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Beschäftigung: Kommission will 2,6 Mio. EUR aus dem Europäischen Globalisierungsfonds für ehemalige Beschäftigte der italienischen Motorradindustrie bereitstellen

Commission Européenne - IP/12/1120   19/10/2012

Autres langues disponibles: FR EN IT

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 19. Oktober 2012

Beschäftigung: Kommission will 2,6 Mio. EUR aus dem Europäischen Globalisierungsfonds für ehemalige Beschäftigte der italienischen Motorradindustrie bereitstellen

Die Europäische Kommission hat heute vorgeschlagen, 2,6 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) freizugeben, um so 502 Arbeitnehmern wieder zu einem Arbeitsplatz zu verhelfen, die von zehn Motorradherstellern der italienischen Region Emilia-Romagna entlassen worden sind. Der Vorschlag wird nun dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat zur Genehmigung übermittelt.

Der EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration László Andor erklärte dazu: „Die Arbeitnehmer der italienischen Motorradindustrie sind von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise sehr stark betroffen. Der vorgeschlagene Beitrag des Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung in Höhe von 2,6 Mio. EUR würde diesen Arbeitnehmern den Erwerb zusätzlicher Kompetenzen ermöglichen“. Er fügte hinzu: „Für die regionale Wirtschaft ist ein Stellenabbau in diesem Ausmaß ein schwerer Schlag. Daher ist es wichtig, dass sich die EU in diesen schwierigen Zeiten solidarisch zeigt und Unterstützung anbietet.“

Der Antrag der italienischen Behörden betrifft 512 Entlassungen bei zehn Herstellern von Motorrädern, Zubehör oder Ersatzteilen in der Region Emilia-Romagna. Sämtliche vom EGF kofinanzierten personalisierten Dienstleistungen zielen darauf ab, den entlassenen Arbeitnehmern durch Berufsberatung, Fortbildung und Umschulung, durch Hilfe bei der aktiven Suche nach einem Arbeitsplatz oder bei der externen Wiedereingliederung sowie durch Förderung von Unternehmensgründungen und Beihilfen zur aktiven Arbeitsuche zu helfen. Die Unterstützung des EGF wird 502 Arbeitnehmern zugute kommen, die noch keinen anderen Arbeitsplatz gefunden haben.

Die Gesamtkosten für das Maßnahmenpaket werden auf 4 Mio. EUR geschätzt; davon soll der EGF 2,6 Mio. EUR beisteuern.

Hintergrund

Die Entlassungen bei zehn Herstellern von Motorrädern bzw. von Zubehör oder Ersatzteilen für italienische Krafträder (Italien ist das europäische Land, in dem die meisten Krafräder produziert werden) sind auf die sinkende innereuropäische Nachfrage nach Krafträdern zurückzuführen (dies zeigt sich am erheblichen Rückgang der Zulassungen um 42 % bei den Mopeds und um 31 % bei den Motorrädern im Zeitraum von 2007 bis 2010).

Die europäischen Hersteller hatten zudem unter den ungünstigen Marktbedingungen für Krafträder in Europa zu leiden, die sich auch deshalb verschlechtert haben, weil immer mehr Produzenten von Motorfahrrädern und Motorrädern aus Asien auf den Markt drängen (insbesondere aus China, das als weltweit größtes Exportland von Motorfahrrädern und Motorrädern seine Produktion konstant steigert und im Jahr 2010 bereits einen Anteil von 25 % am weltweiten Exportmarkt hatte). In zehn Jahren ist hingegen der Anteil Italiens am weltweiten Exportmarkt um über 30 % gesunken. In Italien waren daher die sich aus dem Rückgang der Gesamtproduktion von Krafträdern ergebenden Auswirkungen der Krise unmittelbar spürbar (Rückgang der Produktion um 30 % im Zeitraum 2008-2010 und Rückgang der Zulassungen von Motorrädern und Motorfahrrädern um 27 % im Zeitraum 2009-2010).

Das von den Entlassungen betroffene Gebiet befindet sich in der Region Emilia-Romagna im Nordosten Italiens. Auf dem regionalen Arbeitsmarkt werden diese Entlassungen zu einem erheblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit führen, die ohnehin beständig ansteigt (von 3,2 % im Jahr 2008 auf 5,8 % im Jahr 2010) und besonders bei den 15-24-Jährigen besonders hoch ist, nachdem sie im Zeitraum von 2008 bis 2010 um über 11 Prozentpunkte gestiegen ist (von 11 % auf 22,3 %).

Seit Aufnahme seiner Tätigkeit im Jahr 2007 gingen beim EGF 101 Anträge über insgesamt ca. 443,3 Mio. EUR zur Unterstützung von etwa 91 000 Arbeitskräften ein. EGF‑Anträge werden von immer mehr Mitgliedstaaten für eine zunehmende Anzahl von Branchen gestellt. Ein offenerer Handel weltweit ist insgesamt förderlich für Wachstum und Beschäftigung, doch kann er bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und geringqualifizierte Arbeitskräfte.

Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung abzufedern. Der EGF wurde Ende 2006 eingerichtet; er ist Ausdruck der Solidarität der großen Zahl derer, die vom offenen Handel profitieren, gegenüber den wenigen, die ganz plötzlich mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert sind. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden. Da im Rat kein Einvernehmen erzielt wurde, konnte die Funktion des EGF als Kriseninstrument nicht über das Jahr 2011 hinaus verlängert werden.

Ausgehend von den seit 2007 gewonnenen Erfahrungen mit dem EGF und dessen Mehrwert für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete hat die Kommission vorgeschlagen, den Fonds auch im mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 weiterzuführen und seine Arbeitsweise weiter zu verbessern.

Weitere Informationen:

László Andors Website: http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/andor/index_de.htm

EGF-Website

Video-News:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration unter

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de

Folgen Sie László Andor auf Twitter: http://twitter.com/laszloandoreu

Kontakt:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Nadège Defrère (+32 229-64544)


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