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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Hunger in der Sahelzone: Wettlauf gegen die Zeit

Brüssel, 8. Februar 2012 – Die Europäische Kommission stockt ihre humanitäre Hilfe für die afrikanische Sahelzone, wo 12 Millionen Menschen von Hunger bedroht sind, auf 123,5 Mio. EUR auf.

Diesen Beschluss fasste sie, da sich die internationale Gemeinschaft zunehmend bewusst wird, dass die drohende Nahrungsmittelkrise dringend eingedämmt werden muss. Führende Geber, darunter die EU-Mitgliedstaaten, die USA, Kanada und Japan, treffen heute in Brüssel zusammen, um zu erörtern, wie den Bedürftigsten am besten geholfen werden kann. Gleichzeitig wollen sie die Alarmstufe erhöhen und mehr Hilfe für die ärmsten Menschen in den Ländern der Sahelzone mobilisieren.

Die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva will sich entschlossen dafür einsetzen, dass die von der internationalen Gemeinschaft bereitgestellten Mittel dem wachsenden Ausmaß der Krise gerecht werden. Die von der Kommission dieses Jahr für die Sahelzone gewährten Gelder belaufen sich unter Berücksichtigung von rund 150 Mio. EUR Entwicklungshilfe bereits auf fast 275 Mio. EUR. Allerdings wird der Bedarf für die nächsten sechs Monate auf 700 Mio. EUR geschätzt.

Alle Alarmzeichen stehen auf Rot, die Unterernährungsraten erhöhen sich stetig, die Nahrungsmittelpreise steigen und viele Menschen fliehen bereits mit ihrem Vieh aus der Heimat. Die EU hat unverzüglich gehandelt und ich fordere andere auf, dasselbe zu tun“, sagte Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion.

Die fünf Länder der Sahelzone (Burkina Faso, Tschad, Mali, Mauretanien und Niger) haben den Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten. Kommissarin Georgieva, die die Region letzten Monat besucht hat, fügte hinzu: „Die Regierungen in der Region müssen in ihren Bemühungen unterstützt werden, die Krise abzuwenden. Dank der frühen Warnungen konnten Vorbereitungen auf eine rasche Reaktion im Notfall getroffen werden. Doch wenn wir jetzt nicht in strukturierter Weise eingreifen, droht bis Juni die Entstehung einer verheerenden Nahrungsmittelkrise. Indem wir sofort handeln, können wir mehr Leben retten und zusätzliche Belastungen vermeiden, die üblicherweise auftreten, wenn erst im Akutfall reagiert wird.“

In der Sahelzone dauert die so genannte „Hungersaison“ in der Regel von Mai/Juni bis September. Dieses Jahr dürfte sie aufgrund der Ernteausfälle im Vorjahr innerhalb der nächsten Wochen beginnen. Ohne Hilfe könnten bald Menschen an Hunger sterben.

Die Bekämpfung der Unterernährung von Kindern sowie schwangeren und stillenden Frauen hat für die Kommission höchste Priorität. Sie ist außerdem Voraussetzung, um den Teufelskreis von chronischer Ernährungsunsicherheit und Unterentwicklung in der Region zu durchbrechen. Mit Blick auf diese Ziele und dank finanzieller Unterstützung der Kommission bringt UNICEF spezielle therapeutische Nahrungsmittel in die Region, um schwere Fälle von Unterernährung zu behandeln, wenn die Lage sich im weiteren Jahresverlauf zuspitzt. Das Welternährungsprogramm hat bereits mit dem Ankauf von Nahrungsmitteln für die schwächsten Bevölkerungsgruppen begonnen. Weitere Mittel werden für die Auszahlung von Bargeld an Bedürftige eingesetzt, die in der Lage sind, selbst Essen zu kaufen. Dadurch werden die Händler vor Ort ermutigt, weiter Nahrungsmittel auf den Markt zu bringen, da sie sich darauf verlassen können, dass es Abnehmer geben wird.

Eine Krise verschärft die andere

Die Länder der Sahelzone zählen zu den ärmsten der Welt. Von den 187 im UN-Index für menschliche Entwicklung verzeichneten Ländern steht Niger an 186., Tschad an 183., Burkina Faso an 181. und Mali an 175. Stelle. Durch die derzeitige Nahrungsmittelkrise wird also eine zuvor schon schwierige Situation noch verschärft. In einem Jahr mit normalen Ernten geben die ärmsten Haushalte den Großteil ihres Einkommens (rund 70 %) für Nahrung aus. Die seltenen Regenfälle und geringen Ernten von 2011 führen jetzt zu rasch steigenden Nahrungsmittelpreisen (bis zu 50 % gegenüber dem letzten Jahr), wodurch viele Haushalte in Not geraten und nicht wissen, wie sie die Familie ernähren sollen.

Die Lage in der Region ist komplex und problematisch, denn die Umweltbedingungen verschlechtern sich durch die häufigen Dürren und die zunehmende Wüstenbildung. Die Sahelzone ist eines der Hauptopfer des Klimawandels, da sich die Sahara rasch nach Süden ausbreitet.

Weitere Informationen:

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Kontakt:

David Sharrock (+32 229-68909)

Irina Novakova (+32 229-57517)


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