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EU und Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung unterzeichnen Partnerschaftsabkommen zur Förderung der nachhaltigen Landwirtschaft

European Commission - IP/12/1065   04/10/2012

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 4. Oktober 2012

EU und Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung unterzeichnen Partnerschaftsabkommen zur Förderung der nachhaltigen Landwirtschaft

Heute haben der EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs und der Präsident des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), Kanayo F. Nwanze, in Brüssel eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um die Zusammenarbeit zwischen der EU und dem IFAD im Bereich der Landwirtschaft weiter zu verstärken.

Im Rahmen dieser vertieften Partnerschaft werden die EU und der IFAD gemeinsam Herausforderungen in den Bereichen nachhaltige Landwirtschaft sowie Ernährungssicherheit und Nährstoffversorgung angehen, um die Armut in ländlichen Gebieten in Entwicklungsländern zu verringern. Priorität haben dabei die Entwicklung von Technologien zur nachhaltigen Intensivierung der Landwirtschaft (d. h. die Steigerung der Produktion durch effizientere Nutzung der Ressourcen) und die Förderung innovativer ländlicher Finanzierungsmechanismen (wie z. B. öffentlich-private Finanzierungslösungen), die vor allem Kleinbauern, ob Männer oder Frauen, zugute kommen. Weitere Schwerpunkte sind die Unterstützung der Kleinbauern bei der Anpassung an den Klimawandel und die Gewährleistung eines gerechten Zugangs zu Landbesitz. Ein Beispiel für diese Partnerschaft ist das Support to Farmers’ Organisations in Africa Programme, das von der EU (5 Mio. EUR) und dem IFAD (1,5 Mio. EUR) kofinanziert wurde. Dieses Programm hat dazu beigetragen, landwirtschaftliche Organisationen zu stärken und deren Einflussnahme auf die Politik zu erhöhen, so dass die Bedürfnisse der Kleinbauern stärker berücksichtigt werden. Zurzeit wird ein Folgeprogramm (Farmers Africa) entwickelt, das von der EU mit Finanzmitteln in Höhe von 26,9 Mio. EUR ausgestattet werden und an die bisherigen Ergebnisse anknüpfen soll.

Kommissar Piebalgs erklärte: „Da die Nahrungsmittelproduktion bis 2025 verdoppelt werden muss, stehen wir weltweit von einer enormen Herausforderung, der wir nur begegnen können, indem wir hinreichend in die Landwirtschaft investieren. Die Landwirtschaft ist auch eine grundlegende Voraussetzung für integratives Wachstum, wie wir in unserer Agenda für den Wandel erklärt haben. Ich freue mich daher sehr, dass wir uns partnerschaftlich dafür einsetzen werden. Mit vereinten Kräften ist es leichter, eine nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft aufzubauen und die Widerstandsfähigkeit der Entwicklungsländer zu stärken.“

Präsident Nwanze erklärte: „Partnerschaft hat schon immer im Mittelpunkt des Geschäftsmodells des IFAD gestanden. Die Europäische Union ist in den vergangenen Jahren ein starker Partner für uns gewesen, zum Beispiel im Bereich der Agrarforschung und im Rahmen der Nahrungsmittelfazilität. Der IFAD hat schon seit langem erkannt, dass die Frauen und Männer in ländlichen Gebieten, wenn sie mit den nötigen Produktionsfaktoren unterstützt werden und ihnen Eigenverantwortung übertragen wird, zu Triebkräften eines nachhaltigen und dauerhaften Wandels werden können. Die heute unterzeichnete Absichtserklärung ist ein konkreter Schritt zur Intensivierung unserer gemeinsamen Bemühungen, um die nötigen Bedingungen zu schaffen, damit die arme ländliche Bevölkerung nicht nur sich selbst ernähren, sondern auch zur Versorgung der über 9 Milliarden Menschen, die bis 2050 auf unserem Planeten leben werden, beitragen kann.“

Hintergrund

Der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) hilft der armen Landbevölkerung, mehr Nahrungsmittel anzubauen und zu verkaufen, ihre Einkommen zu steigern und die Richtung ihres eigenen Lebens zu bestimmen. Seit 1978 hat der IFAD im Rahmen von Projekten, die etwa 400 Millionen Menschen ermöglicht haben, den Weg aus der Armut zu finden, fast 14 Mrd. USD in Zuschüsse und zinsvergünstigten Darlehen für Entwicklungsländer investiert und damit zur Schaffung dynamischer ländlicher Gemeinschaften beigetragen.

Der IFAD ist ein internationales Finanzinstitut und eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Rom, wo auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ansässig ist.

Der Fonds ist eine einzigartige Partnerschaft von 168 Mitgliedern aus der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC), anderen Entwicklungsländern und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Am 27. Juni 2011 unterzeichneten der EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs und die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, Kristalina Georgieva, eine Absichtserklärung über die programmatische Zusammenarbeit im Bereich Ernährungssicherheit und Nährstoffversorgung mit den Vorsitzenden der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), des IFAD und des Welternährungsprogramms (WFP), um die Zusammenarbeit zwischen der EU und diesen in Rom ansässigen Organisationen auszubauen. Die heutige Absichtserklärung ist eine direkte Folgemaßnahme zu dieser Initiative.

Die Europäische Kommission investiert jedes Jahr rund 1 Mrd. EUR in die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit und Nährstoffversorgung. Sie hat sich dazu verpflichtet, die Zahl der Kinder mit Wachstumsschäden (Kinder, deren Wachstum und Entwicklung infolge des mangelnden Zugangs zu geeigneten Nahrungsmitteln gehemmt worden ist) bis 2025 durch ihre Entwicklungsprogramme um mindestens 7 Millionen zu verringern.

Die EU ist der Überzeugung, dass ein Teil der Lösung für die Herausforderungen in den Bereichen Ernährungssicherheit und Nährstoffversorgung darin besteht, den Ländern – insbesondere in Afrika – dabei zu helfen, ihr Potenzial zur Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion zu nutzen. Das Wachstum in der Landwirtschaft ist für die Bekämpfung von Hunger und Armut unabdingbar.

Weitere Informationen:

Website des EU-Kommissars für Entwicklung Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_de.htm

IFAD-Website:

http://www.ifad.org

Kontakt:

Catherine Ray (+32 229-69921)

Wojtek Talko (+32 229-78551)

David Florentin Paqui (+39 0 654592213 / +39 3 357516406)


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