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Europäische Kommission

Gemeinsame Pressemitteilung

Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

Brüssel, 11. Oktober 2012

Presseerklärung von Kommissionspräsident Barroso und FAO-Generaldirektor Graziano da Silva zum gemeinsamen Kampf der EU und der FAO gegen den Hunger

Weltweit sind rund 870 Millionen Menschen unterernährt, und jedes Jahr sterben über 2,5 Millionen Kinder an Unterernährung. Der Kampf gegen diese schreckliche Situation ist ein vorrangiges Ziel der Europäischen Union und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

Der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, ist heute in Brüssel mit dem Generaldirektor der FAO, José Graziano da Silva, zusammengetroffen. Beide waren sich einig, dass die EU ein wichtiger strategischer Partner der FAO ist und innerhalb der FAO eine zentrale Rolle spielen muss. Sie erörterten Fragen der Ernährungssicherheit einschließlich entwicklungs- und ernährungspolitischer Aspekte sowie Fragen der globalen Politik. Am Mittwoch war da Silva bereits mit den Kommissionsmitgliedern Andris Piebalgs (Entwicklung), Dacian Cioloș (Landwirtschaft und ländliche Entwicklung) und Maria Damanaki (maritime Angelegenheiten und Fischerei) zusammengetroffen.

Präsident Barroso sagte: „Ich freue mich, heute Generaldirektor Graziano da Silva in Brüssel empfangen zu dürfen. Wir sind Partner im Kampf gegen die Unterernährung der Ärmsten der Welt und bei der Verbesserung der globalen Ernährungssicherheit. Die EU ist schon seit langem der größte Einzelgeldgeber der FAO. Die Ernährungssicherheit ist ein vorrangiges Ziel der Europäischen Kommission: Die EU leistet weltweit den größten Beitrag zur Bekämpfung von Unter- und Mangelernährung und wird ihre Anstrengungen im Rahmen des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens weiter verstärken. Sie hält in vollem Umfang an ihrem Bekenntnis fest, die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen zu verwirklichen und bis spätestens 2015 das angestrebte Entwicklungshilfeziel von 0,7 % des Bruttonationaleinkommens zu erreichen. Die Europäische Union wird zudem die laufende Reform der FAO politisch, praktisch und finanziell unterstützen.’’

FAO-Generaldirektor Graziano da Silva erklärte: „Die Europäische Union ist ein verlässlicher Partner der FAO. Wir arbeiten auf globaler und auf nationaler Ebene zusammen, um die Ernährungssicherheit zu verbessern und eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft zu fördern. Die aktuellen Statistiken zeigen, dass wir auf dem besten Weg sind, das Milleniumsentwicklungsziel einer Halbierung des Bevölkerungsanteils hungernder Menschen zu erreichen. Wir müssen aber auch über dieses Ziel hinausschauen und versuchen, den Hunger endgültig zu beseitigen, wie es UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon auf der Rio+20-Konferenz gefordert hat. Alles andere wäre auf Dauer nicht akzeptabel.’’

Da Silva und Barroso betonten, dass dabei sowohl die Regierungen als auch die nationalen und die internationalen Gemeinschaften eine wichtige Rolle spielen müssen. Beide unterstrichen die Notwendigkeit, bestehende globale Politikgestaltungsmechanismen wie den Ausschusses für die Welternährungssicherheit und das Agrarmarkt-Informationssystem (AMIS) auszubauen, und sie wiesen darauf hin, dass die gestiegene Transparenz und die verbesserte Koordinierung der Märkte bereits dazu beitragen, Spitzen bei den internationalen Nahrungsmittelpreisen zu vermeiden. Da Silva und Barroso bekräftigten zudem den Willen der FAO und der EU, auf nationaler oder regionaler Ebene gesteuerte Anstrengungen und Maßnahmen zu unterstützen, die ein nachhaltiges und integratives Wachstum fördern und die Auswirkungen hoher Nahrungsmittelpreise auf die lokale Ernährungssicherheit mildern sollen.

Ferner erörterte da Silva bei seinen Gesprächen mit den Kommissionsmitgliedern Piebalgs, Cioloș und Damanaki verschiedene Aspekte der Zusammenarbeit zwischen der EU und der FAO (beispielsweise im Hinblick auf das internationale Jahr der landwirtschaftlichen Familienbetriebe 2014) sowie Fragen der ländlichen Entwicklung, die Preisvolatilität bei Nahrungsmitteln, die globale Sicherstellung der Ernährungssicherheit (hier wünscht sich die FAO ein schärferes Vorgehen) und die Notwendigkeit, ein langfristiges, den Armen zugute kommendes wirtschaftliches Wachstum einschließlich Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen die Armut zu fördern, geeignete Rahmenbedingungen für produktive Wirtschaftszweige zu schaffen, die Produktion in kleinen Stückzahlen zu unterstützen und den sozialen Schutz zu verbessern.

Hintergrund

Mit jährlichen Investitionen in Höhe von rund 1 Mrd. EUR ist die EU mit Abstand der weltweit größte Geldgeber für die Bekämpfung von Unter- und Mangelernährung.

