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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Digitale Agenda: Europäer bevorzugen Komplettangebote für Internet, Telefon und Fernsehen

Brüssel, 12. Juli 2011 – Jeder vierte europäische Haushalt bezieht seinen Internet-, Telefon- und Fernsehanschluss als Komplettpaket aus einer Hand, dies geht aus einer neuen Eurobarometer-Umfrage hervor. Weiter ergab die Umfrage, dass 65 % der Mobilfunknutzer ihre Anrufe aus Kostengründen beschränken und dass Anrufe über das Internet immer beliebter werden. Die Umfrage zur elektronischen Kommunikation in Privathaushalten wurde vom 9. Februar bis 8. März 2011 durchgeführt. Befragt wurden 27 000 Haushalte, die eine repräsentative Stichprobe der EU-Bevölkerung darstellen.

Ein Viertel der Umfrageteilnehmer ist der Ansicht, dass ihre Download/Upload- Geschwindigkeit im Internet nicht den Bedingungen des Vertrags entspricht, den sie abgeschlossen haben. Auf dieses Problem wurde auch schon in der Mitteilung der Kommission zur Netzneutralität hingewiesen (siehe IP/11/486). Jeder Dritte gab an, bereits einen Abbruch seiner Internetverbindung erlebt zu haben. Nach den seit 25. Mai 2011 geltenden EU-Vorschriften müssen Diensteanbieter ihre Kunden vollständig und genau über die Mindestqualität der Internetdienste, die tatsächlich erreichten Geschwindigkeiten und deren mögliche Beschränkungen informieren (siehe MEMO/11/319). Die Kommission untersucht gegenwärtig die Breitbandgeschwindigkeiten und andere Fragen der Transparenz und der Dienstqualität (siehe IP/11/486).

Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission, erklärte hierzu: „Die Verbraucher sagen uns laut und deutlich, dass sie die Internetgeschwindigkeiten und die Dienstqualität, die ihnen versprochen wurden, nicht bekommen. Die nationalen Behörden müssen daher geeignete Maßnahmen treffen, damit die Anbieter den neuen EU-Vorschriften nachkommen, die sie zur Transparenz in Bezug auf Geschwindigkeit und Dienstqualität verpflichten. Sollte das nicht ausreichen, so werde ich nicht zögern, weitere Maßnahmen zu ergreifen, z. B. in Form von verbindlicheren Vorgaben oder sogar Rechtsvorschriften, falls notwendig.“

Wie außerdem aus der Umfrage hervorgeht, haben die EU-Bürger Datenschutzbedenken. So gaben 88 % der Befragten an, dass sie informiert werden möchten, wenn ihre vom Telekom-Betreiber erfassten personenbezogenen Daten verloren gehen, gestohlen werden oder anderweitig verändert werden. Nach den sein 25. Mai 2011 geltenden EU-Vorschriften (siehe MEMO/11/320) müssen die Telekommunikationsbetreiber und Internet-Diensteanbieter robuste Sicherheitsmaßnahmen treffen, um die Namen, E-Mail-Adressen und Bankverbindungen ihrer Kunden zu schützen, ebenso wie alle Daten zu ihren Telefonanrufen und Internetbesuchen. Außerdem müssen die Betreiber bei einer Verletzung des Datenschutzes oder bei Verlust oder Diebstahl personenbezogener Daten die Datenschutzbehörden und ihre Kunden unverzüglich informieren.

Weiter ergab die Umfrage:

  • 98 % der EU-Haushalte haben ein Telefon und ein wachsender Anteil der Haushalte (nun 89 %) ein Mobiltelefon. 62 % der Haushalte verfügen sowohl über einen Festnetzanschluss als auch über Mobiltelefone, wogegen lediglich 9 % nur ein Festnetztelefon besitzen.

  • 98 % der EU-Haushalte haben einen Fernseher. Die beliebteste Empfangsart ist Kabelfernsehen (35 %), gefolgt vom terrestrischen Digitalfernsehen (30 %, ein Zuwachs um 7 Prozentpunkte seit November/Dezember 2009).

Angebotspakete – gebündelte Telekommunikationsdienste

  • 42 % der Haushalte nehmen ein Paketangebot in Anspruch, 61 % aller Internetanschlüsse und die Hälfte aller Festnetztelefonanschlüsse werden als Teil eines Pakets bestellt.

  • 41 % der Haushalte geben als Hauptvorteil solcher Pakete an, dass sie es dadurch nur mit einem Anbieter zu tun haben und nur eine Rechnung erhalten. 33 % glauben, dass die Dienste im Paket preiswerter sind als bei separatem Abschluss.

  • 16 % sind aber auch der Meinung, dass sie im Paket Dienste bekommen, die sie gar nicht brauchen, und 10 % mangelt es an Transparenz und Klarheit in Bezug auf die Bedingungen und Kosten der einzelnen Dienste.

