME). b) Es schließen sich ein integrierter Anbieter/Hersteller (Glencore) und ein auf Bergbau- und Raffinationsebene angesiedelter Hersteller (Xstrata) zusammen, was sich sowohl vertikal als auch horizontal auf verschiedene Produktmärkte auswirken wird. c) Zwischen den beteiligten Unternehmen besteht eine Beziehung in Form einer Minderheitsbeteiligung.

Unternehmen und Produkte

Glencore produziert und handelt mit einer großen Bandbreite an Grund- und Rohstoffen. Die Geschäftstätigkeiten von Glencore gliedern sich in drei Segmente: i) Metalle und Mineralien wie Aluminium, Aluminiumoxid, Zink, Kupfer, Blei, Ferrolegierungen, Nickel, Kobalt und Eisenerz; ii) Energieprodukte wie Rohöl, Mineralölerzeugnisse, Kohle und Koks; iii) landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Weizen, Mais, Gerste, Speiseöle, Ölsaaten, Baumwolle und Zucker.

Bei Xstrata handelt es sich um einen Rohstoffkonzern, der in fünf großen Geschäftsbereichen tätig ist: i) Legierungen, darunter Ferrochrom-, Vanadium- und Platinmetall-Legierungen, ii) Kohle, iii) Kupfer, iv) Nickel und v) Zink und Blei.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=2_M_6541

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 2 295 19 25)


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