
Europäische Kommission - Pressemitteilung
'Creative Europe' auf der Berlinale
Brüssel, 9. Februar - Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, wird am 11/12. Februar auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin den Kommissionsvorschlag für das neue Programm „Kreatives Europa“ vorstellen. Die Kommission hat für dieses Programm die Bereitstellung von Haushaltsmitteln in Höhe von 1,8 Milliarden EUR für den Zeitraum 2014-2020 vorgeschlagen; davon würden mehr als 900 Millionen EUR dem Programmbereich „MEDIA“ zugewiesen, der die europäische Filmindustrie und den audiovisuellen Sektor fördert.
„Europa kann durch gezielte Investitionen in den audiovisuellen Sektor und den Bereich Kultur einen erheblichen Mehrwert erzielen, da diese beiden Bereiche beträchtlich dazu beitragen, das Wachstum zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen. Das Programm ‚Kreatives Europa’ wird der europäischen Filmindustrie dabei helfen, auf die Herausforderungen der Digitalisierung und der Globalisierung zu reagieren. Gleichzeitig wird es uns dabei unterstützen, die kulturelle und sprachliche Vielfalt in Europa zu bewahren und zu fördern,“ erklärte Kommissarin Vassiliou.
Das 62. Berlinale Filmfestival wird zwei Wochen lang vom 9. – 13. Februar einige der besten aktuellen europäischen und internationalen Filme zeigen; dazu gehören auch 18 europäische Filme, die vom MEDIA-Programm gefördert werden (siehe Anhang). Insgesamt haben sie mehr als 1,6 Millionen EUR Fördermittel erhalten, hauptsächlich für die Entwicklung des Films und den Filmverleih in ganz Europa.
Die Europäische Kommission wird auf dem Festival einen MEDIA-Bereich mit etwa 175 Fachleuten, wie Produzenten, Filmverleihern und Trainern, betreuen. Außerdem unterstützt die Kommission vier besondere Aspekte der Berlinale:
„Shooting Stars“ – eine Initiative, die neue Schauspieltalente fördern soll. Ein Expertengremium wählt zehn Schauspieler aus ganz Europa aus Bewerbern aus, die von den Mitgliedorganisationen der Europäischen Filmförderungsanstalt (EFP) nominiert wurden. Die 10 „Stars von morgen“ werden der Branche, der Presse und dem Publikum auf dem Festival vorgestellt. Oft dient dies als Sprungbrett für eine internationale Karriere. Die diesjährigen „Shooting Stars“ sind: Bill Skarsgård (Schweden), Ana Ularu (Rumänien), Anna Maria Mühe (Deutschland), Adèle Haenel (Frankreich), Isabella Ragonese (Italien), Riz Ahmed (Vereinigtes Königreich), Antonia Campbell-Hughes (Irland), Jakub Gierszal (Polen), Hilmar Gudjónsson (Island) und Max Hubacher (Schweiz).
Zu früheren „Shooting Stars“ gehören Daniel Brühl (Good Bye, Lenin!, Inglorious Basterds), Daniel Craig (Layer Cake, Casino Royale), Ludivine Sagnier (Swimming Pool, Un secret), Maria Bonnevie (The Banishment), Rachel Weisz (The Constant Gardener, The Whistleblower), Moritz Bleibtreu (Der Baader-Meinhof-Komplex, Soul Kitchen), Johanna Wokalek (Der Baader-Meinhof-Komplex) und Nina Hoss (Wolfsburg, Yella). MEDIA finanziert die „Shooting Stars“ durch die Unterstützung der Europäischen Filmförderungsanstalt, die im Jahr 2012 Fördermittel in Höhe von 500 000 EUR erhält (das sind 50 % ihres Gesamtbudgets).
Berlinale Co-production Market – der jedes Jahr potenziellen Investoren etwa 40 Filmprojekte vorstellt. Etwa 65 % dieser Projekte kommen aus Europa. MEDIA unterstützt den Markt seit 2005 und trug 105 000 EUR zur diesjährigen Veranstaltung bei.
Berlinale Talent Campus – eine Fortbildungsveranstaltung für mehr als 350 junge Filmemacher aus der ganzen Welt, die an Workshops und Meisterklassen teilnehmen, welche führende Experten verschiedener Bereiche anbieten. In der Vergangenheit hat der Campus vielen jungen Regisseuren den Weg zu einer internationalen Karriere geebnet. Ins Leben gerufen wurde der Campus 2002 von Dieter Kosslick (Direktor der Berlinale), Paul Trijbits (Chefproduzent von Jane Eyre, Tamara Drewe) und Klaus Keil (früherer Hauptgeschäftsführer von Filmboard/ Medienboard). Zu den Mitarbeitern gehörten die Regisseure Mike Leigh (der diesjährige Jury-Vorsitzende), Wim Wenders, Jia Zhangke, Anthony Mingella und die Schauspielrin Juliette Binoche. MEDIA trägt 300 000 EUR pro Jahr dazu bei; das ist die Hälfte des Veranstaltungsbudgets.
Berlinale Residency – ein internationales Programm, das es sechs Filmemachern ermöglicht, ihre Projekte ab September für vier Monate nach Berlin zu bringen. Es wird durch MEDIA Mundus gefördert, die internationale Version des MEDIA-Programms.
Insgesamt trägt das MEDIA-Programm 755 Millionen EUR zur Förderung der europäischen Filmindustrie im Zeitraum 2007-2013 bei; dabei liegt der Schwerpunkt auf der Verbesserung von Vertrieb und Promotion europäischer Filme und der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche.
Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/culture/creative-europe/index_de.htm
Website von Androulla Vassiliou
Twitter @VassiliouEU
Anhang
1. Vom MEDIA-Programm geförderte Filme auf der Berlinale 2012
Bel Ami von Declan Donnellan und Nick Ormerod (UK, außer Konkurrenz)
A Royal Affair (En Kongelig Affære) von Nikolaj Arcel (DA/CZ/DE/SE, Wettbewerb)
Dictado (Childish Games) von Antonio Chavarrías (ES, Wettbewerb)
L’enfant d’en haut (Sister) von Ursula Meier (CH/FR, Wettbewerb)
Metéora von Spiros Stathoulopoulos (DE/GR, Wettbewerb)
Shadow Dancer von James Marsh (UK/IE, Wettbewerb)
Tabu von Miguel Gomes (PT/DE/BRA/FR, Wettbewerb)
Canned Dreams von Katja Gauriloff (FI, Kulinarisches Kino)
Comme un chef (The Chef) von Daniel Cohen (FR, Kulinarisches Kino)
Elles von Malgoska Szumowska (FR/PL/DE, Panorama Special)
I, Anna von Barnavon Southcombe (UK/DE/FR, Panorama Special)
Iron Sky von Timo Vuorensola (FI/NL/AT/DE, Panorama)
Isdraken (The Ice Dragon) von Martin Högdahl (SE, Generation K Plus)
Kronjuvelerna (The Crown Jewels) von Ella Lemhagen (SE, Generation 14 Plus)
Lotte ja kuukivi saladus (Lotte and the Moonstone Secret) von Janno Põldma und Heiki Ernits (EE/LV, Generation K Plus)
Patatje Oorlog (Taking Chances) von Nicole van Kilsdonk (NL, Generation K Plus)
The Story of Film: An Odyssey von Mark Cousins (UK, Berlinale Special)
Man for a Day von Katrina Peters (DE, Perspektive Deutsches Kino)
Die Auswahl der Berlinale deckt viele verschiedene Kino-Genres ab, unter anderem “Kulinarisches Kino”, in dessen Mittelpunkt Filme über Lebensmittel und die Umwelt stehen. Das Programm „Panorama Special“ zeigt neue Filme von bekannten Regisseuren, Erstlingsfilme und Neuentdeckungen. Die Filme der Reihe „Generation“ zielen auf ein jüngeres Publikum (K Plus für Kinder und 14 Plus für Teenager). Perspektive Deutsches Kino fördert neue Regietalente in Deutschland.
2. Vom MEDIA-Programm geförderte Filme, die früher auf der Berlinale ausgezeichnet wurden
2002 | Silberner Bär - Bester Schauspieler | Laissez-Passer | Bertrand Tavernier |
2003 | Goldener Bär | In This World | Michael Winterbottom |
2005 | Silberner Bär - Beste Regie | Sophie Scholl – Die letzten Tage | Marc Rothemund |
2004 | Goldener Bär | Gegen die Wand | Fatih Akin |
2006 | Silberner Bär - Beste Regie | The Road to Guantanamo | Michael Winterbottom |
2006 | Silberner Bär - Beste Schauspielerin | Requiem | Sandra Hüller |
2006 | Silberner Bär - Bester Schauspieler | Elementarteilchen | Moritz Bleibtreu |
2006 | Gläserner Bär – Bester Spielfilm | Drømmen - the Dream | Niels Arden Oplev |
2007 | Silberner Bär - Beste Schauspielerin | Yella | Nina Hoss |
2010 | Silberner Bär - Beste Regie | Der Ghostwriter | Roman Polanski |
2011 | Großer Preis der Jury | The Turin Horse | Bélan Tarr |
2011 | Bester Erstlingsfilm | The Guard | John Michael McDonagh |
3. Vom MEDIA-Programm geförderte erfolgreiche deutsche Filme
Good Bye, Lenin (Wolfgang Becker, 2003)
2003 Bester Film, Bester Schauspieler, Bestes Drehbuch, Europäischer Filmpreis
2003 Blauer Engel für den besten europäischen Film, Berlinale
2004 Bester ausländischer Film, Filmpreis César
Gegen die Wand (Fatih Akin)
2004 Goldener Bär, Berlinale
2004 Publikumspreis, Europäischer Filmpreis
Die Geschichte vom weinenden Kamel (Byambasuren Davaa, 2003)
2005 Beste Regie – Dokumentarfilm, Directors Guild of America Awards
2005 Nominierung für den besten Dokumentarfilm, Oscar-Verleihung
Das Leben der Anderen (Florian Henckel von Donnersmarck, 2006)
2006 Bester fremdsprachiger Film, Oscar-Verleihung
2006 Bester Film, Bester Schauspieler, Bestes Drehbuch, Europäischer Filmpreis
2008 Bester ausländischer Film, Filmpreis César
Auf der anderen Seite (Fatih Akin)
2007 Bestes Drehbuch, Filmfestspiele Cannes
2007 Bestes Drehbuch, Europäischer Filmpreis
2007 Filmpreis Lux des Europäischen Parlaments
2007 Deutsche Nominierung für den besten fremdsprachigen Film bei der Oscar-Verleihung
Soul Kitchen (Fatih Akin)
2009 Sonderpreis der Jury, Filmfestspiele Venedig
Das weiße Band (Michael Haneke, 2009)
2009 Goldene Palme, Filmfestspiele Cannes
2009 Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Europäischer Filmpreis
2009 Deutsche Nominierung für den besten fremdsprachigen Film bei der Oscar-Verleihung
Pina (Wim Wenders, 2011)
2012 Nominiert für den besten Dokumentarfilm, Oscar-Verleihung
2011 Bester Dokumentarfilm, Europäischer Filmpreis
Kontakt: Dennis Abbott (+32 229-59258), Twitter: @DennisAbbott Dina Avraam (+32 229-59667) |