Navigation path

Left navigation

Additional tools

Digitale Agenda: EU-gefördertes Projekt soll Selbstbedienungsautomaten besser zugänglich machen

European Commission - IP/11/992   30/08/2011

Other available languages: EN FR DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL BG RO

Europäische Kommission – Pressemitteilung

Digitale Agenda: EU-gefördertes Projekt soll Selbstbedienungsautomaten besser zugänglich machen

Brüssel, den 30. August 2011 – Durch ein von der EU gefördertes Vorhaben soll die Zugänglichkeit von Selbstbedienungsterminals, z. B. Ticketautomaten, Informationsschalter und Geldautomaten, für Menschen mit Behinderungen (jeder sechste Europäer) und ältere Menschen (87 Millionen Europäer sind über 65) verbessert werden. Einer EU-Studie zufolge verfügen nur 38 % der Bankautomaten in der EU über eine Sprachausgabe für behinderte Kunden, weit weniger als in den USA (61 %) und Kanada, wo fast alle Automaten entsprechend ausgerüstet sind. Mit 3,41 Mio. EUR finanziert die Europäische Kommission die Hälfte des Projekts „APSIS4All“, dessen Ziel die Konzeption und Validierung personalisierter Schnittstellen ist, u. a. durch berührungslose Chipkarten, um die bestehenden Zugangsbarrieren zu überwinden. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. Erste Testläufe finden ab September 2011 an Geldautomaten in Barcelona sowie ab Januar 2012 an Fahrkartenautomaten in Paderborn statt.

Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission, sagte hierzu: „Selbstbedienungsautomaten sind weit verbreitet und es werden ständig mehr. Die Bedienung vieler dieser Automaten ist allerdings für behinderte oder manche ältere Menschen schwierig, die somit den betreffenden Dienst nicht nutzen können.“

Im Rahmen von APSIS4All sollen unter realen Bedingungen neuartige, personalisierte Schnittstellen konzipiert und validiert werden, mit denen die bestehenden Zugangsbarrieren überwunden werden können. In der ersten Projektphase werden Informationen von etwa 3000 Nutzern gesammelt, die die verschiedenen Automaten erproben, damit die Schnittstellen an ihre Bedürfnisse und persönlichen Vorlieben angepasst werden können. Die Tests beginnen am 1. September an 65 Bankautomaten der Caixa in Barcelona sowie am 1. Januar 2012 an 24 Ticketautomaten, die im nordrhein-westfälischen Paderborn von der Firma Höft & Wessel AG betrieben werden.

Ziel des Projekts ist es, einen einheitlichen Rahmen vorzuschlagen, der dazu beiträgt, dass Zugänglichkeitsstandards von der Geldautomatenbranche und den Dienstleistungsunternehmen in verstärktem Maße übernommen werden. Selbstbedienungsterminals könnten so einem breiten Nutzerkreis zugänglicher gemacht werden, beispielsweise Menschen, die sich mit der Technik nicht auskennen, Personen mit Leseproblemen, Reisende, die die Landessprache nicht beherrschen, oder auch Personen, die einfach nur ihre Lesebrille vergessen haben. Schwerpunkt von APSI4All sind hochmoderne multimodale Interaktionstechnologien wie Near Field Communication (NFC) für den drahtlosen Datenaustausch über sehr kurze Strecken. Bei den Tests können beispielsweise programmierte Chipkarten eingesetzt werden, auf denen die persönlichen Vorlieben des Nutzers gespeichert sind. Führt dieser seine Karte in die Nähe eines Bankautomaten, werden dessen Einstellungen (z. B. Schriftgröße und Sprachauswahl) umgehend an die Bedürfnisse des Kunden angepasst. Andere mögliche Schnittstellen sind beispielsweise mit Zugangsfunktionen ausgestattete Mobiltelefone, mit denen Kunden im Internet Fahrkarten kaufen und anschließend am Ticketautomaten mit Hilfe eines auf das Handy gesendeten Sicherheitscodes bezahlen können.

Hintergrund

In der EU gibt es Hunderttausende von Selbstbedienungsautomaten, darunter Fahrkartenautomaten für den öffentlichen Personenverkehr und mindestens 425 000 Geldautomaten. Um ihre Benutzung zu vereinfachen, sind auf dem Markt verschiedene technische Lösungen verfügbar, u. a. für Rollstuhlfahrer erreichbare Tastenfelder, Braille-Tasten oder Sprachausgabe über Lautsprecher für Sehbehinderte. Häufig sind diese grundlegenden Funktionen aber schlicht nicht verfügbar oder werden nicht genutzt, da ihre Aktivierung zu kompliziert ist. In der Europäischen Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010-2020 der Kommission heißt es, dass „Zugänglichkeit eine Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben“ ist.

APSIS4All wird aus dem IKT-Teil des Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation der Europäischen Union kofinanziert.

Weitere Informationen

Pilotversuch zu APSIS4All (Accessible Personalised Services in PDTs for All): http://www.apsis4all.eu

Einzelheiten zu dem Projekt: http://ec.europa.eu/information_society/apps/projects/factsheet/index.cfm?project_ref=270977

Studie „Monitoring eAccessibility in Europe“: http://www.eaccessibility-monitoring.eu

Website zur Digitalen Agenda:

http://ec.europa.eu/information_society/digital-agenda/index_en.htm

Website von Neelie Kroes: http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/kroes/

Neelie Kroes auf Twitter: http://twitter.com/neeliekroeseu

Ansprechpartner:

Jonathan Todd (+32 2 299 41 07)

Linda Cain (+32 2 299 90 19)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website