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Neue meerespolitische Agenda für Wachstum und Beschäftigung verabschiedet

Commission Européenne - IP/12/1081   08/10/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 8. Oktober 2012

Neue meerespolitische Agenda für Wachstum und Beschäftigung verabschiedet

Die europäischen Minister für Meerespolitik und die Europäische Kommission, vertreten durch ihren Präsidenten José Manuel Barroso und die Kommissarin Maria Damanaki, verabschiedeten heute auf einer im Rahmen der zypriotischen EU-Ratspräsidentschaft in Limassol organisierten Konferenz eine europäische Agenda zur Schaffung von Wachstum und Arbeitsplätzen im Bereich der Meereswirtschaft. Fünf Jahre nachdem die integrierte Meerespolitik der EU ins Leben gerufen wurde, bekräftigten die Mitgliedstaaten und die Kommission, dass ein dynamischer und koordinierter Ansatz bei maritimen Angelegenheiten sowohl die Entwicklung der „blauen Wirtschaft“ in der EU als auch den Schutz der Meere und Ozeane fördert.

In der Erklärung wird eine meerespolitische Agenda zur Stützung der Strategie Europa 2020 vorgeschlagen. Wie in der jüngsten Kommissionsinitiative „Blaues Wachstum“ zu nachhaltigem Wachstum im Bereich der Meereswirtschaft (IP/12/955) betont, liegt der Schwerpunkt der Agenda auf vielversprechenden Sektoren der Meereswirtschaft, in denen gute Aussichten auf neue Arbeitsplätze und Wachstum bestehen. Dabei handelt es sich um die Bereiche erneuerbare Energie aus dem Meer, Aquakultur, blaue Biotechnologie, Küstentourismus und Rohstoffgewinnung aus dem Meer.

Die Minister riefen die Mitgliedstaaten und die europäischen Institutionen auch dazu auf, geeignete Voraussetzungen für die blaue Wirtschaft zu schaffen, damit diese die Unterstützung von Forschung und Meereskenntnissen, maritime Ausbildung, kosten­effiziente Zusammenarbeit bei der Meeresüberwachung, verbesserte maritime Raum­ordnung und die weitere Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie leisten kann.

José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, erklärte: „Die Meere und Ozeane können bei der wirtschaftlichen Erholung Europas eine entscheidende Rolle spielen. Mit der heutigen Erklärung senden wir eine klare Botschaft aus, dass wir das Potenzial der blauen Wirtschaft in Europa nutzen müssen.“

Die für maritime Angelegenheiten und Fischerei zuständige Kommissarin Maria Damanaki betonte, dass „zur Verwirklichung der Wachstumstrends und -chancen in der Meereswirtschaft alle – Institutionen, Mitgliedstaaten und Regionen, die Industrie, KMU und die Zivilgesellschaft – ihren Beitrag leisten müssen. Die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit dem Ziel, die besten Ergebnisse zu erreichen, ist ein Zeichen von Reife, und die Meerespolitik ist ein ideales Mittel zur Förderung der blauen Wirtschaft in Europa.“

Hintergrund

Wozu braucht die EU eine meerespolitische Agenda für Wachstum und Beschäftigung und warum gerade jetzt?

Die blaue Wirtschaft ist wichtig für Europa. Ihre Bruttowertschöpfung wird auf etwa 500 Milliarden EUR geschätzt und wird im Jahr 2020 bei etwa 600 Milliarden EUR liegen. Die Zahl der in der blauen Wirtschaft beschäftigen Menschen wird im gleichen Zeitraum voraussichtlich von 5,4 auf 7 Millionen steigen. Hinzu kommt, dass 75 % des europäischen Außenhandels und 37 % des innereuropäischen Handels auf dem Seeweg abgewickelt werden. Die europäischen Ozeane, Meere und Küsten sind und bleiben Europas wirtschaftliche Lebensader.

Europa muss alle sich bietenden Chancen nutzen, um nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen und dadurch die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise zu bewältigen. Hierbei bietet das Meer eine Vielzahl von Möglichkeiten. Die EU verfügt über eine Reihe von Instrumenten, die einen Mehrwert gegenüber dem schaffen können, was die Mitgliedstaaten und die Industrie bereits tun.

Wie wurden die fünf Zielsektoren der Meereswirtschaft ausgewählt?

Die Kommission hat einen Überblick über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Zahl der Arbeitsplätze in der europäischen Meereswirtschaft erstellt. Darüber hinaus hat sie untersucht, welche Richtung diese Sektoren in den kommenden Jahren realistischerweise einschlagen könnten und wo besonderes Potenzial für Innovationen und neue Arbeitsplätze vorhanden ist.

Gemäß dieser Untersuchung ist – gemessen an der Wertschöpfung und der Zahl der Arbeitsplätze – der Küsten- und Meerestourismus der größte Sektor der Meereswirtschaft, und die erwarteten Wachstumsraten bis 2020 liegen bei 2 bis 3 %. Im Bereich des Kreuzfahrttourismus wird bis 2020 im Vergleich zu 2010 von 100 000 neuen Arbeitsplätzen ausgegangen. Da in naher Zukunft mit einer jährlichen Verdopplung der weltweit vorhandenen Kapazitäten zur Energiegewinnung aus dem Meer zu rechnen ist, wird die Kommerzialisierung von Wellen- und Gezeitentechnologien durch eine Verringerung der Technologiekosten voranschreiten. Schätzungen zufolge wird im Bereich der Gewinnung mineralischer Rohstoffe aus dem Meer damit gerechnet, dass der globale Jahresumsatz von praktisch null in den nächsten zehn Jahren auf 5 Milliarden EUR und bis 2030 auf bis zu 10 Milliarden EUR steigt. Die Aquakultur in der EU könnte zu einer gesunden Ernährung beitragen, wenn es gelingt, Wachstumsraten wie außerhalb der EU zu erreichen. In den nächsten etwa zehn Jahren sollten im Bereich der Biotechnologie Märkte für Massenprodukte entstehen, einschließlich Kosmetika, Nahrungsmittel, Pharmazeutika, chemischer Erzeugnisse und Biokraftstoffe.

Wie geht es nun weiter?

Nach der Verabschiedung der Erklärung von Limassol starten demnächst eine Reihe von Initiativen der Kommission zur Erforschung und Entwicklung des Wachstumspotenzials in den genannten Bereichen, einschließlich Mitteilungen zu Küsten- und Meerestourismus, Energie aus dem Meer, blauer Biotechnologie und der Gewinnung mineralischer Rohstoffe aus dem Meer sowie strategischer Leitlinien für Aquakultur. Alle Initiativen werden in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten und den jeweiligen Interessengruppen durchgeführt.

Zusätzliche Informationen:

Website der GD Maritime Angelegenheiten:

http://ec.europa.eu/maritimeaffairs/policy/blue_growth/index_de.htm

Website der Konferenz:

http://www.cy2012.eu/index.php/de/political-calendar/areas/transport-telecommunications-energy/informal-ministerial-meeting-on-eu-integrated-maritime-policy

Kontaktpersonen:

Oliver Drewes (+32 229-92421)

Lone Mikkelsen (+32 229-60567)


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