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Online-Verbraucherkredite: Nach Eingreifen der EU dürfen Kunden nunmehr auf 75 % der überprüften Websites mit zufriedenstellenden Informationen rechnen

European Commission - IP/12/1251   23/11/2012

Other available languages: EN FR

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 23. November 2012

Online-Verbraucherkredite: Nach Eingreifen der EU dürfen Kunden nunmehr auf 75 % der überprüften Websites mit zufriedenstellenden Informationen rechnen

Bevor sich Verbraucher auf einen Kredit einlassen, müssen sie sich über die tatsächlichen Kosten im Klaren sein und über Bedenkzeit verfügen, um insbesondere die monatlichen Rückzahlungsraten zu erwägen. Nach einer Überprüfungsaktion von Verbraucherkredite anbietenden Websites im vergangenen Jahr entsprechen jetzt über 3/4 der damals überprüften Websites dem EU-Recht (im September 2011 waren es nur 30 %). Da die nationalen Behörden ihre Maßnahmen in noch offenen Fällen fortsetzen, dürfen sogar noch weitere Verbesserungen erwartet werden. Von den 70 % der Websites, bei denen damals eine weitergehende Untersuchung angesetzt wurde, wurden 10 % nach einer eingehenderen Überprüfung für ordnungsgemäß befunden, 35 % wurden infolge von Maßnahmen der nationalen Behörden berichtigt. Die übrigen Websites gibt es entweder nicht mehr oder sie sind Gegenstand eines Verwaltungs- oder Gerichtsverfahrens.

Hintergrund:

Das großangelegte Kontrollverfahren „Sweep“ ist eine von der EU geleitete und von den nationalen Durchsetzungsbehörden gleichzeitig durchgeführte konzertierte Aktion zur Durchsetzung von EU-Recht, bei der ein bestimmter Sektor im Hinblick auf Verletzungen der Verbraucherrechte überprüft wird. Die nationalen Durchsetzungsbehörden nehmen in Bezug auf vermutete Unregelmäßigkeiten mit den Unternehmen Kontakt auf und fordern sie auf, entsprechende Korrekturmaßnahmen zu ergreifen. Der Sweep für Verbraucherkredite fand im September 2011 statt. Im Rahmen dieses von der EU koordinierten Sweeps im September 2011 wurden 565 Websites in den 27 Mitgliedstaaten, Norwegen und Island von den nationalen Durchsetzungsbehörden überprüft.

Verbraucher bewegen sich täglich in dem untersuchten Marktsegment. Die im Rahmen von Verbraucherkreditverträgen bei den Finanzeinrichtungen ausstehenden Beträge beliefen sich im Jahr 2010 auf über 600 Mrd. EUR.1

In der Verbraucherkreditrichtlinie sind die Informationen aufgeführt, die in der Werbung für Kredite und Kreditangeboten enthalten sein müssen. Außerdem ist darin festgelegt, dass Verbraucher über eine 14-tägige Bedenkzeit verfügen müssen, in der sie von der Vereinbarung zurücktreten können, ohne dass ihnen Kosten entstehen.

Ergebnisse

Nur 30 % der insgesamt 565 im Jahr 2011 überprüften Websites hielten der Kontrolle der Einhaltung der einschlägigen verbraucherrechtlichen EU-Vorschriften stand; für 70 %, also 393 Websites, wurde eine weitere Überprüfung angesetzt. Ein Jahr später verhält sich die Situation folgendermaßen: 57 weitere Websites wurden für ordnungsgemäß befunden, 18 gibt es nicht mehr, 194 wurden nach Maßnahmen der nationalen Behörden berichtigt und 124 Websites sind noch Gegenstand von Verwaltungs- oder Gerichtsverfahren in den betreffenden Ländern.

Die häufigsten im Rahmen des Sweeps festgestellten Mängel waren:

Fehlende Angaben in der Werbung für Verbraucherkredite (z. B. zum effektiven Jahreszins); auf 258 Websites waren nicht alle gemäß der Verbraucherkreditrichtlinie obligatorischen Angaben zu finden.

Fehlen wichtiger Angaben im Angebot und/oder irreführende Darstellung der Kosten (z. B. zur Zinsart (fest, variabel oder gemischt) oder zur Vertragslaufzeit); 244 Websites enthielten nicht zu allen Bestandteilen der Gesamtkosten klare Angaben.2

Weitere Informationen:

Website: http://ec.europa.eu/consumers/enforcement/sweeps_en.htm

MEMO/12/2

Kontakt:

Frédéric Vincent (+32 229-87166)

Aikaterini Apostola (+32 229-87624)

Anhang

Zahl der am 15. November 2012 noch existierenden Websites, die überprüft und gegebenenfalls berichtigt wurden und nunmehr den EU-Rechtsvorschriften entsprechen:

Land

Überprüfte Websites

Berichtigte Websites

Am 15. Nov. 2012 EU-rechtskonforme Websites

Rechtskonforme überprüfte Websites in %

Österreich

10

1

7

70 %

Belgien

91

44

62

68 %

Bulgarien

6

0

6

100 %

Zypern

10

7

10

100 %

Tschechische Republik

10

8

10

100 %

Dänemark

10

2

4

40 %

Estland

15

8

12

80 %

Finnland

5

2

3

60 %

Frankreich

50

11

50

100 %

Deutschland

26

9

20

73 %

Griechenland

4

0

4

100 %

Ungarn

15

2

8

53 %

Island

10

0

10

100 %

Irland

2

0

2

100 %

Italien

15

11

15

100 %

Lettland

9

7

9

100 %

Litauen

5

2

5

100 %

Luxemburg

20

5

14

70 %

Malta

5

1

5

100 %

Niederlande

40

25

34

85 %

Norwegen

27

0

13

48 %

Polen

9

4

9

100 %

Portugal

39

8

39

100 %

Rumänien

18

6

18

100 %

Slowakei

10

8

8

80 %

Spanien

26

15

15

58 %

Schweden

15

6

11

73 %

Vereinigtes Königreich

45

2

20

44 %

Insgesamt*

547**

194

423

77 %

* Slowenien beteiligte sich an dem Sweep, es wurden dort jedoch keine Websites ermittelt, auf denen Online-Verbraucherkredite angeboten wurden.

** Von den 565 der 2011 überprüften Websites sind 547 noch im Netz, 18 gibt es nicht mehr.

1 :

EZB, Statistiken für das Euro-Währungsgebiet, www.ecb.int/stats/money/aggregates/bsheets/html/index.en.html

2 :

Siehe IP/12/6 zur ersten Phase des Sweep 2011.


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