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EU-Indien-Gipfel – Partnerschaft für Wohlstand und mehr

European Commission - IP/12/118   09/02/2012

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Europäische Kommission - Pressemitteilung

EU-Indien-Gipfel – Partnerschaft für Wohlstand und mehr

Brüssel, 9. Februar 2012 – Am 10. Februar 2012 wird in Neu Delhi das 12. jährliche Gipfeltreffen zwischen der Europäischen Union und Indien stattfinden. Die EU wird durch den Präsidenten des Europäischen Rates, Herman Van Rompuy, und den Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, vertreten. Auch EU-Handelskommissar Karel De Gucht nimmt am Gipfel teil. Die Republik Indien wird durch Premierminister Manmohan Singh, Außenminister S.M. Krishna, Handelsminister A, Sharma und den nationalen Sicherheitsberater S.S. Menon vertreten.

Am Vorabend des Gipfels erklärte EU-Präsident Van Rompuy: „Der 12. EU-Indien-Gipfel wird bekräftigen, dass die EU und Indien ihre Partnerschaft stärken, deren politische Dimension neu ausbalancieren und so unsere Beziehungen damit auf eine neue Stufe heben. Damit wird der Beweis erbracht, dass die engere Zusammenarbeit zwischen Indien und der EU für die Sicherheit und den Wohlstand auf unseren Kontinenten etwas bewirken kann.“

Präsident Barroso erklärte: „Die EU und Indien sind natürliche, strategische Partner, die gemeinsam dafür verantwortlich sind, auf die dringlichsten globalen Herausforderungen zu reagieren. Wir müssen unsere langjährige Beziehung dafür nutzen, die vielen Möglichkeiten in Schlüsselbereichen wie Handel, Energie und Forschung auszuschöpfen. Die verstärkte Zusammenarbeit zwischen der EU und Indien wird nicht nur kurzfristig das Wachstum auf unseren beiden Kontinenten beleben, sondern auch langfristig die Voraussetzungen für eine nachhaltige und mehr integrative Entwicklung schaffen.“

Auf der Tagesordnung stehen Themen von bilateraler, regionaler und globaler Relevanz.

Hintergrund

Seit dem Abschluss der strategischen Partnerschaft im Jahr 2004 besteht zwischen Indien und der EU eine privilegierte Beziehung. Inzwischen hat sich gezeigt, dass die bestehende Partnerschaft entwicklungsfähig ist und sich an globale Herausforderungen und gemeinsame Anliegen und Interessen anpassen kann.

Seit 2000 finden jährlich bilaterale Gipfeltreffen zwischen der EU und Indien statt,

die die geeignete Plattform für den politischen Dialog auf höchster Ebene darstellen.

Der letzte Gipfel fand im Dezember 2010 in Brüssel statt. Mit der Annahme einer gemeinsamen Erklärung zum internationalen Terrorismus, die die Zusammenarbeit in Bereichen wie Terrorismusbekämpfung, Bekämpfung der Seeräuberei sowie Cyber-Sicherheit begründete, ging es bei diesem Gipfel um die Stärkung der politischen Dimension der Partnerschaft - und insbesondere ihrer Sicherheitsdimension. In der Zwischenzeit konnte in Expertentreffen ein Fahrplan für verstärkte Zusammenarbeit im Jahr 2012 aufgestellt werden.

Der Warenverkehr zwischen der EU und Indien hat sich im Laufe der Jahre eindrucksvoll entwickelt: von 4,4 Mrd. EUR im Jahr 1980 auf 26 Mrd. EUR im Jahr 2000 und, nach einem Einbruch im Jahr 2009, auf 67,9 Mrd. EUR im Jahr 2010; Waren- und Dienstleistungsverkehr belaufen sich auf rund 86 Mrd. EUR. 2010 wurden aus der EU Waren im Wert von 34,7 Mrd. EUR nach Indien exportiert und aus Indien Waren im Wert von 33,2 Mrd. EUR importiert. Der EU-Handel mit Indien nahm von Januar bis Oktober 2011 verglichen mit Januar bis Oktober 2010 um 20 % zu (Anstieg der EU-Exporte nach Indien von 28 Mrd. EUR auf 33,4 Mrd. EUR und der Exporte von Indien in die EU von 27,8 Mrd.EUR auf 33,3 Mrd. EUR).

