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EU und Malawi arbeiten zur Unterstützung der Ärmsten und zur Verbesserung der Agrarproduktion zusammen

European Commission - IP/12/1103   17/10/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 16. Oktober 2012

EU und Malawi arbeiten zur Unterstützung der Ärmsten und zur Verbesserung der Agrarproduktion zusammen

Heute haben der für Entwicklung zuständige EU-Kommissar Andris Piebalgs und der malawische Präsident Joyce Banda zwei Vereinbarungen unterzeichnet, um Malawi bei der Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDG) voranzubringen. Die EU wird ein neues Regierungsprogramm unterstützen, das auf die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität und die Vergrößerung der Bewässerungsfläche abzielt. Mit diesem Programm will Malawi seine Maiserträge um zwei Drittel erhöhen und die Einkommen der Haushalte aus der Landwirtschaft nahezu verdoppeln. Dies wird zur Umsetzung des Ziels beitragen, in Malawi ein jährliches Wachstum von 6 % zu erreichen.

Ein zweiter EU-Beitrag dient der Finanzierung von Geldtransfers an extrem arme Haushalte, damit sie Armut und Hunger überwinden können. So soll es den Familien erleichtert werden, Problemen wie einem starken Anstieg der Nahrungsmittelpreise zu begegnen, die Kinder zur Schule zu schicken und in den Genuss einer besseren Gesundheitsversorgung zu kommen. Diese EU-Unterstützung dürfte insgesamt 83 000 Haushalten zugutekommen.

Anlässlich der Europäischen Entwicklungstage in Brüssel äußerte sich Kommissar Piebalgs hierzu folgendermaßen: „Bei diesem ersten Treffen mit Präsident Joyce Banda habe ich die Bereitschaft der EU bekräftigt, ihn in seinen Bemühungen zu unterstützen, Malawi auf den Weg der Entwicklung zu bringen. Die beiden Programme machen die Anliegen der EU-Unterstützung deutlich: Überlebenshilfe für die Bedürftigsten und gleichzeitig Unterstützung der Partnerländer bei ihrem Streben nach einem breitenwirksamen und nachhaltigen Wachstum. Wir werden den Ärmsten, beispielsweise Haushalten mit AIDS-Waisen, die keine Einnahmequellen haben, dringend benötigte Hilfe zukommen lassen. Unsere Unterstützung für die Landwirtschaft und Bewässerung wird die ehrgeizigen Pläne der malawischen Regierung untermauern und in diesem Sektor, der das Rückgrat der Wirtschaft des Landes darstellt, für erhebliches Wachstum sorgen.“

Verbesserung der Agrarproduktion

Die EU wird zwei miteinander zusammenhängende Regierungsinitiativen unterstützen (63 Mio. EUR). Erstens soll mit einem Sektoransatz für die Landwirtschaft die Produktivität – insbesondere der Kleinbauern – gesteigert werden. So wird unter anderem Saatgut für Mais und Hülsenfrüchte zu reduzierten Preisen angeboten und die Bodendegradation bekämpft.

Die zweite Initiative betrifft die Bewässerung: Landwirte sollen einen besseren Zugang zur Bewässerung erhalten und es sollen mittelgroße bis große Bewässerungssysteme geschaffen werden. Damit sind die Landwirte weniger auf Regen angewiesen und können nicht nur einmal, sondern dreimal pro Jahr ernten.

Sozialprogramm

Über das Geldtransfer-Sozialprogramm der Regierung sollen extrem armen Haushalten ohne Ernährer durchschnittlich 6 EUR pro Monat ausgezahlt werden. In den meisten dieser Fälle kümmert sich die Großmutter als Familienoberhaupt um die Kinder, da die Eltern an AIDS gestorben sind. Sie stellen die ärmste und bedürftigste Gruppe in Malawi dar, denn sie haben nicht die Möglichkeit, durch Arbeit Geld zu verdienen. Durch den EU-Beitrag von 35 Mio. EUR kann die Reichweite des Programms vergrößert werden. Die Durchführung erfolgt in Zusammenarbeit mit Deutschland. Wenn das Programm in vollen Gang gekommen ist, werden damit 300 000 Haushalte unterstützt, womit zur Erreichung des Regierungsziels beigetragen wird, die Zahl der extrem Armen im Land von 15 % auf 7 % zu verringern. Die EU-Mittel dürften 83 000 dieser Haushalte erreichen.

