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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 5. Oktober 2012

Lehrergehälter werden in immer mehr europäischen Ländern gekürzt oder eingefroren

Infolge der Wirtschaftskrise sind die Lehrergehälter in 16 europäischen Ländern gekürzt oder eingefroren worden. Lehrkräfte in Irland, Griechenland, Spanien, Portugal und Slowenien sind von den Haushaltskürzungen und Sparmaßnahmen am stärksten betroffen – das geht aus einem Bericht hervor, den die Europäische Kommission heute anlässlich des Weltlehrertags veröffentlicht. Die Lehrergehälter in Bulgarien, Zypern, Estland, Frankreich, Ungarn, Italien, Lettland, Litauen, im Vereinigten Königreich sowie in Kroatien und Liechtenstein sind leicht gesunken oder stagnieren. Aus dem Bericht Teachers' and School Heads' Salaries and Allowances in Europe 2011/12 (Gehälter und Zulagen für Lehrkräfte und Schulleiter in Europa 2011/12) geht allerdings auch hervor, dass die Lehrergehälter in vier Ländern (Tschechische Republik, Polen, Slowakei und Island) seit Mitte 2010 gestiegen sind, während sie in Rumänien beinahe wieder das Vorkrisenniveau erreicht haben.

Lehrkräfte spielen eine ausgesprochen wichtige Rolle im Leben von Kindern. Wir alle wissen, dass deren Zukunftschancen in hohem Maße auch von ihren Lehrkräften abhängen," sagte die EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, Androulla Vassiliou. „Deshalb sollten die Gehälter und Arbeitsbedingungen von Lehrkräften höchste Priorität genießen, damit der Beruf für die Besten attraktiv ist und bleibt. Doch nicht nur das Gehalt macht den Beruf für die besten Lehrkräfte attraktiv. Wichtig sind auch gut ausgestattete Klassenräume und dass die Lehrkräfte bei der Modernisierung der Lehrpläne und bei Bildungsreformen mitreden dürfen.“

Aus dem Bericht geht hervor, dass die Wirtschaftskrise seit Mitte 2010 auf die Lehrergehälter durchgeschlagen hat. In immer mehr Ländern wurden sowohl die Grundgehälter als auch Zulagen wie etwa das Urlaubsgeld oder andere Sonderzahlungen gekürzt. In Griechenland wurden die Grundgehälter der Lehrkräfte um 30 % gekürzt und Sonderzahlungen zu Weihnachten und Ostern ganz abgeschafft. In Irland beliefen sich die Kürzungen bei neu eingestellten Lehrkräften im Jahr 2011 auf 13 %, bei den nach dem 31. Januar dieses Jahres eingestellten Junglehrern sogar auf weitere 20 %, weil die Qualifikationszulagen gestrichen wurden. In Spanien wurden die Gehälter von Lehrkräften und anderen öffentlichen Bediensteten im Jahr 2010 um etwa 5 % gekürzt und seitdem nicht mehr an die Inflation angepasst; ähnliche Maßnahmen wurden in Portugal getroffen.

In Europa liegt das Höchstgehalt von langjährigen Lehrkräften allgemein doppelt so hoch wie das Mindestgehalt neu eingestellter Lehrkräfte. Da es aber durchschnittlich 15 bis 25 Jahre dauert, bis Lehrkräfte in die höchste Gehaltsstufe vorrücken, fürchten Lehrerverbände, dass dies junge Menschen von der Wahl des Lehrberufs abhalten könnte.

Zwar sind die Einstiegsgehälter von Lehrkräften eher unattraktiv, doch berücksichtigt man die Zulagen für die Wahrnehmung von Sonderaufgaben oder Überstunden, so erreichen in vielen europäischen Ländern die meisten doch beinahe ein Gehalt, das der höchsten Grundgehaltsstufe entspricht. So ist der tatsächliche Nettoverdienst von Lehrkräften in Lettland fast doppelt so hoch wie das höchste Grundgehalt. In Dänemark, Litauen, Polen, der Slowakei, Finnland, England und Wales liegt der reine Nettoverdienst nach Hinzurechnung aller Zulagen ebenfalls über dem höchsten Grundgehalt. Dies lässt sich bis zu einem gewissen Grad dadurch erklären, dass ein relativ großer Teil der Lehrkräfte in die höheren Dienstaltersgruppen eingestuft ist. Mehrere Länder haben mit Lehrermangel zu kämpfen und fürchten eine Überalterung des Lehrpersonals („Schlüsselzahlen zum Bildungswesen in Europa 2012“, IP/12/121).

Der Bericht Teachers’ and School Heads’ Salaries and Allowances in Europe 2011/12 macht auch deutlich, dass – obwohl alle Länder die Verbesserung des Leistungsniveaus von Schülern als höchste Priorität bezeichnen – nur die Hälfte von ihnen Lehrkräften Zulagen zahlen, die besonders gute Unterrichtsleistungen oder Lernerfolge der Schülerinnen und Schüler belohnen (Bulgarien, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Griechenland, Lettland, Ungarn, Österreich, Polen, Rumänien, Slowenien, Finnland, Schweden, Vereinigtes Königreich - England und Wales sowie Nordirland, Türkei).

