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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 8. November 2012

CARS 2020: für eine starke, wettbewerbsfähige und nachhaltige europäische Automobilindustrie

12 Millionen Arbeitsplätze hängen mit der Automobilindustrie zusammen – damit ist diese Branche von kritischer Bedeutung für den Wohlstand und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa. Die EU muss über eine Autoindustrie von Weltrang verfügen, die die weltweit energieeffizientesten und sichersten Fahrzeuge herstellt und Arbeitsplätze für Millionen Hochqualifizierte bietet. Um dies zu ermöglichen, hat die Europäische Kommission heute den Aktionsplan CARS 2020 vorgelegt, mit dem die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Branche mit Blick auf 2020 gestärkt werden sollen.

Die Kommission macht sich darin für einen kräftigen Innovationsimpuls stark, der durch eine Rationalisierung von Forschung und Innovation im Rahmen der Europäischen Initiative für umweltgerechte Kraftfahrzeuge ermöglicht werden soll. Die Zusammenarbeit mit der Europäischen Investitionsbank wird intensiviert, um den Innovationsschub zu finanzieren und kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) den Zugang zu Krediten zu erleichtern. Durch eine EU-weit genormte Ladeschnittstelle soll für die nötige Regulierungssicherheit gesorgt werden, um der Produktion von Elektrofahrzeugen in großen Mengen zum Durchbruch zu verhelfen.

Die Innovation in der Automobilindustrie wird ferner durch ein umfangreiches Bündel von Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-, Schadstoff- und Lärmemissionen und zur beschleunigten Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit sowie zur Entwicklung von technisch fortgeschrittenen „intelligenten Verkehrssystemen“ gefördert.

Zugleich schlägt die Kommission auch vor, auf die gegenwärtigen Probleme der Autobranche einzugehen. Angesichts einer rückläufigen Nachfrage auf den europäischen Automärkten und angekündigter Fabrikschließungen wird sie noch im November Fahrzeughersteller und Gewerkschaftsvertreter zusammenbringen. Außerdem wird sie im Vorfeld der nächsten Sitzung des Rates „Wettbewerbsfähigkeit“ mit den Industrieministern sprechen. Dabei soll jeweils geprüft werden, mit welchen Maßnahmen die gegenwärtige Krise auf koordinierte Weise überwunden werden kann. Die Autoindustrie ist in ganz Europa wichtig, und deshalb brauchen wir auch eine europäische Lösung. Eine solche wird sich auf den Umgang mit der Überkapazität, soziale und technologische Investitionen sowie staatliche Beihilfen und nachfrageseitige Maßnahmen konzentrieren. Eine Diskussion auf politischer Ebene wird folgen.

Der für Industrie und Unternehmertum zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Antonio Tajani, äußerte sich folgendermaßen: „In Europa werden die besten Autos der Welt hergestellt. Die Kommission strebt an, dass wir diese Führungsrolle beibehalten und dass wir in punkto Sicherheit und Umweltverträglichkeit noch weiter voranschreiten. Deshalb stellt sie heute eine Strategie für die EU-Automobilindustrie vor und wird außerdem sehr bald Maßnahmen zur Bewältigung der derzeitigen Schwierigkeiten der Branche und für eine koordinierte Umstrukturierung des Sektors einleiten. Dieser Plan für die Autoindustrie ist das erste Resultat der am 10. Oktober von der Kommission vorgestellten Strategie für eine neue industrielle Revolution. Die Automobilindustrie hat alle Trümpfe in der Hand, die nötig sind, um ihre Schwierigkeiten zu überwinden, wettbewerbsfähig zu bleiben, nachhaltiger zu werden und ihre Produktionsbasis in Europa zu erhalten. Da sie eine Multiplikatorwirkung auf die Volkswirtschaft hat, sollte sie darüber hinaus Europa einen kräftigen Impuls zur Erhaltung einer starken industriellen Basis geben. Mit dem heutigen Aktionsplan geben wir der Autoindustrie umfassende politische Rückendeckung.

Globalisierung und neue Technologien: Chancen auf einem immer wettbewerbsintensiveren Markt

Für die nächsten zehn Jahre wird mit einer starken Zunahme der Zahl der in den Schwellenländern verkauften Autos gerechnet. Dadurch bieten sich der Automobilindustrie der EU Chancen; allerdings herrscht auch ein hoher Druck, sich bezüglich der Nachhaltigkeit zu verbessern und sich im zusehends schärferen weltweiten Wettbewerb zu behaupten.

