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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Verbraucher: Tag der Fluggastrechte 2011 bei den Europäischen Verbraucherzentren

Brüssel, 7. Juli 2011 – Verlief der Urlaub nicht wie geplant? Flug gestrichen? Gepäck verloren gegangen? Hier gibt es Hilfe. Das Netz Europäischer Verbraucherzentren (ECC-Net) bietet den Bürgerinnen und Bürgern kostenlose Beratung über ihre Rechte bei Auslandsreisen und Einkäufen im Ausland an. Sie können auch bei Problemen mit Händlern in anderen EU-Ländern (sowie Island und Norwegen) helfen, wenn etwas schief geht. 2010 konnten die Zentren Verbrauchern in mehr als 71 000 Fällen bei Beschwerden im Wert von 14 Millionen Euro kostenlos Hilfe leisten. Da viele der Beschwerden Verkehrsmittel betreffen, insbesondere den Luftverkehr, hat das Netz einen speziellen „Tag der Fluggastrechte“ an 27 Flughäfen in 23 EU-Ländern1 organisiert. Unter dem Motto „Ein bisschen Know-how mitnehmen: Europa bietet Ihnen kostenlose Hilfe und Beratung“ geben sie Rat und Hilfe zum Thema Fluggastrechte, beispielsweise bei Flugverspätungen, wenn Flüge gestrichen werden oder wenn Gepäck verloren geht.

Der für Gesundheit und Verbraucherpolitik zuständige Kommissar John Dalli sagte: „Ich begrüße diese Initiative der Europäischen Verbraucherzentren, denn sie zeigt, wie diese den Bürgerinnen und Bürgern in der ganzen EU täglich bei konkreten, praktischen Problemen helfen. Diese Arbeit ist ein deutliches Beispiel für den Mehrwert, den die EU erbringt, denn keine einzelstaatliche Organisation allein kann Verbrauchern wirksam dabei helfen, grenzüberschreitende Probleme mit Händlern schnell und kostengünstig zu lösen. Ich freue mich, dass dank den Verbraucherzentren immer mehr Verbrauchern die Vorteile des Binnenmarkts zugute kommen.“

Der für Verkehr zuständige Vizepräsident Kallas erklärte: „Heutzutage gibt es für alle Verkehrsmittel EU-Vorschriften, die die Verbraucher schützen: für den Luft- und Eisenbahnverkehr sind sie bereits in Kraft, und für den See- und Straßenverkehr werden sie auch bald gelten. Dass die Verbraucher ihre Rechte kennen, ist eine Voraussetzung dafür, dass sie sie im Problemfall auch durchsetzen können. Die heutige Veranstaltung fügt sich perfekt in die laufende Informationskampagne über die EU-Fluggastrechte ein, die ich vor einem Jahr in Zaventem eingeleitet habe, und ich freue mich, dass die Bürgerinnen und Bürger auf diese Weise besser über ihre Rechte informiert werden.“

Der belgische Minister für Wirtschaft und Reform, Herr Vincent Van Quickenborne, sagte: „Die Zahl der grenzüberschreitenden Verbrauchergeschäfte steigt weiter. Wir müssen jedoch einräumen, dass diese Entwicklung manchmal dadurch behindert wird, dass beim Einkauf im Ausland Kenntnisse über die Verbraucherrechte fehlen. Deshalb freue ich mich, dass die Europäischen Verbraucherzentren nicht nur die Bürgerinnen und Bürger über ihre Rechte informieren, sondern auch dabei helfen, viele Streitfälle einvernehmlich zu lösen. Das ist nicht nur gut für die Verbraucher, sondern auch für die Unternehmen und für die Wirtschaft.“  

Warum dies von Bedeutung ist

Die EU-Bürgerinnen und -Bürger kaufen immer häufiger grenzüberschreitend ein; diese Ausgaben machen 1,75 % des BIP der EU aus. Während der Gesamtschaden, den die Verbraucher in der EU erleiden, sich auf 0,4 % des BIP in der EU beläuft, beträgt der Schaden im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Einkäufen (einschließlich per Internet) schätzungsweise zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde Euro pro Jahr. Die Zentren tragen dazu bei, diesen Schaden zu verringern, indem sie den Verbrauchern dabei helfen, ihre Rechte erfolgreich wahrzunehmen. 2010 wurden etwa 40 % der von dem Netz behandelten Verbraucherbeschwerden einvernehmlich beigelegt.

