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Mehr Solidarität mit den ärmsten Ländern: Aktuelle Umfrage zeigt breite Unterstützung für Entwicklungshilfe

European Commission - IP/12/1102   16/10/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 16. Oktober 2012

Mehr Solidarität mit den ärmsten Ländern: Aktuelle Umfrage zeigt breite Unterstützung für Entwicklungshilfe

85 % der EU-Bürger sind der Auffassung, dass Europa den Entwicklungsländern trotz Wirtschaftskrise weiterhin helfen sollte. Die Umfrageergebnisse wurden heute von EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs bei den Europäischen Entwicklungstagen vorgestellt. Der aktuellen Eurobarometer-Umfrage zum Thema „Entwicklung“ zufolge befürworten 61 % der Europäer eine Aufstockung der Hilfe, damit die Armut überwunden werden kann. Gleichzeitig ist jedoch eine Mehrheit von 55 % der Befragten der Ansicht, dass die schnell wachsenden Schwellenländer keine Entwicklungshilfe mehr erhalten sollten. Die meisten Befragten (61 %) sind der Meinung, dass sich die Hilfe auf instabile Länder konzentrieren sollte, z. B. auf Länder, die von Konflikten oder Naturkatastrophen betroffen sind.

Nach Auffassung der Europäer können Privatunternehmen in den Entwicklungsländer eine positive Rolle spielen, insbesondere durch die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Europäer erwarten jedoch auch, dass ausländische Unternehmen bei ihren Investitionen moralische und ethische Standards beachten (81 %). Korruption ist in den Augen der Mehrheit der Befragten (53%) das Haupthindernis für Entwicklungsfortschritte in armen Ländern. Allerdings wären nur 44 % bereit, selbst mehr Geld für Produkte auszugeben, die die Entwicklung unterstützen (wie etwa Fairtrade-Produkte).

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte: „Es ermutigt mich zu sehen, dass Solidarität für die meisten Europäer ein tief verwurzelter Wert ist, auch wenn sie sich selbst in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befinden. Die EU wird demnächst die Entscheidung über den Haushaltsplan für den nächsten Siebenjahreszeitraum fällen und die Bürger geben in dieser Hinsicht den Politikern ein klares Signal: Die Einsparungen dürfen nicht zulasten der Ärmsten dieser Erde gehen. Sie verlangen jedoch auch Garantien dafür, dass die Hilfe tatsächlich den Ärmsten zugute kommt und zu greifbaren Resultaten führt. Dies entspricht voll und ganz meiner Intention, die Hilfe auf die bedürftigsten Länder auszurichten und ein breitwirksames Wachstum und die Menschenrechte in den Mittelpunkt unserer entwicklungspolitischen Anstrengungen zu stellen. Außerdem bin ich entschlossen, deutlicher sichtbar zu machen, was dank der EU-Hilfe bei der Armutsbekämpfung erreicht wird, damit das Vertrauen in unsere Maßnahmen weiter wächst.“

Die Eurobarometer-Umfrage „Weltweite Solidarität – Haltung der Europäer zu Entwicklungsfragen“ wurde anlässlich der Europäischen Entwicklungstage (16.‑ 17. Oktober) in Brüssel vorgestellt. Bei dieser Veranstaltung treffen Staats- und Regierungschefs aus Afrika mit Vertretern der EU-Institutionen, EU-Ministern, Vertretern der Vereinten Nationen, der Zivilgesellschaft, des Hochschulbereichs und der Privatwirtschaft zusammen. Schwerpunkte der Diskussionen sind:

• Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und Resilienz

• soziale Sicherung und Ungleichheit

• Rolle des Privatsektors

  • Die wichtigsten Trends innerhalb der EU

Die Wirtschaftskrise schadet der Solidarität mit den Ärmsten nicht. In Spanien hat sich der Grad der Zustimmung zu Hilfeleistungen für die Armen gegenüber dem Vorjahr nicht verändert (88  %), in Griechenland und Spanien ist bei diesem Punkt ein minimaler Rückgang (-2 Prozentpunkte) festzustellen, während die Zustimmung in Irland um 3 % auf 88 % gestiegen ist. Lediglich in Portugal ist ein deutlicher Meinungswandel zu verzeichnen (-10 Punkte).

Das persönliche Engagement der Europäer lässt nach. Lediglich 44 % sind bereit, mehr für bestimmte Produkte zu bezahlen (z. B. Fairtrade‑Produkte), um den Menschen in den Entwicklungsländern zu helfen (3 Prozentpunkte weniger als 2011). Dabei sind die Befragten in den so genannten EU-15-Ländern weitaus eher bereit, hierfür mehr Geld auszugeben (50 %, nur 25 % in den so genannten EU-12-Ländern). In sechs Ländern ist die Bereitschaft der Bürger, mehr zu bezahlen, um mindestens 10 Prozentpunkte zurückgegangen: Griechenland (33 % wären bereit, mehr zu bezahlen), Tschechische Republik (28 %), Slowenien (30  %), Spanien (35 %), Litauen (24 %) und Portugal (12 %). Wenig überraschend ist, dass die Bürger der reicheren Länder eher bereit sind, für Fairtrade-Produkte tiefer in die Tasche zu greifen. Spitzenreiter sind hier Schweden (76 %), die Niederlande (76 %) und Luxemburg (70 %).