Der Handel mit der EU stellt 19 % der Exporte und 14 % der Importe Indiens dar; somit ist die EU Indiens größter Handelspartner. Auch die meisten ausländischen Direktinvestitionen in Indien stammen aus der EU. Der Anteil Indiens am EU-Handel insgesamt beträgt allerdings gerade mal 2,6 % (2010), und nur 1,1 % (2009) der weltweiten Investitionen der EU fließen nach Indien, was das Entwicklungspotenzial in vielen Handels- und Investitionsbereichen verdeutlicht.

Ein gemeinsames Arbeitsprogramm zu den Themen Energie, umweltverträgliche Entwicklung und Klimawandel wurde 2008 angenommen. Auf dem letzten Gipfel bekräftigten die politischen Verantwortlichen, dass sie sich für die Intensivierung der Zusammenarbeit in diesen Bereichen einsetzen wollen, um die Energieversorgungssicherheit und die Energieeffizienz zu erhöhen und die Entwicklung erneuerbarer Energie zu fördern. In diesem Jahr wird den Politikern ein Bericht über die Umsetzung des gemeinsamen Arbeitsprogramms vorgelegt; sie werden eine gemeinsame Erklärung zum Thema Energie abgeben, um den Dialog und die Tätigkeiten im Rahmen des Energieforums Indien-EU zu stärken. Im Mittelpunkt dieser Tätigkeiten stehen saubere Kohle, Energieeffizienz von Produkten und Gebäuden, Netzwerke (einschl. Integration erneuerbarer Energieträger), kostenwirksame Methoden zur Förderung erneuerbarer Energien und Sicherheit (off-shore- und Nuklearsicherheit).

Seit Unterzeichnung des Abkommens über die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit (2001) und seiner Verlängerung (2009) arbeiten die EU und Indien in den Bereichen Forschung und Innovation eng zusammen. 2010 lancierten Indien, die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten über das Strategische Forum für die internationale wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit (SFIC) eine Pilotinitiative zur stärkeren Konvergenz ihrer Prioritäten und Strategien im Bereich Wasser und Bioressourcen.

Die dem Gipfel zur Annahme vorliegende gemeinsame Erklärung zur indisch-europäischen Forschungs- und Innovationspartnerschaft wird für die nahe Zukunft eine strategische Agenda zur Bestimmung gemeinsamer Herausforderungen, geteilter Ziele, prioritärer Bereiche und der Instrumente für die Zusammenarbeit zwischen Indien und der EU festlegen. Außer Wasser und Bioressourcen werden möglicherweise Energie, Gesundheit und Informations- und Kommunikationstechnologie als prioritäre Bereiche eingestuft.

Die Zusammenarbeit mit Indien im Rahmen des Siebten EU-Forschungsrahmenprogramms (RP7) nimmt stetig zu, nicht nur bei aus EU-Mitteln finanzierten Programmen, sondern auch bei von Indien und der EU kofinanzierten Projekten (wie Wassertechnologie). Indische Forscher und Organisationen sind an 135 RP7-Projekten beteiligt, im Rahmen von RP6 nehmen sie an 97 Projekten teil. Besonders intensiv ist die Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit, Informations- und Kommunikationstechnologien, Umwelt, Nahrungsmittel, Landwirtschaft und Biotechnologie, sowie Sozial- und Geisteswissenschaften.

Die Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich Statistik wird die gemeinsamen Bedürfnisse und Interessen aufzeigen, um auf beiden Seiten einen besseren Beitrag zur Politikformulierung zu leisten.

Eurostat hat derartige Vereinbarungen bereits mit anderen Nicht-EU-Staaten wie Mexiko, Russland und der Republik Korea geschlossen.

Mehr dazu:

MEMO/12/86 EU - India Summit factsheet

Contacts :

Pia Ahrenkilde Hansen (+32 2 295 30 70)

Dirk De Backer (+32 2 281 97 68)


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