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Fischerei: Neue Berichte belegen Notwendigkeit einer Reform der EU-Fischereipolitik

Commission Européenne - IP/11/778   23/06/2011

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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fischerei: Neue Berichte belegen Notwendigkeit einer Reform der EU-Fischereipolitik

Brüssel, den 23. Juni 2011 – Zwei neue Berichte der Europäischen Kommission liefern weitere Argumente für die Forderungen nach einer grundlegenden Umstrukturierung im EU-Fischfangsektor und einer weitreichenden Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP). Der Jahreswirtschaftsbericht 2010 zur Lage der EU-Fischereiflotte belegt, dass die Wirtschaftsleistung des Fischereisektors in der EU in den letzten Jahren nachgelassen hat. Der Bericht erläutert die wirtschaftlichen Entwicklungstendenzen des EU-Fischereisektors im Zeitraum 2002-2008. Dabei zeigt sich insbesondere, dass 2008 das zweite Jahr in Folge war, in dem die Rentabilität der EU-Flotte zurückging. Ein zweiter Bericht1 zu den Fangkapazitäten der Mitgliedstaaten kommt zu dem Ergebnis, dass die Größe der EU-Fangflotte nur sehr langsam zurückgeht, so dass die Überkapazitäten der Flotte größtenteils erhalten bleiben. Deshalb arbeitet die Kommission zurzeit an der Fertigstellung ihrer Vorschläge für eine grundlegende Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik mit nachhaltigen Lösungen, um diesen Trend umkehren und auch in Zukunft die wirtschaftliche Lebensfähigkeit des EU-Fischereisektors gewährleisten zu können.

Der Jahreswirtschaftsbericht 2010

Diesem Bericht zufolge haben sich gesunkene Einkommen und höhere Treibstoffpreise, wie 2008 verzeichnet, äußerst nachteilig auf die Rentabilität der Fischereiwirtschaft ausgewirkt. Im Jahr 2008 belief sich die Wertschöpfung2 des Sektors auf 2,1 Mrd. EUR, was gegenüber 2007 einem Rückgang von etwa 23 % entspricht. Allgemein sind die Gewinne in den Jahren 2006-2008 stetig zurückgegangen. Zwar erzielte die EU-Flotte 2008 einen Gewinn von insgesamt 250 Mio. EUR (rund 6 % der Gesamteinnahmen), aber eine genauere Analyse der einzelnen Flottensegmente3 zeigt, dass 30-40 % der untersuchten Segmente in den Jahren 2002-2008 im Schnitt einen Verlust machten, d. h. keine ausreichende Kapitalrendite erzielten. Dabei erreichten Fischereifahrzeuge, die passives Fanggerät einsetzten (wie Langleinen, Ringwaden, Kiemennetze und Reusen) generell bessere Ergebnisse als diejenigen mit aktivem Gerät (Grundschleppnetze, Baumkurren oder mehrere verschiedene aktive Fanggeräte), und hier wiederum haben z. B. die Grund- und Baumkurrentrawler besonders zu kämpfen. Gründe für diese schlechte Wirtschaftsleistung sind die nachteilige Entwicklung der Bestandslage, die ungünstigen Treibstoff- und Fischpreise sowie die Überkapazitäten in Teilen der EU-Flotte.

Bericht über die Maßnahmen der Mitgliedstaaten im Jahr 2009 zur Herstellung eines nachhaltigen Gleichgewichts zwischen Fangkapazitäten und Fangmöglichkeiten

In diesem Bericht wird das Bestehen von Überkapazitäten bestätigt. Im Laufe des Jahres 2009 lag die allgemeine Reduzierung der Flottenkapazität wie in den vorangegangenen Jahren bei durchschnittlich 2-3 %. In diesem Tempo, bei dem der Kapazitätsabbau zumindest teilweise durch den technologischen Fortschritt wieder ausgeglichen wird, lässt sich die Überkapazität ohne eine Änderung der jetzigen Politik kurzfristig kaum beseitigen.

Forderung nach besserer Berichterstattung

In beiden Berichten gibt es wegen unzureichender Berichterstattung durch die Mitgliedstaaten Datenlücken. Deshalb fordert die Kommission von allen Mitgliedstaaten eine bessere Zusammenarbeit zwecks fristgerechter Übermittlung verlässlicher und vollständiger Wirtschaftsdaten zu den Fangflotten.

Hintergrund

Der Jahreswirtschaftsbericht 2010, dem Daten der Mitgliedstaaten zugrunde liegen, wurde gemeinsam von Wirtschaftsexperten des Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschusses für Fischerei (STECF), der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission (JRC) und der Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei (GD MARE) erstellt.

Der Bericht ist abrufbar unter https://stecf.jrc.ec.europa.eu/reports/economic

Der Bericht über die Maßnahmen der Mitgliedstaaten im Jahr 2009 zur Herstellung eines nachhaltigen Gleichgewichts zwischen Fangkapazitäten und Fangmöglich­keiten enthält eine Zusammenfassung der Berichte der Mitgliedstaaten über ihre Flotten. Dabei handelt es sich um einen Sachstandsbericht, den die Kommission alljährlich herausgibt. Er enthält Daten zur Größe und zur Entwicklung der Flotten der einzelnen Mitgliedstaaten und gibt einen Überblick darüber, wie streng sich die Mitgliedstaaten an die Beschränkungen der Fangkapazität halten.

Der Bericht ist abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/fisheries/cfp/fishing_rules/fishing_effort/index_de.htm

Ansprechpartner:

Oliver Drewes +32 229-92421

Lone Mikkelsen +32 229-60567

1 :

 Jahresbericht über Maßnahmen der Mitgliedstaaten im Jahr 2009 zur Herstellung eines nachhaltigen Gleichgewichts zwischen Fangkapazitäten and Fangmöglichkeiten

2 :

 Bruttowertschöpfung: Beitrag zum Bruttosozialprodukt (BSP), Summe des Entgelts für Arbeit (Besatzung) und Kapital (Eigner)

3 :

 Ein Flottensegment ist die Kombination einer bestimmten Fangtechnik mit einer Schiffslänge.


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