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Gewinnerinnen und Gewinner des neuen Marie-Curie-Preises bekannt gegeben

European Commission - IP/12/1172   05/11/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Nikosia/Brüssel, 5. November 2012

Gewinnerinnen und Gewinner des neuen Marie-Curie-Preises bekannt gegeben

Im Rahmen einer Veranstaltung wurde heute in Nikosia (Zypern) erstmals der neu geschaffene Marie-Curie-Preis für herausragende Forschungsleistungen vergeben. Die drei Preisträger sind: Herr Dr. Gkikas Magiorkinis aus Griechenland in der Kategorie „Vielversprechendes Forschungstalent“, Frau Dr. Claire Belcher aus dem Vereinigten Königreich in der Kategorie „Wissenschaftskommunikation“ und Frau Dr. Sarit Sivan aus Israel in der Kategorie „Innovation und unternehmerische Initiative“ (weitere Einzelheiten im Anhang). Androulla Vassiliou, die EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, überreichte jedem der drei Wissenschaftler die Auszeichnung. Die Preisverleihung fand im Rahmen einer Konferenz statt, in der es schwerpunktmäßig um die Zukunft der Marie-Curie-Maßnahmen ging sowie um Horizont 2020, dem mit 80 Milliarden EUR ausgestatteten Investitionsprogramm der Kommission für Forschung und Innovation. Laut Programmvorschlag würden für die Marie-Curie-Maßnahmen zwischen 2014 und 2020 Mittel in Höhe von 5,75 Milliarden EUR bereitgestellt. Seit „Marie Curie“ im Jahr 1996 ins Leben gerufen wurde, haben über 65 000 Forscherinnen und Forscher für ihre Ausbildung, Mobilität und Qualifizierung Mittel aus diesem Fonds erhalten.

„Wir haben diese neue Auszeichnung geschaffen, um Spitzenleistungen und Begabungen der besten europäischen Forscherinnen und Forscher herauszustellen. Ich gratuliere den Gewinnerinnen und Gewinnern, die – alle auf ihren jeweiligen Gebieten – prägend waren und sind. Es ist von zentraler Bedeutung, dass wir auch weiterhin massiv in die europäische Forschung investieren, denn sie trägt zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unter anderem im Gesundheits- und Umweltbereich bei, und außerdem ist sie wichtig für die europäische Wirtschaft. Ich hoffe, dass der Marie-Curie-Preis weitere Forscher ermuntern und mehr junge Menschen, vor allem Mädchen, dazu anregen wird, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen, sagte die Kommissarin.

Gkikas Magiorkinis wurde für seine Untersuchungen über die Ausbreitung des Hepatitis-C-Virus (HCV) honoriert. An diesem lebensbedrohlichen Virus, das die Leber angreift, leiden weltweit rund 150 Millionen Menschen. Claire Belcher wurde für ihre Studie über die geologische Vergangenheit der Erde und deren Folgen für Flora und Fauna ausgezeichnet – ein Thema, über das sie ein breiteres Publikum auch regelmäßig im Fernsehen und in anderen Medien informiert. Sarit Sivan hat ein innovatives Behandlungsverfahren für Patienten entwickelt, die aufgrund einer Bandscheibendegeneration an Schmerzen im unteren Rücken leiden.

„Es gab ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch die hohe Qualität der preisgekrönten Arbeiten zeigt deutlich das Potenzial der europäischen Forschung und die Notwendigkeit, die vielen europäischen Talente auch künftig zu fördern“, sagte Frau Prof. Anne Glover, Leitende wissenschaftliche Beraterin der Europäischen Kommission und Jurymitglied. Die internationale Jury war mit renommierten Professoren, Wissenschaftlern und Experten besetzt, darunter Prof. Pierre Joliot (bekannter französischer Biologe und Enkel von Marie Skłodowska-Curie), Prof. Christopher Pissarides (Gewinner des Nobelpreises für Wirtschaft aus dem Jahr 2010) und Maria Da Graça Carvalho (Mitglied des Europäischen Parlaments und ehemalige portugiesische Ministerin für Wissenschaft, Innovation und Hochschulbildung).