Unser Aktionsplan sieht konkrete Vorschläge für politische Initiativen vor, durch die Folgendes erreicht werden soll:

1 Förderung der Investitionen in fortgeschrittene Technologien und in Innovationen, um zu umweltverträglichen Fahrzeugen zu kommen. Dies soll z. B. folgendermaßen erreicht werden:

  1. durch ein umfangreiches Bündel von Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-, Schadstoff- und Lärmemissionen;

  2. durch die Fortsetzung von Maßnahmen für mehr Straßenverkehrssicherheit, einschließlich intelligenter Verkehrssysteme;

  3. durch den Ausbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (elektrischer Strom, Wasserstoff und Erdgas);

  4. durch die Einführung einer EU-Norm für die Ladeschnittstelle von Elektrofahrzeugen;

  5. durch eine Europäische Initiative für umweltgerechte Kraftfahrzeuge im Rahmen von „Horizont 2020“ zur Förderung von Investitionen in Forschung und Innovation.

2. Verbesserung der Marktbedingungen, und zwar beispielsweise durch:

  1. Stärkung des EU-Binnenmarktes für Fahrzeuge durch ein besseres Typgenehmigungssystem einschließlich Marktaufsicht zur Vermeidung unlauteren Wettbewerbs;

  2. Rationalisierung finanzieller Anreize für umweltgerechte Fahrzeuge;

  3. konsequente Anwendung der Grundsätze der intelligenten Regulierung, unter anderem durch die generelle Prüfung wichtiger politischer Initiativen auf ihre Verträglichkeit mit der Wettbewerbsfähigkeit – so sollen die Auswirkungen wichtiger politischer Initiativen speziell auf die Automobilindustrie abgeschätzt werden.

3. Unterstützung der Industrie beim Zugang zum Weltmarkt durch:

  1. Abschluss ausgewogener Handelsvereinbarungen, sorgfältige Evaluierung der Gesamtauswirkungen dieser Vereinbarungen sowie Förderung und Weiterführung bilateraler Dialoge mit wichtigen Partnerstaaten außerhalb der EU;

  2. Intensivierung der Arbeiten an der internationalen Harmonisierung von Fahrzeugregelungen mit dem Endziel einer weltweit einheitlichen Fahrzeugtypgenehmigung und weltweit gültigen Sicherheitsanforderungen an Elektrofahrzeuge und deren Batterien.

4. Förderung von Investitionen in Qualifikationen und Ausbildung zur Begleitung des Strukturwandels und zur Vorwegnahme des Bedarfs an Beschäftigung und Qualifikationen, beispielsweise durch Unterstützung der Nutzung des Europäischen Sozialfonds (ESF) für diese Zwecke.

Die nächsten Schritte

Die Kommission und die Mitgliedstaaten müssen nun die angekündigten Maßnahmen umsetzen. Ziel der Automobilindustrie muss es sein, die neuen, ehrgeizigen Zielvorgaben zu erreichen. Um über diesen Prozess zu wachen und den Dialog mit den Interessenträgern fortzuführen, wird ein spezielles Verfahren namens „CARS 2020“ eingerichtet.

Zahlen zur europäischen Automobilindustrie

Die Automobilindustrie als Ganzes (Automobilhersteller, Lieferkette und nachgelagerter Markt, darunter Tausende KMU) ist für die europäische Volkswirtschaft von strategischer Bedeutung. In ihr sind, direkt oder indirekt, 12 Mio. Arbeitsplätze angesiedelt. Sie erwirtschaftet 4 % des BIP sowie einen Handelsüberschuss von 90 Mrd. EUR (2011). Die Branche tätigt mit 30 Mrd. EUR pro Jahr die höchsten privaten Investitionen in Forschung und Innovation.

Hintergrund

Der Aktionsplan ist das erste konkrete Resultat der neuen politischen Prioritäten, die in der jüngst vorgelegten Mitteilung über die Industriepolitik vorgeschlagen werden. Er baut auf den Ergebnissen der hochrangigen Gruppe CARS 21 auf, in der sieben Kommissionsmitglieder, die Mitgliedstaaten und wichtige Interessenträger (darunter Vertreter der Industrie und der NRO) vertreten waren. Die Gruppe wurde 2010 wieder eingesetzt und nahm im Juni 2012 ihren Abschlussbericht an.

Siehe auch MEMO/12/845 (Weitere Informationen zur Strategie für die EU-Automobilindustrie des Jahres 2020 und den von der Kommission angekündigten Maßnahmen).

Weitere Informationen auf der Website zu CARS 21

Kontakt:

Carlo Corazza (+322 29-51752)

Sara Tironi (+322 29-90403)


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