Anbieterwechsel

  • 60 % der Haushalte geben an, einen Anbieterwechsel noch nie in Betracht gezogen zu haben.

  • 77 % der Haushalte sind „träge“, d. h. sie würden niemals ihr Angebotspaket wechseln. 12 % der Haushalte sind „aktive Wechsler“ und weitere 12 % würden gern wechseln, tun dies aber aus verschiedenen Gründen nicht.

Solche Wechselhindernisse sind z. B. der vorübergehende Ausfall des Dienstes, das Risiko, während der Umstellung an mehrere Anbieter zahlen zu müssen, und mangelnde Klarheit über die für einen Wechsel notwendigen Schritte.

Probleme mit der Dienstqualität

Neben den Problemen mit Internetgeschwindigkeiten und Verbindungsausfällen berichtet jeder vierte Befragte auch über Schwierigkeiten beim Verbindungsaufbau in Mobilfunknetzen und über Verbindungsabbrüche während eines Mobilfunkgesprächs.

Erschwinglichkeit der Handy- und Smartphone-Nutzung

  • 65 % der Befragten beschränken ihre Handyanrufe aus Kostengründen (4 % mehr als bei der letzten Umfrage im November/Dezember 2009).

  • Die Hälfte der Kunden, die mit dem Smartphone ins Internet gehen, beschränken ihre Internetnutzung wegen der hohen Kosten.

  • Kostenlose oder billige Internet-Telefonate mit einem Computer oder einem per WiFi angeschlossenen Gerät nehmen zu. 28 % de Haushalte mit Internetanschluss tätigen solche Sprachanrufe, was eine Steigerung um 6 % gegenüber der vorherigen Befragung bedeutet.

Ausschließlich mobil

27 % der Haushalte haben nur per Mobiltelefon Zugang zum öffentlichen Telefonnetz – dieser Anteil hat seit der letzten Umfrage in 17 Mitgliedstaaten zugenommen und beträgt in fünf Ländern über 50 % der Haushalte (Finnland, Lettland, Litauen, Slowakei und Tschechische Republik).

Was tut die Kommission?

Die Kommission hat das Gremium europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) gebeten, eine umfassende Untersuchung in Bezug auf Hindernisse beim Anbieterwechsel, das Sperren oder Drosseln des Internet-Datenverkehrs (z. B. bei VoIP-Diensten), Transparenz und Dienstqualität durchzuführen. Sie wird die im Zuge der GEREK-Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse Ende 2011 veröffentlichen und dabei auch auf mögliche Fälle von Sperrung oder Drosselung bestimmter Arten des Datenverkehrs eingehen. Sollten diese Ergebnisse und weitere Rückmeldungen auf ungelöste Probleme hinweisen, wird die Kommission die Notwendigkeit weitergehender Maßnahmen prüfen (IP/11/486).

Darüber hinaus führt die Kommission eine Untersuchung zum Vergleich der beworbenen und tatsächlichen Geschwindigkeiten durch. Entsprechende Daten werden Ende 2011 vorliegen.

Weitere Informationen:

Die vollständige Umfrage finden Sie unter folgenden Adressen:

http://ec.europa.eu/information_society/digital-agenda/scoreboard/library/index_en.htm

http://ec.europa.eu/public_opinion/whatsnew2011_en.htm

Website zur Digitalen Agenda: http://ec.europa.eu/digital-agenda

Website von Neelie Kroes: http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/kroes/

Neelie Kroes auf Twitter: http://twitter.com/neeliekroeseu

Anhang

Versorgungsdichte bei wichtigen Telekommunikationsdiensten

Durchschnitt EU-27-Haushalte Feb.–März. 2011

Durchschnitt EU-27-Haushalte Nov.–Dez. 2009

Änderung in Prozentpunkten Feb.-März. 2011 / Nov.-Dez. 2009

Telefonanschlüsse insgesamt (Festnetz und/oder Mobilfunk)

98 %

98 %

=

Mobilfunkanschluss

89 %

87 %

+2

Festnetzanschluss

71 %

73 %

-2

Festnetz- und Mobilfunkanschluss

62 %

62 %

=

Mobiltelefon, aber kein Festnetzanschluss

27 %

25 %

+2

Festnetzanschluss, aber kein Mobiltelefon

9 %

11 %

-2

Fernsehen

98 %

98 %

=

Antennenempfang

23 %

34 %

-11

Kabelfernsehen

33 %

30 %

+3

Satellitenempfang

21 %

24 %

-3

terrestrisches Digitalfernsehen

29 %

22 %

+7

Paketangebot (Bündel)

42 %

38 %

+4

Ansprechpartner:

Jonathan Todd (+32 2 299 41 07)

Linda Cain (+32 2 299 90 19)


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