Hintergrund

Mit dem Marie-Curie-Preis werden die Leistungen der besten Marie-Curie-Stipendiaten in drei Kategorien gewürdigt:

  • Wissenschaftskommunikation

  • Innovation und unternehmerische Initiative

  • vielversprechendes Forschungstalent

Ziel des Preises ist es, Wissenschaftler dazu zu bewegen, ihr Forschungsgebiet um die Bereiche Innovation, Unternehmergeist und Wissenschaftskommunikation zu erweitern. Der Preis soll außerdem die Bekanntheit der Preisträger und ihrer Einrichtungen sowie das Ansehen der Marie-Curie-Maßnahmen steigern.

Wie wurden die Preisträger ausgewählt?

Die Nominierungen kamen aus den Reihen der Forscher selbst. Es musste sich um Wissenschaftler handeln, die im Rahmen des 6. oder 7. Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung (FP6 oder FP7) mit Marie-Curie-Mitteln gefördert werden oder wurden.

Den Gewinner in jeder der drei Kategorien hat dann eine aus renommierten Experten zusammengesetzte Jury anhand bestimmter Kriterien ermittelt.

Marie-Curie-Maßnahmen

Marie-Curie-Maßnahmen, für die im Zeitraum 2007-2013 Mittel in Höhe von 4,7 Milliarden EUR bereitsteht, kommen europäischen Forschern zugute; verwaltet werden die verschiedenen Aktionsstränge von der Exekutivagentur für die Forschung der Europäischen Kommission. Dank der Marie-Curie-Förderung konnten seit 1996 über 65 000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus knapp 130 Ländern im Ausland lernen oder forschen.

Die Kommission hat vorgeschlagen, die Mittelausstattung für die Marie-Curie-Maßnahmen im Rahmen von Horizont 2020 auf 5,75 Milliarden EUR aufzustocken. Der Kommissionsvorschlag wird zurzeit im Europäischen Parlament und in den Mitgliedstaaten erörtert. Benannt ist der Fonds nach der zweifachen französisch-polnischen Nobelpreisträgerin, die Pionierforschung im Bereich Radioaktivität betrieb und dabei das chemische Element Polonium entdeckte. 2014 wird das Programm in „Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen“ umbenannt.

Konferenz „Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen im Rahmen von Horizont 2020: regionale und internationale Auswirkungen“

Auf der Konferenz werden über 250 Fachleute und politische Entscheidungsträger über die Zukunft der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen im Rahmen von Horizont 2020 diskutieren.

Weitere Informationen

Fragen und Antworten zu den Marie-Curie-Maßnahmen (MEMO/12/830)

Europäische Kommission: Marie-Curie-Maßnahmen

Website von Androulla Vassiliou

Androulla Vassiliou auf Twitter: @VassiliouEU

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 2 295 92 58); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 2 295 96 67)

Anhang: Porträts der Gewinnerinnen und Gewinner des Marie-Curie-Preises

Dr. Claire M. Belcher, Kategorie „Wissenschaftskommunikation“

Frau Dr. Belcher (34) ist Senior Lecturer für Geosystemforschung an der Universität Exeter, Vereinigtes Königreich. Sie erforscht alte natürliche Brände und deren Folgen für Flora und Fauna. Mit ihren Forschungen versucht sie zu erklären, wie sich global bedeutsame Ereignisse – vom einmaligen Asteroideinschlag bis hin zu der Jahrhunderte dauernden Erderwärmung – auf das System Erde ausgewirkt haben.

Frau Dr. Belchers Arbeiten wurden wegen der großen Resonanz in der Öffentlichkeit, wegen des innovativen und kreativen Ansatzes sowie wegen der weiten Verbreitung in Massenmedien ausgewählt. Frau Dr. Belcher hat in beliebten Fernseh- und Hörfunksendungen mitgewirkt, und ihre Arbeit war mehrfach Gegenstand von Berichten in Printmedien wie The New York Times, The Irish Times und Nature; außerdem hat sie selbst zahlreiche populärwissenschaftliche Artikel verfasst. Ihr Internetauftritt wurde wegen der Kreativität auf dem Gebiet Wissenschaftskommunikation gewürdigt. Frau Dr. Belcher ist aufgrund ihres Wirkens als Marie-Curie-Stipendiatin am University College Dublin, Irland (2007-2010) sowie an der University of Edinburgh und der University of Exeter, Vereinigtes Königreich (2010-2012), nominiert worden.

