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1,4 Mio. EUR aus dem EU-Globalisierungsfonds für 680 entlassene Arbeitskräfte in der portugiesischen Schuhindustrie

Commission Européenne - IP/11/964   17/08/2011

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

1,4 Mio. EUR aus dem EU-Globalisierungsfonds für 680 entlassene Arbeitskräfte in der portugiesischen Schuhindustrie

Brüssel, 17. August 2011 – Die Europäische Kommission hat einen Antrag Portugals auf Unterstützung aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) genehmigt. Mit 1,4 Mio. EUR sollen 680 entlassene Arbeitskräfte der Schuhindustrie bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz unterstützt werden. Die Kommission schlägt nun dem Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union vor, die entsprechenden Haushaltsmittel bereitzustellen.

Bei der Präsentation des Vorschlags erklärte László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration: „Der EGF ist ein wirksames Finanzinstrument der EU, das die Folgen von Massenentlassungen abmildern kann. Die portugiesische Schuhindustrie wurde von Veränderungen des Welthandelsgefüges und von der Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahre besonders hart getroffen. Mit dem heutigen Beschluss soll den früheren Beschäftigten der Firma Rohde durch geeignete Schulungen der Weg zu neuen Arbeitsplätzen geebnet werden.“

Der portugiesische Antrag bezieht sich auf 974 Entlassungen beim Schuhhersteller Rohde – Sociedade Industrial de Calçado Luso-Alemã, Lda.

Trotz wachsender Schwierigkeiten wegen des zunehmenden Wettbewerbs durch – hauptsächlich asiatische – Schuhhersteller konnte die Firma Rohde ihre Marktposition zunächst halten. Doch die Lage bei Rohde verschlechterte sich wegen des Rückgangs der Verkaufszahlen und der gesunkenen Investitionsfähigkeit aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise. Diese Umstände wirkten sich, zusammen mit den rückläufigen Bestellungen aus dem Mutterunternehmen in Schwalmstadt (Deutschland), negativ auf das Rohde-Werk in Santa Maria da Feira (Portugal) aus, so dass im September 2009 das Insolvenzverfahren eingeleitet werden musste. Das Werk wurde geschlossen, die Beschäftigten wurden entlassen.

Davon betroffen ist in erster Linie die Gemeinde Santa Maria Da Feira, wo Rohde seinen Sitz hatte. Die Entlassungen wirken sich aber auch auf die Nachbargemeinde Ovar aus. Die Gemeinden liegen in den Regionen Norte und Centro. Durch das Wegfallen der Arbeitsplätze bei Rohde kommen zu den Arbeitsuchenden in den beiden Regionen – deren Arbeitslosenquoten schon vorher über dem Landesdurchschnitt lagen – fast 1000 hinzu. Beiden Regionen wurde bereits im Juni 2009 Unterstützung aus dem EGF zugesprochen (siehe IP/09/998), der Region Norte noch einmal im September 2010 (siehe IP/10/1089).

Das EGF-Unterstützungspaket für die ehemaligen Beschäftigten von Rohde – Sociedade Industrial de Calçado Luso-Alemã, Lda, umfasst Kompetenzermittlung, Schulungen, Zuschüsse für Ausbildungsmaßnahmen auf persönliche Initiative, Unterstützung angehender Unternehmer bzw. bei der Unternehmensgründung, Unterstützung bei der eigenständigen Arbeitsuche und Einstellungsanreize. Die Gesamtkosten des Pakets werden mit 2,23 Mio. EUR veranschlagt; der Europäische Fond für die Anpassung an die Globalisierung wurde dazu um einen Finanzbeitrag in Höhe von 1,44 Mio. EUR ersucht. Von der Unterstützung des EGF werden 680 der 974 entlassenen Arbeitskräfte profitieren.

Hintergrund

Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Januar 2007 gingen 78 Anträge über insgesamt rund 355 Mio. EUR zur Unterstützung von fast 76 000 Arbeitskräften ein. Inzwischen werden EGF-Anträge für immer mehr Branchen und von immer mehr Mitgliedstaaten eingereicht.

Die Anträge betrafen die folgenden 25 Branchen: Automobilindustrie (Belgien, Deutschland, Frankreich, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Spanien); Textilien (Belgien, Italien, Litauen, Portugal, Spanien); Bekleidung (Litauen, Malta, Slowenien, Spanien); Hochbau (Irland, Italien, Litauen, Niederlande, Spanien); spezialisierte Bautätigkeiten (Irland); Architektur- und Ingenieurtätigkeiten (Irland); Maschinen und Ausrüstungen (Dänemark, Deutschland, Polen); Druckindustrie (Niederlande); elektronische Ausrüstung (Niederlande, Österreich, Portugal); Einzelhandel (Griechenland, Spanien, Tschechische Republik); Mobiltelefone (Deutschland, Finnland); Metallerzeugung (Bulgarien, Österreich); Haushaltsgeräte (Italien, Litauen); Computer (Irland); Schiffbau (Dänemark); Möbel (Litauen); Konstruktionsteile und Ausbauelemente aus Holz (Spanien); Keramik (Spanien); Steine/Marmor (Spanien); Kristallglas (Irland); Schuhherstellung (Portugal); Verlagsgewerbe (Niederlande); Großhandel (Niederlande); Instandhaltung von Luftfahrzeugen (Irland); Straßenverkehr (Österreich).

Der EGF wurde auf Vorschlag von Präsident Barroso Ende 2006 vom Europäischen Parlament und vom Rat eingerichtet und soll Arbeitskräfte unterstützen, die aufgrund der Folgen der Globalisierung ihren Arbeitsplatz verlieren. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert und die Rolle des Fonds als Instrument für frühzeitiges Eingreifen gestärkt. Der EGF ist Teil der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die seit dem 1. Mai 2009 gestellt wurden.

Die Kommission empfiehlt in ihrem Vorschlag für den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen, die EU solle auch in Zukunft durch den EGF ihre Solidarität mit entlassenen Arbeitskräften und den von Massenentlassungen betroffenen Regionen zum Ausdruck bringen.

Weitere Informationen

Website des EGF

Video News:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration:

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de

Kontakt:

Cristina Arigho (+32 229-85399)

Maria Javorova (+32 229-98903)


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