Die Aufstockung der Entwicklungshilfe findet mehr Befürworter in Nordwesteuropa als in Südosteuropa. In Schweden, Dänemark und Österreich gibt es eine deutliche Mehrheit für eine Aufstockung der Entwicklungshilfe auf 0,7 % des BNE oder mehr (jeweils 80, 76 und 74  % der Befragten). Die Länder mit den meisten Befürwortern einer Kürzung der Entwicklungshilfe sind Bulgarien (38 %), Slowenien (32 %) und Griechenland (30 %).

  • Wichtigste Ergebnisse des Eurobarometer Spezial „Entwicklung“

Der Rückhalt für die Unterstützung der Armen in den Entwicklungsländern bleibt mit 85 % weiterhin sehr hoch (2011: 88 %). 37 % Befragten halten diese Unterstützung für „sehr wichtig“, 48 % für „eher wichtig“.

Sechs von zehn Europäern sind der Auffassung, dass die Entwicklungshilfe trotz der Krise aufgestockt werden sollte Die Hälfte der Befragten (49 %) fordert, dass die EU ihr Versprechen einhält, die Hilfe für die Entwicklungsländer aufzustocken. 12 % sind sogar dafür, dass die Hilfe über die bisherigen Zusagen hinaus erhöht wird. Hingegen finden 18 % der Befragten, dass die Hilfe gekürzt werden sollte, da Europa sie sich nicht länger leisten könne. In diesem Punkt ist ein Anstieg um sieben Prozentpunkte gegenüber 2009 (11 %) zu verzeichnen.

61 % der Europäer finden, dass die Hilfe vorrangig Ländern zugute kommen sollte, die sich in fragilen Situationen befinden (z. B. aufgrund von Konflikten und Naturkatastrophen). 30 % sind der Meinung, dass die EU Entwicklungsländern generell helfen sollte, unabhängig davon, ob sie sich einer fragilen Situation befinden oder nicht.

Die Mehrheit der Europäer vertritt die Auffassung, dass Länder wie Brasilien, Indien oder China keine Hilfe mehr erhalten sollten. Weitere Hilfeleistungen für die schnell wachsenden Schwellenländer, in denen Teile der Bevölkerung immer noch in Armut leben, werden von 24 % der Befragten völlig und von 31 % eher abgelehnt.

Nach Ansicht der Europäer sollte sich die Entwicklungshilfe vor allem auf folgende Schwerpunkte konzentrieren: Menschenrechte (34 %), Bildung (33 %), Gesundheit (32 %), Wirtschaftswachstum (29 %) und Landwirtschaft/Ernährungssicherheit (29 %). Es konnten drei Bereiche genannt werden.

44 % wären bereit, mehr Geld für bestimmte Produkte auszugeben, um den Menschen in den Entwicklungsländern zu helfen – 2011 waren es noch 47 %. Dementsprechend ist die Zahl derjenigen, die nicht bereit sind, hierfür tiefer in die Tasche zu greifen, von 47 % auf 52 % gestiegen.

Die Europäer halten die Korruption für das größte Hindernis für eine erfolgreiche Entwicklung (53 %). An zweiter und dritter Stelle folgen „schlechte Politik“ von Regierungen der Entwicklungsländer (41 %) und „Konflikte“ (33 %). Maximal drei Nennungen waren möglich.

Die wichtigsten Funktionen des Privatsektors sehen die meisten Befragten in der Schaffung von Arbeitsplätzen (57 %) und der Gewährleistung von Wachstum (42 %, gefolgt vom technologischen Austausch und Fortschritt (29 %). Eine Minderheit (27 %) ist der Meinung, dass die Entwicklungsländer vom Privatsektor ausgebeutet werden; 21 % glauben, dass die Privatwirtschaft in Korruption verstrickt ist. Drei Antworten waren möglich.

81 % finden, dass Privatunternehmen eine soziale und ethische Verantwortung tragen, wenn sie in Entwicklungsländern investieren. 87 % sind der Meinung, dass Geber wie etwa die EU sich darum bemühen sollten zu gewährleisten, dass Privatunternehmen soziale und ethische Standards einhalten.

Die Eurobarometer-Umfrage wurde von TNS Opinion & Social zwischen dem 2. und 17. Juni 2012 durchgeführt. Insgesamt wurden 26 622 Europäer (Alter: ab 15 Jahren aufwärts) im persönlichen Gespräch bei sich zu Hause befragt.

Weitere Informationen:

Die Eurobarometer-Umfrage finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_399_380_en.htm#392

Länderspezifische Ergebnisse:

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_399_380_en.htm#392

Website des EU-Kommissars für Entwicklung Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_en.htm

Website der Europäischen Entwicklungstage:

http://eudevdays.eu/

Kontakt :

Catherine Ray (+32 229-699 21)

Wojtek Talko (+32 229-785 51)


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