Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

4,3 Mio. EUR aus dem EU-Globalisierungsfonds für 778 entlassene Arbeitskräfte der deutschen Kfz-Branche

Commission Européenne - IP/11/914   20/07/2011

Autres langues disponibles: FR EN

Europäische Kommission – Pressemitteilung

4,3 Mio. EUR aus dem EU-Globalisierungsfonds für 778 entlassene Arbeitskräfte der deutschen Kfz-Branche

Brüssel, 15. Juli 2011 – Die Europäische Kommission hat heute einen Antrag Deutschlands auf Unterstützung aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) genehmigt. Die von den deutschen Behörden beantragten 4,3 Mio. EUR werden 778 entlassenen Arbeitskräften dabei helfen, wieder einen Arbeitsplatz zu finden. Abgebaut wurden die Stellen in der Kfz-Branche, da die Nachfrage nach neuen Kraftfahrzeugen in der EU mit Beginn der Wirtschaftsflaute zurückging. Der Antrag wird nun dem Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union zur Entscheidung vorgelegt.

„Der Automobilbranche machen die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders stark zu schaffen. Die heutige Entscheidung trägt dazu bei, den entlassenen Arbeitskräften mit Schulungen und Unterstützung beim Erwerb neuer Fertigkeiten den Wiedereinstieg zu erleichtern“, so László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration. Er fügte hinzu, die dank des EGF angebotenen Schulungen würden den Arbeitskräften dabei helfen, „ihre Kompetenzen an die Anforderungen der ‚grünen‘ Innovation in der Kfz-Industrie und anderen Branchen anzupassen, so dass ihnen der Übergang in eine neue Stelle leichter fällt.“

Der deutsche Antrag führt 778 Entlassungen bei fünf Zulieferern von Kfz-Teilen an. Die Entlassungen erfolgten aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise, da die Nachfrage nach neuen Kraftfahrzeugen erheblich zurückging. Damit folgte die EU dem weltweit beobachteten Trend – im Vergleich zum Jahr 2008 ging die Nachfrage nach neuen Autos 2009 um 5,6 % zurück. Angesichts dieses plötzlichen Nachfragerückgangs fuhren die Kfz-Hersteller ihre Produktion noch deutlicher zurück. Im Jahr 2009 sank die Kfz-Herstellung in der EU im Vergleich zum Jahr 2008 um 17 % und im Vergleich zum Jahr 2007 um 23 %. Dieser Abwärtstrend setzte sich 2010 fort. In den ersten drei Quartalen 2010 wurden in der EU 14 % weniger Fahrzeuge gebaut als im gleichen Zeitraum 2008.

Die Zulieferer wurden bereits seit einiger Zeit von den Kfz-Herstellern unter Druck gesetzt, ihre Margen zu reduzieren. Infolge des plötzlichen Einbruchs bei der Nachfrage nach Autos im Jahr 2009 wurde die Produktionskapazität erheblich gesenkt, und auch die Einnahmen der Zulieferer der Automobilbranche gingen erheblich zurück. Die Zulieferer wurden somit noch härter als ihre Auftraggeber getroffen.

Das EGF-Unterstützungspaket für die 778 entlassenen Arbeitskräfte aus der Kfz-Branche wird diesen dabei helfen, eine neue Arbeitsstelle zu finden, denn es bietet Qualifizierungsmaßnahmen, internationale und nationale Arbeitsmarktberatung, vertiefte Existenzgründungsberatung, Workshops und Peergroups, Stellenresearch, Beratung und Betreuung bei Arbeitsaufname und bei Arbeitslosigkeit, einen Aktivierungszuschuss und Beihilfen für die Arbeitsuche. Die Gesamtkosten für das Maßnahmenpaket werden auf 6,7 Mio. EUR geschätzt; davon soll die Europäische Union 4,3 Mio. EUR aus dem EGF beisteuern.

Hintergrund

Von den Entlassungen vornehmlich betroffen ist das Land Nordrhein-Westfalen, insbesondere die Regierungsbezirke Arnsberg und Düsseldorf. 554 der 778 in diesem Antrag abgedeckten Entlassungen entfielen auf den Regierungsbezirk Arnsberg, 224 auf den Regierungsbezirk Düsseldorf. Als Region mit hauptsächlich exportorientierten Wirtschaftszweigen wie Automobil- und Metallindustrie oder Maschinenbau wurde Arnsberg schwer von der Krise getroffen. Auf die Arnsberger Beschäftigungsquote hatten bereits die Entlassungen bei Nokia in Bochum durchgeschlagen, für die eine Finanzhilfe aus dem EGF bewilligt worden war (Antrag EGF/2009/002 DE/Nokia). Die Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Düsseldorf liegt generell über dem Durchschnittswert für Nordrhein-Westfalen und Deutschland.

Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Januar 2007 gingen 77 Anträge über insgesamt ca. 353 Mio. EUR zur Unterstützung von mehr als 75 000 Arbeitskräften ein. Die Anträge betrafen die folgenden Branchen: Kraftfahrzeuge (Frankreich, Spanien, Portugal, Polen, Österreich, Deutschland, Schweden und Belgien), Textilien (Italien, Malta, Litauen, Portugal, Spanien und Belgien), Mobiltelefone (Finnland und Deutschland), Haushaltsgeräte (Italien), Computer und elektronische Produkte (Irland, Portugal und die Niederlande), Schiffbau (Dänemark), Maschinenbau/Elektronik (Dänemark, Polen und Deutschland), Reparatur und Instandhaltung von Luft- und Raumfahrzeugen (Irland), Kristallglas (Irland), Keramik und Naturstein (Spanien), Bau (Niederlande, Italien, Irland und Litauen), Konstruktionsteile und Ausbauelemente aus Holz (Spanien), elektrische Ausrüstungen (Litauen), Druckerei- und Verlagsgewerbe (Niederlande), Möbel (Litauen), Schuhfabrikation (Portugal), Einzelhandel (Tschechische Republik, Griechenland und Spanien) und Großhandel (Niederlande). Die vorliegenden Schlussberichte über bisherige EGF-Interventionen zeigen sehr positive Ergebnisse für die Weiterbeschäftigung der unterstützten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Der EGF wurde auf Vorschlag von Präsident Barroso Ende 2006 vom Europäischen Parlament und vom Rat eingerichtet und soll Arbeitskräfte unterstützen, die aufgrund der Folgen der Globalisierung ihren Arbeitsplatz verlieren. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert und die Rolle des Fonds als Instrument für frühzeitiges Eingreifen gestärkt. Der EGF ist Teil der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die seit dem 1. Mai 2009 gestellt wurden.

Weitere Informationen

EGF-Website

Video-News:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration:

http://ec.europa.eu/social/e-newsletter

Kontakt:

Cristina Arigho (+32 229-85399)

Maria Javorova (+32 229-98903)


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site