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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 16. November 2012

Laut einem gemeinsamen Bericht der Kommission und der OECD sind die Gesundheitsausgaben in Europa 2010 zum ersten Mal seit Jahrzehnten gesunken

Im Jahr 2010 sind die Gesundheitsausgaben pro Kopf und ihr Anteil am BIP in der Europäischen Union zurückgegangen. Das ist eines der vielen Ergebnisse des neuen gemeinsamen Berichts der Europäischen Kommission und der OECD mit dem Titel „Gesundheit auf einen Blick: Europa 2012“. Die durchschnittliche Wachstumsquote der Gesundheitsausgaben pro Kopf fiel von 4,6 % zwischen 2000 und 2009 auf -0,6 % im Jahr 2010. Damit sind die Gesundheitsausgaben zum ersten Mal seit 1975 gesunken.

In Irland haben sich die Gesundheitsausgaben 2010 um 7,9 % verringert, im Vergleich zu einer jährlichen Wachstumsquote von 6,5 % zwischen 2000 und 2009. In Estland sanken die Gesundheitsausgaben pro Kopf 2010 um 7,3 %, nach einem Wachstum von mehr als 7 % pro Jahr von 2000 bis 2009, mit einem Rückgang sowohl öffentlicher als auch privater Ausgaben. In Griechenland gingen die Gesundheitsausgaben pro Kopf 2010 schätzungsweise um 6,7 % zurück, womit sich die jährliche Wachstumsquote von 5,7% zwischen 2000 und 2009 praktisch umkehrte.

Zwar zeigt der Bericht keine Verschlechterung der Gesundheitsergebnisse aufgrund der Krise auf, doch wird darin auch hervorgehoben, dass effiziente Gesundheitsausgaben notwendig sind, um in den EU-Mitgliedstaaten die grundlegenden Ziele der Gesundheitssysteme erreichen zu können.

Durchschnittliche reale jährliche Wachstumsquote der Gesundheitsausgaben pro Kopf 2000-2010

 

2000-2009

2009-2010

Irland

6,5

-7,9

Estland

7,2

-7,3

Griechenland

5,7

-6,7

Litauen

8,9

-5,0

Tschech. Republik

6,0

-4,4

Dänemark

3,2

-2,1

Slowenien

3,9

-2,0

Spanien

4,1

-0,9

EU-24

4,6

-0,6

Vereinigtes Königreich

4,9

-0,5

Zypern

2,7

-0,2

Österreich

2,2

0,1

Belgien

3,8

0,2

Finnland

3,9

0,4

Polen

7,1

0,5

Portugal

1,8

0,5

Frankreich

2,1

0,8

Italien

1,3

1,0

Schweden

3,4

1,2

Niederlande

5,5

2,0

Ungarn

3,1

2,2

Slowakei

10,9

2,4

Deutschland

2,0

2,7

Malta

3,5

3,6

Rumänien

5,6

4,2

Island

1,6

-7,1

Norwegen

2,9

-2,0

Kroatien

3,1

-1,2

Schweiz

2,0

1,4

Quelle: Gesundheit auf einen Blick: Europa 2012 (Grundlage: OECD Health Data 2012; Eurostat Statistics Database; WHO Global Expenditure Database)

Ausgaben für die Prävention machen nur 3 % der gesamten Gesundheitsausgaben aus

Unter dem Druck, die Finanzierung der Akutversorgung sicherzustellen, kürzen die Regierungen andere Ausgaben wie Gesundheits- und Präventionsprogramme. Im Jahr 2010 betrugen die Ausgaben 3,2 % weniger als im Vorjahr. Dies bedeutet, dass im Durchschnitt aller EU-Mitgliedstaaten nur 3 % eines schrumpfenden Gesundheitsetats für Prävention und Programme in Bereichen der öffentlichen Gesundheit wie Impfung, Rauchen, Alkoholkonsum, Ernährung und Bewegung aufgewendet wurden. Der Bericht weist ausdrücklich darauf hin, dass es viel wirtschaftlicher wäre, heute in die Prävention zu investieren, als in Zukunft die Behandlung von Krankheiten finanzieren zu müssen.

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in der Europäischen Union ist heute übergewichtig, 17 % leiden sogar unter Adipositas. Die Adipositasrate hat sich in vielen EU-Ländern seit 1990 verdoppelt und reicht derzeit von 8 % in Rumänien und der Schweiz bis zu mehr als 25 % in Ungarn und im Vereinigten Königreich. Adipositas und Rauchen sind die Hauptrisikofaktoren für Herzkrankheiten und Schlaganfall, die 2010 mehr als ein Drittel (36 %) aller Todesfälle in der EU verursachten.

Der Bericht der OECD und der Europäischen Kommission mit dem Titel „Gesundheit auf einen Blick: Europa 2012“ enthält die Hauptindikatoren Gesundheitszustand, Gesundheitsfaktoren, Ressourcen und Tätigkeiten im Gesundheitswesen, Versorgungsqualität, Gesundheitsausgaben und –finanzierung in 35 europäischen Ländern, darunter die 27 EU-Mitgliedstaaten, 5 Kandidatenländer und 3 EFTA-Länder.

Weitere Ergebnisse des Berichts:

  • Die Gesundheitsausgaben, ausgedrückt als Anteil am BIP, waren 2010 am höchsten in den Niederlanden (12 %), gefolgt von Frankreich und Deutschland (11,6 %). Der Anteil der Gesundheitskosten am BIP betrug durchschnittlich 9,0 % in den EU‑Mitgliedstaaten und war somit seit 2009 um 9,2 % gesunken.

  • Ärzte: Die Zahl der Ärzte pro Kopf ist in den letzten zehn Jahren in fast allen EU‑Mitgliedstaaten von durchschnittlich 2,9 pro 1 000 Einwohner im Jahr 2000 auf 3,4 im Jahr 2010 gestiegen. Sie wuchs besonders schnell in Griechenland und im Vereinigten Königreich. Dennoch gibt ein künftiger Arbeitskräftemangel in vielen europäischen Ländern weiterhin Anlass zur Sorge.

  • Verhältnis von Haus- zu Fachärzten: In fast allen Ländern gibt es inzwischen mehr Fachärzte als Hausärzte, weil das Interesse an der traditionellen hausärztlichen Tätigkeit abnimmt und gleichzeitig die Einkommensschere größer wird. Die langsame Zunahme oder sogar der Rückgang der Zahl der Hausärzte gibt Anlass zur Besorgnis hinsichtlich der flächendeckenden Primärversorgung für bestimmte Bevölkerungsgruppen.

Weitere Einzelheiten sind der elektronischen Fassung des Berichts zu entnehmen, die von folgender Website abrufbar ist:

http://ec.europa.eu/health/reports/european/

www.oecd.org/health/healthataglanceeurope.htm

Weitere Informationen:

Mark Pearson (+33 1 45 24 92 69 oder mark.pearson@oecd.org), OECD Health Division

Gaétan Lafortune (+33 1 45 24 92 67 oder gaetan.lafortune@oecd.org), OECD Health Division

Kontakt:

Frédéric Vincent (+32 2 298 71 66)

Aikaterini Apostola (+32 2 298 76 24)


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