Gibt man Verbrauchern klare Informationen über ihre Rechte und versichert ihnen, dass im Falle eines Problems für Abhilfe gesorgt ist, stärkt man ihr Vertrauen und trägt dazu bei, dass sie das volle Potenzial des Binnenmarkts nutzen können. Die Zentren spielen hierbei eine wichtige Rolle, denn jüngste Studien zeigen, dass 79 % der EU-Bürgerinnen und -Bürger nicht wissen, wo sie Rat und Informationen über grenzüberschreitende Einkäufe in der EU erhalten können.

Wie haben die Europäischen Verbraucherzentren 2010 geholfen?

Ein Beispiel aus der Praxis:

Im Zusammenhang mit dem Vulkanausbruch im Mai 2010 waren einige finnische Passagiere in Spanien gestrandet, weil wegen der Schließung des Luftraums ihr Flug gestrichen wurde. Sie entschieden sich für eine spätere Beförderung und mussten 7 zusätzliche Tage in Barcelona bleiben. Die Fluggesellschaft bot ihnen keine Hilfe an. Nach ihrer Rückkehr wandten sie sich an die Fluggesellschaft und verlangten eine Erstattung ihrer Kosten (1167 EUR). Die Fluggesellschaft erstattete jedoch nur 250 EUR. Mit Hilfe der Verbraucherzentren erhielten sie auch die restlichen 917 EUR. Weitere Berichte über die Hilfestellung der Verbraucherzentren finden Sie unter http://ec.europa.eu/ecc-net.

Die Europäischen Verbraucherzentren veröffentlichen auch Verbraucherberichte zu praktischen Themen; diese reichen von vergleichenden Hotelbewertungen bis hin zu einem Überblick über Skiorte in Europa.

Wie helfen die Europäischen Verbraucherzentren?

Verbraucherzentren gibt es in 29 Ländern (allen EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und Island).

Sie bieten Verbrauchern sowohl Online- als auch Direktberatung an, um bei der Vermeidung von Problemen zu helfen, wenn Waren oder Dienstleistungen bei einem Händler in einem anderen EU-Mitgliedstaat (sowie Norwegen und Island) erworben werden.

Sind Verbraucher mit Problemen konfrontiert, z. B. bei einer Kostenerstattung, Reparatur oder Ersatzleistung, auf die sie nach EU-Recht Anspruch haben, und gelangen sie aus welchem Grund auch immer zu keiner Einigung mit dem Händler, so können die Zentren im Namen des Verbrauchers intervenieren. Dazu wird oft das entsprechende Zentrum im Land des Händlers kontaktiert.

In Fällen, die Fluggastrechte betreffen (z. B. das Einfordern von Unterstützungsleistungen beim Festsitzen an einem Flughafen), arbeiten die Zentren eng mit den einzelstaatlichen Durchsetzungsstellen zusammen, die für die Durchsetzung der EU-Fluggastrechte sorgen und die alleinige Befugnis haben, Untersuchungen einzuleiten und das EU-Recht durchzusetzen. Die Zentren können den Verbrauchern zu Kostenerstattungen und Entschädigungszahlungen verhelfen. So können die Zentren beispielsweise die Fluggesellschaft im Namen des Verbrauchers kontaktieren oder, wenn nötig, eine Beschwerde bei der zuständigen Durchsetzungsstelle einlegen. Die Zentren können Verbraucher auch darüber beraten, wie eine außergerichtliche Streitbeilegung herbeizuführen ist.

Sie werden von der Europäischen Kommission und den einzelstaatlichen Behörden kofinanziert.

Nach der Veranstaltung wird auf folgender Website Bericht erstattet:

http://ec.europa.eu/avservices/ebs/schedule.cfm

(Europäische Verbraucherzentren an Flughäfen, 7. Juli 2011)

Kontakt :

Frédéric Vincent (+32 2 298 71 66)

Aikaterini Apostola (+32 2 298 76 24)

1 :

AT, LV, LU, BG, SK, SI, CZ, PL, EE, NL, IE, ES, HU, NO, CY, PT, LT, IT, MT, BE, UK, RO, SE


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