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Beschäftigung: EU-Kommission will ehemalige Beschäftigte von Nokia in Finnland mit 5,3 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds unterstützen

Commission Européenne - IP/12/1122   19/10/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 19. Oktober 2012

Beschäftigung: EU-Kommission will ehemalige Beschäftigte von Nokia in Finnland mit 5,3 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds unterstützen

Die Europäische Kommission hat heute vorgeschlagen, Finnland 5,3 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu gewähren. Damit soll die Jobsuche von 1000 Arbeitskräften unterstützt werden, die bei Nokia plc entlassen worden sind. Der Vorschlag wird jetzt dem Europäischen Parlament und dem EU‑Ministerrat zur Genehmigung vorgelegt.

László Andor, EU‑Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration hierzu: „Das weltweite Gefüge für die Produktion von Mobiltelefonen ändert sich, da die europäischen Hersteller ihre Anlagen näher an die am schnellsten wachsenden Märkte verlagern, die sich nun in Asien befinden.“ Andor weiter: „Der heutige Beschluss unterstützt die ehemaligen Nokia-Beschäftigten auf ihrem Weg zu einem neuen Arbeitsplatz – Schulungen und Hilfen zur Unternehmensgründung sollen ihnen die notwendige Unterstützung bieten und neue Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen.“

Der finnische Antrag betrifft 1000 Personen, die bei Nokia plc (Salo) entlassen wurden. Es wird davon ausgegangen, dass alle entlassenen Arbeitskräfte an den aus dem EGF kofinanzierten Maßnahmen teilnehmen. Durch das Maßnahmenpaket stehen den Beschäftigten folgende Leistungen zur Verfügung: Unterstützung bei der Arbeitsuche, Berufsberatung, Erfassung der Berufserfahrung und Kenntnisse, Bewertung der Leistungsfähigkeit, Schulungen und Umschulungen, Vorbereitung auf Selbständigkeit und Dienstleistungen für Jungunternehmer (sowie auch Unterstützung bei der Aufnahme unabhängiger Unternehmenstätigkeiten) sowie Gehalts- und Mobilitätsbeihilfen.

Die Kosten für das Paket werden mit insgesamt etwa 10,6 Mio. EUR veranschlagt; davon soll aus dem EGF die Hälfte, also 5,3 Mio. EUR, beigesteuert werden.

Darüber hinaus hat die Europäische Kommission heute vorgeschlagen, auch die bei Nokia in Rumänien entlassenen Arbeitskräfte aus dem EGF zu unterstützen (siehe IP/12/ ). In beiden Fällen ist der Grund für die Entlassungen die Verlagerung der Produktion von Europa nach Asien.

Hintergrund

Hauptgrund für die Entlassungen ist die Verlagerung der Fertigung von Mobiltelefonen nach Asien (China, Südkorea, Indien und Vietnam – dort wird gerade ein neues Nokia-Werk gebaut). Die Herstellung von Komponenten und die an Subunternehmen vergebene Produktion erfolgen bereits nicht mehr in Europa. Infolgedessen wurden bzw. werden nun auch Design und Produktentwicklung dorthin ausgelagert.

Am stärksten von den Entlassungen betroffen ist die Gegend um Salo, nahe der Küste Südwestfinnlands, etwa 50 km vom Provinzzentrum Turku bzw. 100 km von Helsinki entfernt.

Die Provinz Südwestfinnland ist eine der am exportorientiertesten Provinzen des Landes. Zu ihrem hohen Produktionsniveau kam die Region kam in den 1990er Jahren durch das starke Wachstum von Nokia, damals auf dem Weg zum Weltmarktführer der Mobiltelefonhersteller. Als Folge der Verschlechterung der Wettbewerbsposition von Nokia und der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise gingen in Salo Beschäftigung und Produktion zurück – andere Regionen in Finnland wurden weniger in Mitleidenschaft gezogen.

Vor dem Beginn der Rezession im Jahr 2008 lag die Arbeitslosenquote im Gebiet Salo bei etwa 6 %. Bis Ende 2009 verdoppelte sie sich auf 12 % und steigt seitdem leicht an. Mit den gegenwärtigen Entlassungen und der erwarteten zweiten Entlassungswelle später in diesem Jahr besteht die Gefahr, dass die Arbeitslosenquote bis Ende 2012 auf etwa 15‑17 % steigen könnte.

Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 101 Anträge über ca. 443,3 Mio. EUR zur Unterstützung von etwa 92 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. Immer mehr Mitgliedstaaten stellen EGF-Anträge zur Unterstützung entlassener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer; auch die Zahl der betroffenen Branchen nimmt zu.

Ein offenerer Handel weltweit ist insgesamt förderlich für Wachstum und Beschäftigung, doch kann er bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und geringqualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung abzufedern. Der EGF wurde Ende 2006 eingerichtet; er ist Ausdruck der Solidarität der großen Zahl derer, die vom offenen Handel profitieren, gegenüber den wenigen, die mit dem plötzlichen Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert sind. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden.

Ausgehend von den Erfahrungen mit dem EGF seit 2007 und angesichts seines Mehrwerts für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, den Fonds auch im mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 weiterzuführen und seine Arbeitsweise noch zu verbessern.

Weitere Informationen:

László Andors Website:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/andor/index_de.htm

EGF-Website

Video-News:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration unter

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de

Folgen Sie László Andor auf Twitter: http://twitter.com/LaszloAndorEU

Kontakt:

Nadège Defrère (+32 229-64544)

Jonathan Todd (+32 229-94107)


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