Hintergrund

Das Geldtransfer-Sozialprogramm wurde 2006 als Pilotprogramm im Distrikt Mchinji auf den Weg gebracht und seither auf sechs weitere Distrikte ausgedehnt. Es wurde als äußerst erfolgreich beurteilt. Das Programm wird bereits von der EU, der Kreditanstalt für Wiederaufbau, IrishAid und UNICEF sowie von der malawischen Regierung finanziert. Die Geldtransfers sollen nicht nur den extrem armen Haushalten helfen, sondern auch der lokalen Bevölkerung insgesamt zugutekommen. In der Pilotphase kauften die Begünstigten mehr und bessere Nahrungsmittel sowie Dünger zur Steigerung ihrer eigenen Nahrungsmittelproduktion. Dadurch können die Familien Problemen wie einem Anstieg der Nahrungsmittelpreise besser begegnen und ihre Abhängigkeit von Soforthilfe reduzieren. Außerdem sieht das Programm die monatliche Auszahlung von 0,50 EUR für Grundschulkinder und von 1 EUR für Sekundarschüler vor. Dies fördert den Schulbesuch, insbesondere von Mädchen. Diese EU-Finanzierung ist Teil der mit 1 Mrd. EUR ausgestatteten MDG-Initiative der EU, mit der die Fortschritte bei der Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele beschleunigt werden sollen. Malawi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und stand bei der Einstufung nach dem UN-Index für menschliche Entwicklung 2010 auf Platz 171 von 187 Ländern. 40 % der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Mit dem Programm wird das Land dabei unterstützt, das Millenniumsziel, Hunger und Armut zu reduzieren, zu erreichen. Was die Maßnahmen im Bereich Landwirtschaft und Bewässerung angeht, so werden die EU-Mittel in einen von mehreren Gebern finanzierten Treuhandfonds eingezahlt, mit dem die Durchführung unterstützt wird. Die Maßnahmen im Rahmen des Sektoransatzes für die Landwirtschaft betreffen die Stärkung von Institutionen, die Förderung von Wetterversicherungsprogrammen und die laufende Unterstützung des malawischen Farm Input Subsidy Programme, über das Landwirte Düngemittel und Saatgut für Mais und Hülsenfrüchte zu niedrigeren Preisen erhalten können. Die EU unterstützt zudem die Einrichtung eines nationalen Bewässerungsfonds, der der Förderung öffentlich-privater Partnerschaften und der Abstimmung der Unterstützung im Bereich Bewässerung auf einer gemeinsamen Grundlage dient.

Zusammenarbeit zwischen der EU und Malawi

Im Zeitraum 2008-2013 erhält Malawi von der EU insgesamt 551,1 Mio. EUR aus dem 10. Europäischen Entwicklungsfonds. Diese Hilfe fließt vor allem in die Bereiche Landwirtschaft, Nahrungsmittel, Ernährungssicherheit und Straßenverkehr. Andere von der EU unterstützte Bereiche sind gute Regierungsführung, Handel, HIV/AIDS, Gleichstellung der Geschlechter, Zucker, Wasser, Energie und Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Akteuren.

Weitere Informationen:

Website des EU-Entwicklungskommissars Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit – EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_de.htm

Website der Europäischen Entwicklungstage:

http://eudevdays.eu/

Kontakt:

Catherine Ray (+32 229-69921)

Wojtek Talko (+32 229-78551)


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