Hintergrund

Gehälter und Zulagen für Lehrkräfte und Schulleiter in Europa 2011/12

Dieser Jahresbericht enthält einen vergleichenden Überblick über die Gehälter, die in 32 europäischen Ländern (EU-Mitgliedstaaten, Norwegen, Island, Liechtenstein, Kroatien und Türkei) gezahlt werden. Erfasst werden die Gehälter von voll ausgebildeten, in Vollzeit arbeitenden Lehrkräften und Schulleitern an Vorschulen, Primarschulen und Sekundarschulen (Stufen I und II).

Der Bericht informiert über

  • die für die Festsetzung der Lehrergehälter zuständigen Entscheidungsgremien;

  • die im Privatsektor gezahlten Gehälter;

  • die minimalen und maximalen Dienstbezüge im Verhältnis zum BIP pro Kopf und zum tatsächlichen Verdienst (Dienstbezüge plus Zulagen);

  • die Gehaltsprogression bei zunehmender Berufserfahrung;

  • die jüngsten Zuwächse bzw. Rückgänge der Kaufkraft von Lehrkräften und die Auswirkungen der Wirtschaftskrise;

  • die verschiedenen Zulagen und die dafür zuständigen Entscheidungsträger.

Eurydice

Der Bericht wurde für die Europäische Kommission vom Eurydice-Netzwerk erstellt, das Analysen und Informationen über die europäischen Bildungssysteme und –strategien bereitstellt. Das Netzwerk besteht aus 38 nationalen Stellen in den 34 Ländern, die am EU-Programm für lebenslanges Lernen teilnehmen (EU-Mitgliedstaaten, Kroatien, Serbien, Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz und Türkei). Serbien und die Schweiz haben sich nicht an dem Bericht Teachers’ and School Heads’ Salaries and Allowances in Europe 2011/12 beteiligt. Eurydice wird von der EU-Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur koordiniert und verwaltet.

Weitere Informationen

Den vollständigen Bericht Teachers’ and School Heads’ Salaries and Allowances in Europe 2011/12 finden Sie hier (in englischer Sprache): http://eacea.ec.europa.eu/education/eurydice/documents/facts_and_figures/salaries.pdf

Europäische Kommission: Allgemeine und berufliche Bildung

Website von Androulla Vassiliou

Androulla Vassiliou auf Twitter: @VassiliouEU

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 229-59667)

Anlagen

Abb. 1: Entwicklung der Netto-Dienstbezüge von Lehrkräften und Schulleitern im öffentlichen Dienst (Schuljahre 2010/11 und 2011/12), verglichen mit dem Jahr davor

2010/11

2011/12

Anstieg infolge einer
Gehaltsreform

Anstieg infolge einer speziellen
Anpassung der Lehrergehälter

Nur Anpassung an den Lebenshaltungsindex

Gehälter eingefroren

Gehälter gekürzt

Anmerkungen zu einzelnen Ländern

Irland: Die Gehälter der bereits im Dienst befindlichen Lehrkräfte blieben im Schuljahr 2011/12 dieselben wie im Schuljahr 2010/11. Nach dem 1. Januar 2010 neu eingestellte Lehrkräfte erhielten ein um 10 % geringeres Gehalt. Bei den nach dem 1. Dezember 2011 neu eingestellten Lehrkräften wurde das Gehalt um weitere 3,2 % gekürzt.

Frankreich: Die allgemeine Indexierung der Gehälter belief sich im Jahr 2010 auf 0,5 %, in den Jahren 2011 und 2012 gab es keine Anpassung. In den Jahren 2011 und 2012 wurde der Indexpunkt eingefroren. 2011 wurden die Gehälter neu eingestellter Lehrkräfte auf den niedrigsten Stufen der Indexskala erstmals angepasst. Eine zweite Anpassung gab es im Jahr 2012. Beide Anpassungen erfolgten durch Einstufung der Lehrkräfte in eine höhere Indexstufe.

Niederlande: Keine Daten verfügbar

Abb. 2: Minimale und maximale Jahresbruttodienstbezüge voll ausgebildeter Lehrkräfte in Vollzeit an öffentlichen Schulen und durchschnittliche tatsächliche Bruttogehälter dieser Lehrerkategorie, ausgedrückt als Euro-Kaufkraftstandard (EURO-KKS) (2011/12)

Primarstufe

Sekundarstufe I

Sekundarstufe II

Mini-male Dienst-bezüge

Maxi-male Dienst-bezüge

Durch-schnitt-liches tatsäch-liches Gehalt

Mini-male Dienst-bezüge

Maxi-male Dienst-bezüge

Durch-schnitt-liches tatsäch-liches Gehalt

Mini-male Dienst-bezüge

Maxi-male Dienst-bezüge

Durch-schnitt-liches tat-säch-liches Gehalt

Belgien (französisch-sprachige Gemeinschaft)

25 815

44 483

:

25 815

44 483

:

32 120

56 286

:

Belgien (deutschspra-chige Gemeinschaft)

23 282

40 009

:

23 282

40 009

:

29 337

51 012

:

Belgien (flämisch-sprachige Gemeinschaft)

26 262

45 507

37 805

26 262

45 507

37 457

32 812

57 625

49 229

Bulgarien

6 010

n.z.

