Navigation path

Left navigation

Additional tools

Euroraum-Quartalsbericht: Europäisches Semester hilft bei Bekämpfung der aktuellen Schuldenkrise

European Commission - IP/11/872   13/07/2011

Other available languages: EN FR

Europäische Kommission – Pressemitteilung

Euroraum-Quartalsbericht: Europäisches Semester hilft bei Bekämpfung der aktuellen Schuldenkrise

Brüssel, 13. Juli 2011 – Im heute veröffentlichten Quartalsbericht für den Euroraum wird vor dem Hintergrund des gerade abgeschlossenen ersten Europäischen Semesters eine Bewertung der Stabilitätsprogramme der Euroraum-Mitglieder vorgenommen. Zudem werden ein Blick auf die Qualität der nationalen finanzpolitischen Rahmenbedingungen geworfen und die wirtschaftspolitischen Anpassungsprogramme für Griechenland, Irland und Portugal erläutert. Ein weiteres Thema sind die möglichen Risiken für die aktuelle wirtschaftliche Erholung des Eurogebiets, die sich aus den gestiegenen Ölpreisen und der laufenden Korrektur der Bilanzen des Privatsektors ergeben können. Für die öffentlichen Finanzen ist in den Stabilitätsprogrammen der Euroraumländer eine signifikante, hauptsächlich ausgabenseitige Haushaltskonsolidierung in den frühen Programmjahren geplant. Trotz der in Angriff genommenen Konsolidierung und einer den Projektionen zufolge ab 2012 wieder rückläufigen Schuldenentwicklung sind damit allerdings noch nicht alle Herausforderungen aus dem Weg geräumt. Um die in den Stabilitätsprogrammen festgelegten Haushaltsziele für das Jahr 2012 erreichen zu können, müssen die Euroraumländer zusätzliche politische Maßnahmen in neue Rechtsvorschriften gießen. Nach 2014 werden gegebenenfalls noch weitere Maßnahmen benötigt, um die Kosten der Bevölkerungsalterung zu bewältigen.

Ein wichtiges Element für eine wirksamere integrierte Überwachung ist ein solider finanzpolitischer Steuerungsrahmen. Verfahren und Institutionen zur Stützung der öffentlichen Finanzen können dazu beitragen, eine umsichtige Haushaltspolitik auf Ebene der Mitgliedstaaten zu gewährleisten. Allerdings besteht in dieser Hinsicht noch in verschiedenen Euroraumländern Verbesserungsbedarf. Mehrere Länder müssen noch ein gutes Stück Weg zurücklegen, ehe sie die in dem Entwurf für eine Richtlinie über die Haushaltsrahmen der Mitgliedstaaten festgelegten Standards und die darin formulierten Mindestbenchmarks für die Einhaltung des Stabilitäts- und Wachstumspakts erreichen. Die Richtlinie ist Teil des derzeit im Rat und im Europäischen Parlament besprochenen „Sechserpacks“ legislativer Vorschläge zur Stärkung der wirtschaftspolitischen Steuerung.

In Griechenland, Irland und Portugal wurden maßgeschneiderte Programme für die wirtschaftliche Anpassung erarbeitet, um eine Rückkehr des Staats an die Kapitalmärkte zu ermöglichen, die öffentlichen Finanzen zu konsolidieren und das Wachstumspotenzial durch gezielte Strukturreformen zu steigern. In allen genannten Ländern wurden bereits wichtige Schritte für eine Konsolidierung der Haushalte eingeleitet und Strukturreformen in Angriff genommen. Das irische Programm ist zügig angelaufen, das portugiesische Programm befindet sich dagegen noch in einer frühen Phase. In Griechenland ist die Lage komplexer; hier sind noch substanzielle Fortschritte zur Stärkung des Programms erforderlich.

Die Erholung des Euroraums von der tiefen Rezession des Jahres 2009 setzt sich fort. Allerdings dürfte sich das Wachstum etwas verlangsamen und sind nicht alle Mitgliedstaaten gleichermaßen erfolgreich. Zudem ist das Szenario mit Risiken behaftet, nicht zuletzt aufgrund der Unruhen im Mittleren Osten und Nordafrika und ihrer negativen Auswirkungen auf die Ölpreise. Im Quartalsbericht werden Ölpreisschocks in Simulationen unter Verwendung des „QUEST-Modells“ der Kommission untersucht. Diese zeigen, dass die tieferen Ursachen von Ölpreisschocks die Wirtschaftstätigkeit beeinflussen. Eine Erhöhung der Ölpreise schadet generell dem Wachstum, wirkt sich aber nicht ganz so negativ aus, wenn die Ursache eine stärkere Nachfrage und nicht ein knapperes Angebot ist. In jüngerer Vergangenheit scheinen sowohl Lieferunterbrechungen als auch eine stärkere weltweite Nachfrage eine Rolle zu spielen.

Schließlich wird im Quartalsbericht geprüft, inwiefern im Euroraum Haushalte und Nichtbanken bei der Gesundung ihrer Finanzen Fortschritte erzielt haben. Der Privatsektor hat seit Ausbruch der Krise seine Bilanzen durch umsichtige Investitionen und Ausgaben gestärkt. Haushalte und Nichtbanken haben ihre Finanzlage auch aus qualitativer Sicht verbessert, indem sie ihre Portfolios stärker auf weniger riskante Vermögenswerte wie Einlagen ausgerichtet haben. Im Vergleich zu den Vereinigten Staaten stehen die Haushalte des Euroraums in dieser Hinsicht solide da. Bei den Unternehmensbilanzen dagegen sind mittelfristig noch weitere Anpassungen zu erwarten.

Der Quartalsbericht findet sich in voller Länge unter:

http://ec.europa.eu/economy_finance/publications/qr_euro_area/2011/qrea2_en.htm

Contacts :

Amadeu Altafaj Tardio (+32 2 295 26 58)

Catherine Bunyan (+32 2 299 65 12)

Pia Seppälä (+32 2 299 24 88)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website