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Freizeitboote werden sicherer und umweltfreundlicher

European Commission - IP/11/927   26/07/2011

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Freizeitboote werden sicherer und umweltfreundlicher

Brüssel, 28. Juli 2011 – Die Europäische Kommission hat heute eine neue Richtlinie vorgeschlagen, um die von Jetskis und anderen Freizeitbooten ausgehende Belastung europäischer Gewässer zu verringern. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Seen und Meeresküsten durch die Stickoxidmengen, die von den rund sechs Millionen Jetskis und anderen Freizeitbooten in der EU ausgestoßen werden, bisweilen stark verschmutzt werden. Im Rahmen der vorgeschlagenen Überarbeitung der Sportboote-Richtlinie werden für neue Sportboote strengere Grenzwerte für Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Partikel gesetzt. Mit dem heutigen Vorschlag wird auch die Marktaufsicht verbessert, beispielsweise durch Aktualisierung der Vorschriften für die CE-Kennzeichnung1. Die Mitgliedstaaten müssen künftig dafür sorgen, dass sowohl an den Außengrenzen als auch innerhalb der EU ausreichende Kontrollen durchgeführt werden (wozu auch Inspektionen bei den Unternehmen selbst gehören). So wird gewährleistet, dass vorschriftswidrige Sportboote unverzüglich verboten und konfisziert werden. Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum, erklärte dazu: „Wenn Sportboote umweltverträglicher werden, so nützt dies nicht nur unserer Gesundheit und der Erhaltung der Meeresumwelt, sondern wir verbessern auf diese Weise auch die Qualität unserer Urlaubsorte und schaffen Arbeitsplätze in der Tourismusbranche. Außerdem werden die Hersteller von Sportbooten Kosten einsparen und wettbewerbsfähiger werden, denn künftig werden sie den Weltmarkt mit einer einzigen Produktlinie abdecken können.“

Hintergrund

Die Sportboote-Richtlinie (94/25/EG) gilt für nicht gewerblich genutzte Sportboote (Motorboote, Segelboote usw.) und Wassermotorräder (Jetskis) sowie deren Motoren und Bauteile. In ihr sind die Sicherheitsanforderungen festgelegt, die die Hersteller bei Entwurf und Herstellung von Sportbooten beachten müssen, sowie die Grenzwerte für Abgas‑ und Geräuschemissionen von Antriebsmotoren für Wasserfahrzeuge. Außerdem enthält sie die entsprechenden Verfahren zum Nachweis der Übereinstimmung von Produkten mit den Anforderungen sowie Vorschriften zur Anbringung der CE-Kennzeichnung.

Die Hersteller und Importeure von Booten müssen die wesentlichen Sicherheitsanforderungen für Boote sowie strengere Grenzwerte für Abgas‑ und Geräuschemissionen von Antriebsmotoren für Wasserfahrzeuge einhalten, wenn sie ihre Erzeugnisse auf dem EU-Markt absetzen möchten. In der überarbeiteten Richtlinie ist vorgesehen, dass die Antriebsmotoren so ausgelegt und gebaut werden müssen, dass der Ausstoß von Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden um 20 % und der von Partikeln um 34 % gesenkt wird.

Eine bessere Marktaufsicht ist nötig, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu garantieren. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, werden künftig strengere Anforderungen an Hersteller, Importeure und Verteiler gestellt. Auf diese Weise soll für eine bessere Einhaltung der seit dem 1. Januar 2010 geltenden neuen Anforderungen an die Marktaufsicht2 gesorgt werden. Auch die Auflagen für private Importeure wurden verschärft, da Sportboote recht häufig von Einzelpersonen für den Privatgebrauch aus Drittländern in die EU eingeführt werden.

Mit dem heutigen Vorschlag werden ferner einige Sicherheitsvorschriften präzisiert. So müssen neue bewohnbare Mehrkörperboote so ausgelegt sein, dass sie nicht kippen können oder dass sie über ausreichenden Auftrieb verfügen, damit sie auch dann schwimmfähig bleiben, wenn sie kieloben liegen.

Darüber hinaus kommt es zu einer Vereinfachung der Rechtsvorschriften und zu einer Harmonisierung der technischen Vorschriften mit den wichtigsten Handelspartnern der EU. Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hersteller gestärkt, und diese werden Kosten, vor allem für die Entwicklung, Herstellung und Zertifizierung von Sportbooten, einsparen, denn künftig brauchen sie nicht mehr zwei getrennte Produktionslinien aufrechtzuerhalten.

Zugleich gilt es dabei, die schwache Position der kleinen und mittleren Unternehmen zu berücksichtigen, da sich der Sportbootesektor zu 97 % aus solchen Unternehmen zusammensetzt. Hersteller kleiner Mengen erhalten deshalb eine längere Frist bis zur Einhaltung der neuen Emissionsgrenzwerte.

Der Sportbootesektor ist sowohl in der EU als auch in den USA stark: Die überwiegende Mehrzahl der Hersteller von Sportbooten ist auf den Märkten der EU und der USA tätig. In diesen Gebieten werden zwei Drittel der weltweit verkauften Wassersportmotoren hergestellt. Derzeit sind die US-Vorschriften für die diesbezüglichen Abgasemissionen strenger als die der EU. Einige EU-Mitgliedstaaten haben auf nationaler Ebene Maßnahmen zur Verringerung des Schadstoffausstoßes der Boote getroffen, indem sie Geschwindigkeitsbegrenzungen festgelegt oder die Benutzung von Sportbooten in bestimmten Gebieten verboten haben. Im Hinblick auf einen besseren Umweltschutz, die Gewährleistung eines globalen Marktes für Sportboote und die Vermeidung einzelner nationaler Maßnahmen, die zu einer Fragmentierung des Binnenmarktes führen würden, wurde es als erforderlich angesehen, die Vorschriften für Abgasemissionen auf EU-Ebene zu verschärfen.

In Europa sind etwa 6 Millionen Sportboote in Gebrauch. Der Sektor Sportboote besteht europaweit aus etwa 37 000 Unternehmen und umfasst ganz unterschiedliche Bereiche wie Jachthäfen, Bootsbauer, Hersteller von Motoren oder Schiffsausrüstungen, Schiffsvermietung, Segelschulen, Anwälte für Seerecht, Versicherungsmakler usw. In dem sich allmählich von der Wirtschaftskrise erholenden Sektor sind derzeit rund 272 000 Arbeitnehmer direkt beschäftigt.

Weitere Informationen

Siehe MEMO/11/542

http://ec.europa.eu/enterprise/sectors/maritime/recreational-craft/index_de.htm

Kontakt:

Carlo Corazza (+32 229-51752)

Andrea Maresi (+32 229-90403)

1 :

CE-Kennzeichnung

2 :

New Legislative Framework for marketing of products (nur Englisch)


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