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Die EU und UNICEF lancieren Projekt in Südosteuropa zum Schutz von Kindern vor Gewalt

European Commission - IP/11/822   30/06/2011

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Europaïsche Kommission - Pressemitteilung

Die EU und UNICEF lancieren Projekt in Südosteuropa zum Schutz von Kindern vor Gewalt

Brüssel, 30 Juni 2011 - Die Europäische Union und UNICEF haben heute eine mit 1,65 Mio. EUR ausgestattete gemeinsame Initiative zur Unterstützung öffentlicher Stellen bei der Erkennung, Kontrolle und Bekämpfung von Gewalt gegen Kinder in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und der Türkei angekündigt. Dabei wird verstärkt auf die Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und staatlichen Entscheidungsträgern gesetzt. Die regionalen Maßnahmen, die im Rahmen dieser neuen, auf zwei Jahre angelegten Initiative geplant sind, sollen den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen einschlägigen zwischenstaatlichen Organisationen, unabhängigen Monitoring-Netzwerken und zivilgesellschaftlichen Plattformen fördern.

„Dieses wichtige Projekt soll dazu beitragen, unsere Kinder zu Hause, in der Schule und in ihrem sozialen Umfeld besser vor Gewalt zu schützen, die allzu häufig unbemerkt bleibt. Das Projekt ist ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft sowie für die breit angelegte Rolle der EU in der Region“, erklärte der EU-Kommissar für Erweiterung und Nachbarschaftspolitik Štefan Füle.

„Öffentliche Stellen müssen beim Schutz von Kindern vor Gewalt und der Unterstützung der Opfer eine klare Rolle spielen“, bemerkte Steven Allen, der für Mittel- und Osteuropa und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten zuständige Regionaldirektor von UNICEF. „UNICEF setzt sich weiterhin für einen Pakt zwischen der Zivilgesellschaft, politischen Entscheidungsträgern und sozialen Gemeinschaften ein, um Familien zu unterstützen und ein förderliches, Schutz bietendes Umfeld für Kinder zu schaffen.“

Mit Hilfe der für 2011-2013 bereitstehenden Mittel werden die vier Länder etwaige Defizite der öffentlichen Systeme hinsichtlich Rechenschaftspflicht und Handlungsfähigkeit analysieren. Dadurch können die öffentlichen Stellen, die mit Kindern direkt zu tun haben, Gewalt gegen Kinder besser erkennen und für einen gezielteren professionellen Umgang mit solchen Fällen sorgen.

Zivilgesellschaftliche Netzwerke in den betreffenden Ländern und unabhängige offizielle Kontrollinstanzen wie Ombudspersonen oder Beobachtungsstellen für Kinderrechte werden ebenfalls einbezogen und entsprechend geschult, damit sie auf das Thema aufmerksam machen, für die Verbesserung der Erhebung, Kontrolle und Analyse von Daten sorgen und gleichzeitig zum Politikdialog über Gewalt gegen Kinder beitragen können.

Die finanzielle Unterstützung wird aus der „Fazilität zur Förderung der Zivilgesellschaft“ im Rahmen des Mehrempfängerprogramms 2010 des Instruments für Heranführungshilfe (IPA) gewährt. Wie in der Kommissionsmitteilung „Erweiterungsstrategie und wichtigste Herausforderungen 2010-2011“1 festgestellt wurde, unterstützt die 2008 eingerichtete Fazilität zur Förderung der Zivilgesellschaft zivilgesellschaftliche Organisationen beim Ausbau ihrer Kapazitäten und der Stärkung ihrer Professionalität und ermöglicht es ihnen, einen erfolgreichen Dialog mit öffentlichen und privaten Akteuren aufzunehmen und die Entwicklungen in Bereichen wie Rechtsstaatlichkeit und Achtung von Grundrechten zu beobachten. Mit der Fazilität werden Initiativen auf lokaler Ebene, der Aufbau regionaler Netze sowie Kurzbesuche in der EU finanziert.

Hintergrund

Gewalt gegen Kinder ist ein globales Problem. Damit mehr Erkenntnisse über die Situation von Kindern in den westlichen Balkanstaaten und der Türkei gewonnen werden, ist die Europäische Kommission einem Aufruf von UNICEF gefolgt, die Forschung zu dieser Frage zu intensivieren. Sowohl die EU als auch UNICEF legen großen Wert darauf, den noch bestehenden Handlungsbedarf sorgfältig zu ermitteln, damit diese Kinder in den Genuss des gleichen Schutzes, der gleichen Grundrechte usw. wie in der EU kommen. Dementsprechend hat die EU die westlichen Balkanstaaten und die Türkei auch aufgefordert, sich an Unionsprogrammen wie Daphne und Progress zu beteiligen und mit oder ohne IPA-Unterstützung eigene ähnliche Initiativen zu entwickeln.

Nach Angaben des von der serbischen Regierung eingesetzten Rates für Kinderrechte sind rund 65 % der Schulkinder in Serbien Opfer verbaler und körperlicher Gewalt. Der Rat hat vorgeschlagen, das Familienrecht zu ändern und körperliche Züchtigung zu Hause zu verbieten. Sein Eintreten für diese Sache zusammen mit dem Gesundheits-, dem Erziehungs- und dem Sozialministerium und den Medien wird als Schritt in die richtige Richtung gewertet.

In der Türkei sind Kinder vor allem häuslicher Gewalt ausgesetzt, wie jüngst eine Erhebung im Land ergab. In Albanien wurden Telefon-Hotlines eingerichtet und in Bosnien und Herzegowina wird technische Hilfe für Polizei- und Justizbehörden und im Gesundheitswesen gewährt, insbesondere zwecks besserer Weiterverfolgung aufgedeckter Fälle. Jedoch muss noch wesentlich mehr getan werden, um Kinder besser vor Gewalt zu schützen.

Contact :

Anca Paduraru (+32 2 296 64 30)

1 :

Mitteilung der Kommission: „Erweiterungsstrategie und wichtigste Herausforderungen 2010-2011“ vom 9.11.2010, KOM(2010) 660 endg.


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