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Neue EU-Vorschriften zur Verbesserung der Spielzeugsicherheit

European Commission - IP/11/908   20/07/2011

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Neue EU-Vorschriften zur Verbesserung der Spielzeugsicherheit

Brüssel, 20. Juli 2011 – Für fehlerhafte und gefährliche Spielzeuge wird auf dem EU-Markt kein Platz mehr sein. Ab heute gelten neue EU-Vorschriften mit den weltweit strengsten Sicherheitsvorschriften1. Mit dem Inkrafttreten der neuen Spielzeugrichtlinie erhalten alle an der Herstellung, dem Verkauf und der Kontrolle von Spielzeug auf dem EU-Markt beteiligten Akteure mehr Verantwortung, damit Kinder besser geschützt werden. Erstens müssen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass die Marktüberwachungsbehörden sowohl an den Außengrenzen der EU als auch innerhalb der Union angemessene Kontrollen durchführen, unter anderem durch Vor-Ort-Besuche bei den Wirtschaftsteilnehmern, wodurch die sofortige Beschlagnahme gefährlicher Spielzeuge gewährleistet wird. Zweitens haben Hersteller, Importeure und Vertriebshändler auch mehr Pflichten. Bevor sie ein neues Spielzeug auf den Markt bringen, müssen sie dessen Gefahren und die mögliche Exposition von Kindern gegenüber diesen Gefahren in einer Sicherheitsbewertung feststellen. Schließlich sind die Hersteller auch verpflichtet, die Rückverfolgbarkeit des Spielzeugs durch Angabe von Namen und Kontaktanschrift sowie der Identifikationsnummer des Spielzeugs sicherzustellen.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum, erklärte dazu: „Die Sicherheit unserer Kinder hat oberste Priorität. Wir verfügen über die weltweit besten Rechtsvorschriften mit den strengsten Sicherheitsanforderungen. Es reicht jedoch nicht, die Vorschriften zu verbessern. Wir müssen auch dafür sorgen, dass die Mitgliedstaaten die Marktüberwachung verbessern und betrügerische Marktakteure abschrecken.“

Hintergrund

Der neue Rechtsrahmen ersetzt die alte Spielzeugsicherheitsrichtlinie von 1988. Mit der neuen Richtlinie werden zahlreiche Gebiete abgedeckt, damit gewährleistet ist, dass Spielzeug kein Gesundheits- oder Verletzungsrisiko birgt. So werden Vorschriften verschärft, die Kinder vor dem Ersticken durch Verschlucken oder Einatmen von Spielzeugen oder Spielzeugteilen schützen sollen. In Lebensmitteln enthaltenes oder zusammen mit einem Lebensmittel angebotenes Spielzeug muss gesondert verpackt sein; Spielzeug, das mit einem Lebensmittel so verbunden ist, dass das Lebensmittel erst verzehrt werden muss, bevor das Spielzeug zugänglich wird, ist verboten.

Weitere Informationen zu den neuen Sicherheitsanforderungen siehe MEMO/11/448.

Zu den auffälligsten Gefahren für die Gesundheit und Sicherheit von Kindern zählen:

  • Teile oder Stücke von Spielzeugen, die von Kindern verschluckt werden und zur Erstickung führen können; darunter in Lebensmitteln enthaltene Figuren oder Karten ohne angemessene Schutzverpackung;

  • Wickeltische oder Hochstühle, die nicht stabil genug sind und daher das Kind einklemmen können;

  • in Spielzeugen oder Babyflaschen enthaltene Phthalate (chemische Stoffe, die Plastik weicher machen), die zu ernsthaften Nieren- und Leberschädigungen führen können;

  • nachgeahmte, leicht entzündbare Figuren und Puppen, die mit nicht konformen Lacken behandelt wurden;

  • flammhemmende Stoffe in einigen Spielzeugen, die zu Veränderungen des Nervensystems, möglichen negativen Auswirkungen auf das Wachstum und dauerhaften Schädigungen des Hormonsystems führen.

Die EU-Kommission hat einen Leitfaden mit Empfehlungen für die Verbraucher erarbeitet, die darlegen, wie diese ihre Kinder vor Gefahren im Zusammenhang mit Spielzeug schützen können:

http://ec.europa.eu/enterprise/sectors/toys/files/toys-safety-brochure/w-toys-safety-brochure_de.pdf

Auf die europäische Spielzeugindustrie entfällt mehr als 25 % des Weltmarktes für Spielzeug aus. Sie ist eine stark globalisierte Branche und einer der dynamischsten Wirtschaftszweige in Europa. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit weniger als 50 Beschäftigten bilden rund 80 % des Sektors.

2009 belief sich die Gesamtproduktion von Spielzeug in der EU auf etwa 5 Mrd. EUR (Herstellerpreis); 80 % dieses Betrags wurde in Frankreich, Deutschland, Italien, Irland, Spanien, dem Vereinigten Königreich , der Tschechischen Republik und Polen erwirtschaftet.

In der EU sind fast 2 000 Hersteller im Spielzeugsektor tätig. In der Spielzeugindustrie sind EU-weit fast 100 000 Personen direkt in Produktion, Forschung und Entwicklung, Marketing, Verkauf, Vertrieb und vielen anderen Dienstleistungsbereichen beschäftigt.

2010 beliefen sich die Gesamtausfuhren von traditionellen Spielzeugen aus der EU-27 in Nicht-EU-Länder auf 1,05 Mrd. EUR (+10,2 % gegenüber 2009). Die Gesamteinfuhren traditioneller Spielzeuge aus Nicht-EU-Ländern in die EU-27 im Jahr 2010 hatten einen Wert von 6,96 Mrd. EUR (+20,3 % gegenüber 2009). Der Einzelhandelsmarkt für traditionelle Spielzeuge in der EU belief sich 2009 auf insgesamt 14 485 Mrd. EUR. Gemessen an den Einnahmen (Umsatz zu Einzelhandelspreisen einschließlich Steuern) war der europäische Spielzeugmarkt 2009 der größte der Welt. 2009 war die Sparte Spielzeug für Klein- und Vorschulkinder mit einem Marktanteil von fast 20 % in der EU führend.

Weitere Informationen zur europäischen Spielzeugindustrie siehe MEMO/11/448.

Kontakt:

Carlo Corazza (+32 229-51752)

Andrea Maresi (+32 229-90403)

1 :

Richtlinie 2009/48/EG vom 18. Juni 2009 über die Sicherheit von Spielzeug.


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