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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Von der EU mitfinanziertes Roma-Filmprojekt gewinnt Journalismuspreis

Brüssel, den 24. August 2011 – Ein von der Europäischen Union mitfinanziertes Filmprojekt zur Bekämpfung von Vorurteilen gegen Roma hat einen renommierten Preis der Society of Professional Journalists, einem US-amerikanischen Journalistenverband, gewonnen. Das Projekt "Colorful but Colorblind" brachte Roma- und Nicht-Roma-Journalisten in Kontakt. Gemeinsam produzierten sie 25 Kurzfilme, in denen die Geschichte von in Mittel- und Osteuropa lebenden Roma erzählt wird. Das Projekt zielte darauf ab, einen tiefgründigeren Einblick in das Leben der Roma zu erhalten und Roma-Journalisten besser in die Produktion von Massenmedien einzubinden. Ein weiteres Ziel bestand darin, den interkulturellen Dialog und das gegenseitige Verständnis der Journalisten zu fördern. Das Projekt wurde mit dem Preis Sigma Delta Chi Award für herausragende journalistische Leistungen im Bereich der digitalen Medien ausgezeichnet.

„Ich bin stolz darauf, dass ein von der EU finanziertes Projekt zur Bekämpfung alter Vorurteile gegen Roma jenseits des Atlantiks Anerkennung gefunden hat. Dies beweist, dass sich das beispiellose Engagement und die großen Anstrengungen der Europäischen Union zur Förderung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Integration der Roma ausgezahlt haben“, erklärte Viviane Reding, Vizepräsidentin der EU-Kommission und Justiz-Kommissarin. „Roma tragen in ganz Europa zum sozialen und kulturellen Leben bei und es freut mich, dass ihr Beitrag durch das Projekt 'Colorful but Colorblind' anerkannt wird.

Die meisten Roma in Europa sind mit ständiger Armut, sozialer Ausgrenzung und Diskrimination konfrontiert. Infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich ihre Lage weiter zugespitzt. Möglicherweise werden die Probleme der Roma durch Vorurteile begünstigt, die wiederum durch eine unausgeglichene Medienberichterstattung gefördert werden können. Das Projekt ‘Colorful but Colorblind’ sollte dazu beitragen, in der Berichterstattung über Minderheiten durch den kreativen Einsatz von Multimedien mit den Vorurteilen gegen Roma aufzuräumen. Im Rahmen des Projekts erfuhren die 50 teilnehmenden Roma- und Nicht-Roma-Journalisten in Zusammenarbeit mit Experten, wie man in den Multimedien eine Geschichte in Szene setzt.

Die Kurzfilme wurden vor allem in Bulgarien, der Tschechischen Republik, Ungarn, Rumänien und der Slowakei gedreht, also in Ländern mit großen Roma-Gemeinschaften. Das Projekt erhielt aus dem EU-Programm „Grundrechte und Unionsbürgerschaft“ finanzielle Unterstützung in Höhe von 303 040 EUR.

Hintergrund

Die zehn bis zwölf Millionen in Europa lebenden Roma sind noch immer mit Diskriminierung und Ausgrenzung konfrontiert oder werden an der Ausübung ihrer Rechte gehindert. Für die Mitgliedstaaten bedeutet dies weniger Einnahmen und Produktivitätsverluste, da möglicherweise potenzielle Talente vergeudet werden. Eine bessere wirtschaftliche und soziale Integration ist daher dringend nötig, jedoch bedarf es einer konzertierten Aktion auf allen Ebenen, um die vielfältigen Ursachen der Ausgrenzung zu beseitigen.

Für viele der Bereiche, in denen die Integration der Roma verbessert werden muss (z. B. Bildung, Beschäftigung, Gesundheitsfürsorge und Wohnraum), liegt die Zuständigkeit in erster Linie auf nationaler oder regionaler Ebene. Dennoch kommt der EU bei der Koordination der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten eine bedeutende Rolle zu. Am 5. April 2011 legte die Kommission einen Vorschlag für einen EU-Rahmen für nationale Strategien zur Integration der Roma vor (IP11/400, MEMO/11/216). Er beruht auf vier Säulen: Zugang zu Bildung, Beschäftigung, Gesundheitsfürsorge und Wohnraum. Die Mitgliedstaaten sollen sich selbst, je nach Größe ihrer Roma-Bevölkerung und dem aktuellen Stand ihrer Eingliederungspolitik, Integrationsziele setzen. Der EU-Rahmen soll als Richtschnur für die einzelstaatlichen Roma-Integrationskonzepte dienen und die Grundlage für die Bereitstellung von EU-Mitteln zur Unterstützung der Integrationsbestrebungen bilden.

Am 24. Juni 2011 haben die Staats- und Regierungschefs der EU den EU-Rahmen für nationale Strategien zur Integration der Roma gebilligt (IP/11/789). Jeder Mitgliedstaat muss bis Ende 2011 seine Integrationsstrategien vorlegen und angeben, wie die von der EU festgelegten allgemeinen Integrationsziele erreicht werden sollen. Anschließend wird die Kommission die nationalen Strategien bewerten und dem Europäischen Parlament sowie dem Rat im Frühjahr 2012 über die Fortschritte Bericht erstatten. Dieser Prozess wird in Zukunft jährlich stattfinden, so dass die Fortschritte hinsichtlich des EU-Rahmens in jedem Mitgliedstaat regelmäßig nachverfolgt werden können.

Weitere Informationen:

Europäische Kommission, Roma:

http://ec.europa.eu/roma

Homepage von Vizepräsidentin und EU-Justizkommissarin Viviane Reding

http://ec.europa.eu/reding

Kontakt:

Matthew Newman (+32 2 296 24 06)

Mina Andreeva (+32 2 299 13 82)


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