Die Europäische Union ist zudem der größte Einzelgeldgeber der FAO (über 580 Mio. EUR seit 2007). Sie arbeitet eng mit der FAO zusammen, um hochwertige Programme für sämtliche Teile der Welt zu entwickeln. FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva hat seit seinem Amtsamtritt am 1. Januar 2012 konkrete Maßnahmen ergriffen, um die laufende Reform der FAO zum Abschluss zu bringen. Die FAO soll durch die aktuelle Umstrukturierung institutionell gestärkt werden, damit sie auf Länderebene bessere Ergebnisse erreichen und ihre Arbeiten unter Wahrung einer optimalen Kosteneffizienz auf ihre fünf strategischen Ziele konzentrieren kann. Die Europäische Union hat im September 2004 ein strategisches Partnerschaftsabkommen mit der FAO geschlossen und unterstützt die Umstrukturierung der FAO politisch wie finanziell.

Die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit sind Schwerpunkte der verstärkten Entwicklungspolitik der EU für den Zeitraum bis 2020 und der „EU-Agenda für den Wandel’’, in der die Landwirtschaft als Motor für Wachstum in Entwicklungsländern eine zentrale Rolle spielt.

Die Europäische Kommission hat am 3. Oktober 2012 die Mitteilung „Ein EU-Konzept für Resilienz: Lehren aus Ernährungssicherheitskrisen’’ angenommen, die sich mit der Frage befasst, wie benachteiligten Gemeinschaften in krisenanfälligen Gebieten in der ganzen Welt dabei geholfen werden kann, die eigene Widerstandsfähigkeit gegen Krisen zu verbessern. Zuvor hatte die Europäische Kommission im Jahr 2012 bereits die beiden Initiativen „Alliance Globale pour l’Initiative Résilience“ (AGIR) und „Supporting Horn of Africa Resilience’’ (SHARE)-Partnerschaften auf den Weg gebracht, durch die die genannte Widerstandsfähigkeit verbessert und der Teufelskreis aus humanitären Krisen in der Sahelzone und am Horn von Afrika durchbrochen werden soll. Dabei geht es darum, auf der Grundlage der bisher gesammelten Erfahrungen Maßnahmen zu entwickeln, die dazu beitragen, dass künftige Nahrungsmittelkrisen besser bewältigt werden können.

Die EU hat darüber hinaus Kriterien für die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen eingeführt. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass wertvolles Land zur Herstellung von Biokraftstoffen verwendet wird.

In internationalen Gremien wie den G8 und den G20 ist die EU seit jeher treibende Kraft auf dem Weg zu mehr Ernährungssicherheit. Im Jahr 2012 läuft die erfolgreiche, von den G8 ins Leben gerufene Ernährungssicherheitsinitiative von L'Aquila aus, bei der die EU den von ihr gemachten Zusagen in vollem Umfang nachgekommen ist und mit fast 4 Mrd. US-Dollar nicht nur den größten Beitrag zum Gesamtvolumen von 22 Mrd. US-Dollar geleistet hat, sondern ihre Zusage schon nach nur knapp zwei Jahren eingelöst hatte.

Mit der von Präsident Barroso im Jahr 2008 auf dem G8-Gipfel in Japan als Mittel gegen die Volatilität der Nahrungsmittelpreise angekündigten Nahrungsmittelfazilität der EU sind bereits mehr als 50 Millionen Menschen in 50 Ländern im Rahmen von über 230 Projekten rund um den Globus unterstützt worden. Drei Jahre nach der Einrichtung der mit 1 Mrd. EUR ausgestatteten Fazilität sind ihre Mittel bereits zu 100 % gebunden, wobei über 230 Mio. EUR der Gesamtmittelausstattung von der FAO umgesetzt werden.

Die G8 einschließlich der EU haben auf ihrem Gipfeltreffen in Camp David (USA) im Jahr 2012 eine „Neue Allianz’’ mit den afrikanischen Partnerländern ins Leben gerufen, durch die die Ernährungssicherheit in Afrika verbessert und innerhalb von zehn Jahren 50 Millionen Afrikaner aus der Armut gehoben werden sollen. Die EU hat sich verpflichtet, die neue Allianz nach Kräften zu unterstützen und bereits angefangen, ihre Zusagen umzusetzen. Neben ihren Zusagen für die sechs Pilotländer (insgesamt über 1 Mrd. US-Dollar bis Ende 2013) hat die EU weitere 125 Mio. US-Dollar für Maßnahmen in Aussicht gestellt, die die neue Allianz handlungsfähig machen sollen.

Um besser gegen steigende Nahrungsmittelpreise vorgehen und Nahrungsmittelkrisen vorbeugen zu können, haben die G20 einen Aktionsplan zur Volatilität der Nahrungsmittelpreise und zur Landwirtschaft angenommen und in dessen Rahmen das Agrarmarkt-Informationssystem (AMIS) geschaffen, das in der FAO eingerichtet wurde und eine Informationsgruppe sowie ein Krisenreaktionsforum einschließt. Die Europäische Kommission nimmt als Vertreterin der EU aktiv am AMIS teil.

Videoerklärung von Entwicklungskommissar Andris Piebalgs und FAO-Generaldirektor Graziano da Silva: http://ec.europa.eu/avservices/video/player.cfm?ref=88860

Mehr zur EU-Politik für größere Ernährungssicherheit:

http://ec.europa.eu/europeaid/what/food-security/index_en.htm

Mehr zur EU-Politik für größere Widerstandsfähigkeit gegen Ernährungssicherheitskrisen:

http://ec.europa.eu/echo/policies/resilience/resilience_en.htm

Website der FAO: http://www.fao.org

Ansprechpartner:

Pia Ahrenkilde Hansen (+32 2 295 30 70)

Jens Mester (+32 2 296 39 73)

Dirk Volckaerts (+32 2 299 39 44)

FAO-Pressesprecher: Mehdi Drissi (+39 06 570 52062)


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