10 405

6 010

n.z.

10 405

6 010

n.z.

10 405

Tschechische Republik

13 412

16 201

16 820

13 412

16 201

16 853

13 412

16 201

17 958

Dänemark

29 640

35 741

46 152

29 640

35 741

46 152

30 307

39 114

56 336

Deutschland

38 395

51 168

:

42 873

56 864

:

46 374

63 944

:

Estland

10 308

15 066

13 446

10 308

15 066

13 446

10 308

15 066

13 446

Irland

25 430

54 272

:

25 430

54 272

:

25 430

54 272

:

Griechenland

15 327

27 990

22 213

15 327

27 990

22 213

15 327

27 990

22 213

Spanien

30 061

42 625

:

33 662

47 190

:

33 662

47 190

:

Frankreich

20 649

39 385

25 227

23 029

41 898

25 227

23 219

42 107

25 227

Italien

22 394

32 924

26 359

24 141

36 157

28 257

24 141

37 799

29 568

Zypern

29 614

64 839

:

29 614

64 839

:

29 614

64 839

:

Lettland

6 257

6 512

12 948

6 257

6 512

12 948

6 257

6 512

14 608

Litauen

6 155

11 341

:

6 155

11 341

14 711

6 155

11 341

14 711

Luxemburg

54 600

96 343

75 471

63 358

110 132

86 745

63 358

110 132

86 745

Ungarn

8 598

14 722

14 419

9 126

18 485

14 419

9 126

18 485

16 581

Malta

23 326

30 904

:

23 326

30 904

:

23 326

30 904

:

Niederlande

:

:

:

:

:

:

:

:

:

Österreich (AHS)

26 426

50 738

:

29 074

61 181

52 308

29 074

61 181

52 308

Polen

9 021

14 992

22 170

10 159

17 092

22 506

11 484

19 562

21 998

Portugal

25 758

52 441

34 727

25 758

52 441

36 386

25 758

52 441

36 386

Rumänien

5 024

14 205

9 614

5 345

14 205

9 775

5 345

14 205

9 775

Slowenien

22 094

34 241

:

22 094

34 241

:

22 094

34 241

:

Slowakei

8 860

11 996

13 968

8 860

11 996

13 968

8 860

11 996

13 925

Finnland

25 617

33 317

34 553

27 666

35 983

38 333

29 338

38 843

42 524

Schweden

22 439

31 188

26 762

22 439

31 188

26 762

24 394

33 452

28 923

Vereinigtes Königreich (England, Wales)

24 430

41 594

41 304

24 430

41 594

44 134

24 430

41 594

44 134

Vereinigtes Königreich (Nordirland)

24 430

41 594

38 040

24 430

41 594

41 635

24 430

41 594

41 635

Vereinigtes Königreich (Schottland)

29 101

38 702

36 375

29 101

38 702

36 375

29 101

38 702

36 375

Liechtenstein (Gymnasium)

44 454

72 142

:

52 502

85 210

:

52 502

85 210

:

Norwegen

31 236

n.z.

37 537

31 236

n.z.

37 537

32 663

n.z.

40 213

Kroatien

13 394

15 950

17 103

13 394

18 139

17 103

13 394

18 139

18 249

Island

21 983

27 465

:

21 983

27 465

:

27 089

36 044

29 110

rkei

20 039

23 547

:

20 039

23 547

:

18 977

22 485

:

: Keine Daten verfügbar n.z. Nicht zutreffend

Quelle: Eurydice

Anmerkungen zu einzelnen Ländern

Bulgarien: Festgelegt sind lediglich minimale, jedoch keine maximalen Dienstbezüge. Die Angaben beziehen sich auf neu eingestellte Lehrkräfte ohne Lehrerfahrung.

Deutschland: Die Daten beziehen sich auf das Schuljahr 2010/11.

Polen: Minimale und maximale Dienstbezüge von Lehrkräften auf der Primarschule und den Sekundarstufen I und II werden für Lehrkräfte berechnet, die die Mindestanforderungen an eine vollständige Ausbildung erfüllen. Etwa 90 % der Lehrkräfte sind jedoch besser qualifiziert und erhalten eine höheres Gehalt.

Norwegen: Lehrkräfte mit einer 4-5-jährigen Grundausbildung.

Abb. 3: Trends bei den minimalen Brutto-Jahresdienstbezügen in EURO-KKS (Preise von 2000) für Lehrkräfte auf der Primarschule und der Sekundarstufe II (ISCED 1 und ISCED 3), 2000-2012

Primarstufe

Sekundarstufe II

NB: X-Achse = Bezugsjahre; 2000 bis 2012

Y-Achse = Relativer prozentualer Anstieg, Jahr 2000=100

Quelle: Eurydice.

Erläuterungen und Anmerkungen zu den einzelnen Ländern

Siehe den vollständigen Bericht.


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