Kontakt:

Louise Vennells, Media Relations Manager
University of Exeter
Tel.: +44 (0)1392 722062 / 07827 309332

E-Mail: l.vennells@exeter.ac.uk

Dr. Sarit Sivan, Kategorie „Innovation und unternehmerische Initiative“

Frau Dr. Sivan ist leitende Forschungsstipendiatin in der Abteilung Biomedizin-Technik des Technion – Israel Institute of Technology, Haifa (Israel). Sie wurde für ihre innovativen Arbeiten zu Materialien geehrt, mit denen sich die biomechanischen Funktionen degenerierter Bandscheiben in der Wirbelsäule wiederherstellen lassen.

Die Bandscheibendegeneration, zu der es vor allem altersbedingt kommt, führt zu einer schrittweisen Abnahme der Funktionsfähigkeit, was sich auf die Wirbelsäule insgesamt auswirkt. Schmerzen im unteren Rücken, die von beschädigten Bandscheiben herrühren, sind ein riesiges klinisches und ökonomisches Problem. Sie werden oft mit teuren chirurgischen Eingriffen behandelt.

Als Marie-Curie-Stipendiatin an der University of Oxford (Vereinigtes Königreich) entwickelte und teste Frau Dr. Sivan erfolgreich gel-artige, injizierbare Materialien, die die fehlenden Bestandteile einer Bandscheibe ersetzen und deren Funktion übernehmen können. Für diese Arbeit erhielten sie und ihre Kollegen den Best Novel Disc Technology Prize von Orthopedics This Week.

Die Jury würdigte Frau Dr. Sivans wissenschaftliches Fachwissen, ihren innovativen und unternehmerischen Ansatz sowie ihre Fähigkeit, grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse kommerziell zu nutzen. Frau Dr. Sivan hat zahlreiche Neuerungen und eine beeindruckend große Anzahl von Patenten entwickelt; zudem war sie an der Gründung eines Unternehmens beteiligt, an dem zurzeit klinische Versuche auf verwandten Forschungsfeldern durchgeführt werden.

Kontakt:

Amos Levav, Press Officer

Technion – IIT

Tel.: +972 4 8292734

E-Mail: press@tx.technion.ac.il

Dr. Gkikas Magiorkinis, Kategorie „Vielversprechendes Forschungstalent“

Herr Dr. Magiorkinis (34) ist auf die Untersuchung von menschlichen Viren spezialisiert, insbesondere auf das Hepatitis-C-Virus (HCV) und das Humane-Immunschwäche-Virus (HIV). Er wurde wegen seiner innovativen Arbeiten zu den bisher unbekannten Ausbreitungswegen des HCV in der Welt als vielversprechendstes Forschungstalent auserkoren.

Mit seinen Analysen von HCV-Molekularsequenzen wies Herr Dr. Magiorkinis erstmals nach, dass sich die prävalentesten HCV-Typen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von den entwickelten Ländern auf die Entwicklungsländer ausbreiteten, zeitgleich mit der Zunahme der Bluttransfusionen und des intravenösen Drogenkonsums.

Mit zwei innovativen Schritten ermöglichte Herr Dr. Magiorkinis eine genaue Rekonstruktion der Geschichte des HCV: Zum einen analysierte er die Teile des Virusgenoms, die sich im Lauf der Zeit am meisten verändert haben. Zum anderen nutzte er ein neuartiges Verfahren, um die Molekularinformationen aus verschiedenen Teilen des Genoms zu kombinieren. Er ist Autor von über 20 Publikationen, von denen einige in führenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften erschienen sind.

Herr Dr. Magiorkinis ist gegenwärtig Marie-Curie-Stipendiat in der Abteilung Zoologie sowie Stipendiat am St. Cross College, beide an der University of Oxford. Daneben ist er als Honorary Lecturer und Berater an der Universität Athen tätig sowie an zahlreichen Forschungsprojekten beteiligt.

Kontakt:

Pete Wilton, Press Officer

Oxford University

Tel.: +44 1865 280528

E-Mail: pete.wilton@admin.ox.ac.uk


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