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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 11. Oktober 2012

Europäische Kommission erhöht Soforthilfe zur Stärkung der Resilienz am Horn von Afrika

Die Europäische Kommission stellt weitere 30 Mio. EUR für die Region am Horn von Afrika bereit, um einer Million Menschen in Somalia und Äthiopien, die dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, Hilfe zu leisten. Hauptziel dieser Hilfe ist es, unmittelbar lebensrettende Maßnahmen zu unterstützen, wobei ein Großteil der Mittel dafür verwendet wird, die Resilienz vulnerabler Bevölkerungsgruppen gegen zukünftige Katastrophen zu stärken.

Das neue Hilfepaket wird aus der Soforthilfereserve der Kommission bereitgestellt, womit sich die humanitäre Hilfe der EU für diese Region in diesem Jahr auf insgesamt 162 Mio. EUR beläuft.

Im Vergleich zu der akuten humanitären Krise vom vergangenen Jahr, als die Vereinten Nationen erstmals seit 1992 eine Hungersnot für Teile Somalias ausriefen, hat sich die Ernährungssicherheit dank starker Regenfälle und nachhaltiger humanitärer Hilfe in der gesamten Region am Horn von Afrika verbessert.

Doch nach wie vor haben mehr als zwei Millionen Menschen in Somalia keinen ausreichenden Zugang zu Nahrungsmitteln und sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. In Äthiopien ist die Zahl dieser auf humanitäre Hilfe angewiesenen Menschen seit Anfang des Jahres um 16 % gestiegen und mehr als 100 000 Menschen sind von den Überschwemmungen der jüngsten Zeit betroffen.

Darüber hinaus hat Äthiopien mehr als 368 000 Flüchtlinge aus Nachbarländern aufgenommen und Somalia zählt mehr als 1,3 Millionen Binnenvertriebene.

„Dank nachhaltiger humanitärer Hilfe und besserer Witterungsbedingungen hat sich die Lage in der Region verbessert, aber weiterhin sind mehr als neun Millionen Menschen am Horn von Afrika ohne Nahrung, Unterkunft, Wasser und Schutz. Die Region zählt über 1,5 Millionen Binnenvertriebene und 1,2 Millionen Flüchtlinge", sagte Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Katastrophenschutz und Krisenreaktion.

„Unser wichtigstes Ziel ist es, die hilfebedürftigen Menschen in ihrem Überlebenskampf zu unterstützen, doch dies können wir auch durch die Stärkung ihrer Resilienz erreichen, indem wir sie gegen künftige Katastrophen, die mit Sicherheit eintreten werden, wappnen“.

Mit dem neuen Hilfepaket sollen langfristige Lösungen für die chronischen Probleme am Horn von Afrika (Dürregefahr, Unsicherheit, geringe Widerstandskraft der Bevölkerung gegenüber externen Schocks, fragile Lebensgrundlagen) gefördert werden, durch die den Gemeinschaften vor Ort sowie all jenen, die vor Konflikt und Hunger geflohen sind, geholfen wird.

Die Mittel werden im Rahmen der EU-Strategie SHARE (Supporting Horn of Africa Resilience – Unterstützung der Resilienz am Horn von Afrika) bereitgestellt, die sich seit ihrem Start dieses Jahr rasch zu einem der Hauptinstrumente für die Bereitstellung von EU-Hilfe am Horn von Afrika entwickelt hat.

Im Rahmen von SHARE werden die humanitäre Hilfe und Ressourcen für die langfristige Entwicklung gebündelt, um die Ursachen von Nahrungsmittelkrisen zu beseitigen und ihr erneutes Eintreten zu verhindern.

Mit dem neuen Finanzbeitrag soll die Fähigkeit der Menschen am Horn von Afrika gestärkt werden, sich rasch von den Belastungen und Schocks zu erholen, mit denen sie alltäglich konfrontiert sind.

Die Hilfe zielt auf Menschen in Notlagen ab und wird durch die humanitären Partner der Europäischen Kommission vor Ort bereitgestellt, einschließlich VN-Organisationen und NRO.

Hintergrund

Vergangenes Jahr wurde die Region am Horn von Afrika von der schwersten Dürrekatastrophe seit 60 Jahren heimgesucht, was eine schwere humanitäre Krise auslöste, von der mehr als 13 Millionen Menschen in Kenia, Äthiopien, Dschibuti und Somalia betroffen waren.

Die Europäische Union (Europäische Kommission und Mitgliedstaaten) als einer der größten Geber humanitärer Hilfe am Horn von Afrika hat rasch Maßnahmen zur Bekämpfung der humanitären Krise in der Region ergriffen und seit Ausbruch der Krise Anfang 2011 Nothilfe in Höhe von 807 Mio. EUR bereitgestellt. Allein die Europäische Kommission stellte im Jahr 2011 181 Mio. EUR für mehr als 6,5 Millionen Menschen bereit.

Die Region am Horn von Afrika hat mit immer häufigeren und an Intensität zunehmenden Dürren zu kämpfen. Gleichzeitig ist es für die ärmsten Bevölkerungsgruppen aufgrund des Bevölkerungswachstums, der zunehmenden Ressourcenbelastung, der Unsicherheit und der anhaltenden geopolitischen Instabilität schwieriger geworden, den Dürren standzuhalten und sich von ihnen zu erholen.

Ziel der dieses Jahr von der Europäischen Kommission eingeleiteten Strategie SHARE ist die langfristige Förderung der Ernährungssicherheit und die Stärkung der Widerstandskraft (Resilienz) der Bevölkerung am Horn von Afrika gegenüber zukünftigen Dürren. SHARE ist eine gemeinsame Initiative der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit, die darauf ausgerichtet ist, die Fähigkeit der Menschen, Gemeinschaften und Länder zur Bewältigung anhaltender und akuter Notlagen zu stärken.

Die mit über 270 Mio. EUR ausgestattete Initiative trägt zur Finanzierung zahlreicher Projekte bei: Behandlung schwerer Unterernährung bei Kindern, Verbesserung der Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, Gesundheit des Viehbestands und Viehhandel, Landwirtschaft (verbesserte und angepasste Anbaumethoden, Bewässerung kleiner Anbauflächen), alternative einkommenswirksame Tätigkeiten und Bereitstellung von Basisdiensten (Wasser- und Sanitärversorgung).

Am 3. Oktober haben Andris Piebalgs, Kommissar für Entwicklung, und Kristalina Georgieva, Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, eine neue Politik vorgeschlagen, mit der vulnerablen Gemeinschaften weltweit dabei geholfen werden soll, Resilienz gegen künftige Krisen aufzubauen. In der Mitteilung „Ein EU-Konzept für Resilienz: Lehren aus Ernährungssicherheitskrisen“ wird den Erfahrungen Rechnung getragen, die bei der Bewältigung der jüngsten Ernährungskrisen gesammelt wurden, und dargelegt, wie die Europäische Union vulnerablen Bevölkerungsgruppen dabei helfen wird, die Auswirkungen künftiger Krisen und Katastrophen zu verringern.

Weitere Informationen

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Factsheet zur Krise am Horn von Afrika:

http://ec.europa.eu/echo/files/aid/countries/factsheets/hoa_en.pdf

Website zur Initiative SHARE:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Website zur Resilienz:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Mitteilung „Ein EU-Konzept für Resilienz: Lehren aus Ernährungssicherheitskrisen“:

http://ec.europa.eu/europeaid/what/food-security/index_en.htm

Kontaktpersonen:

Irina Novakova (+32 229-57517)

David Sharrock (+32 229-68909)


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