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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Umwelt: strengere Auflagen für industrielle Nutzung von Kreosot

Brüssel, den 26. Juli 2011 – Für die industrielle Nutzung von Kreosot – einer giftigen Chemikalie, die für die Behandlung von hölzernen Bahnschwellen, Leitungsmasten und Zäunen verwendet wird – gelten nach einer Verschärfung der Vorschriften durch die Kommission ab dem 1. Mai 2013 strengeren Auflagen. Der krebserregende Stoff Kreosot darf in der EU nicht mehr in Verkehr gebracht werden, es sei denn, ein Unternehmen erhält die Genehmigung dazu. Verbraucher dürfen Kreosot seit 2003 nicht mehr verwenden.

Der neue Beschluss der Kommission, durch den die Biozid-Richtlinie geändert wird, geht auf eine Risikobewertung der Auswirkungen von Kreosot auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt zurück. Kreosot ist in jeder Form krebserregend, und es bestehen erhebliche ökologische Risiken, wenn mit Kreosot behandeltes Holz direkt mit dem Erdreich oder Wasser in Kontakt kommt.

Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte: „Der heutige Beschluss wird die Umwelt für alle Menschen sicherer machen. Einige Anwendungen von Kreosot werden fortgesetzt, aber durch diese Auflagen wird gewährleistet, dass die Sicherheit immer an erster Stelle steht. Die Industrie sollte nun ihre Bemühungen verstärken, brauchbare, weniger umweltschädliche Alternativen zu finden.“

Das industrielle Holzschutzmittel Kreosot wird seit über 100 Jahren verwendet. Allerdings wächst die Besorgnis über seine Toxizität. Kreosot ist ein komplexes Gemisch aus hunderten von verschiedenen Verbindungen, einschließlich bi- und polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK), die sehr schädlich für die Umwelt sind und ein nicht hinnehmbares Risiko für zukünftige Generationen darstellen.

Eisenbahnunternehmen setzen nach wie vor häufig mit Kreosot behandelte Holzschwellen ein, vor allem in ländlichen Gebieten oder an Orten, die schwer zu erreichen sind. Auch bei hölzernen Strom- und Telefonmasten ist der Stoff weit verbreitet. Des Weiteren findet mit Kreosot behandeltes Holz auf dem Markt für Umzäunungen in Landwirtschaft und Industrie großen Absatz.

Nach Lebenszyklusanalysen gibt es in bestimmten Fällen keine angemessenen Alternativen. Dementsprechend können die Mitgliedstaaten das Inverkehrbringen für klar definierte Anwendungen genehmigen, für die keine weniger umweltschädlichen Alternativen zur Verfügung stehen. In solchen Fällen gelten strenge Bedingungen, einschließlich Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer während der Behandlung des Holzes und des Umgangs mit behandeltem Holz. Die Konsultation der Interessenvertreter im Rahmen der Entscheidungsfindung zeigte, dass die Nutzung von Kreosot für bestimmte Anwendungen erhebliche volkswirtschaftliche Vorteile hat.

Nächste Schritte

Die Mitgliedstaaten müssen die nationalen Gesetze zur Umsetzung dieser Rechtsvorschriften bis spätestens 30. April 2012 erlassen und veröffentlichen. Die Vorschriften gelten ab dem 1. Mai 2013.

Hintergrund

Bei dem heutigen Beschluss handelt es sich um eine Änderung der Biozid-Richtlinie, durch die Kreosot zur Liste der Wirkstoffe mit auf Gemeinschaftsebene vereinbarten Anforderungen zur Verwendung in Biozid-Produkten in Anhang 1 hinzugefügt wird. Die Biozid-Richtlinie zielt darauf ab, den europäischen Markt für Biozid-Produkte und ihre Wirkstoffe zu harmonisieren, um ein hohes Maß an Schutz für Mensch, Tier und Umwelt zu erreichen.

Weitere Informationen

http://ec.europa.eu/environment/biocides/index.htm

http://ec.europa.eu/environment/biocides/creosote.htm

Kontaktpersonen:

Joe Hennon (+32 229-53593)

Monica Westeren (+32 229-91830)


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