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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Für mehr Innovation in EU-Regionen: Europäische Kommission startet Forum für intelligente Spezialisierung

Brüssel, 23. Juni 2011 – Die Europäische Kommission startet heute das Forum für intelligente Spezialisierung, mit dem die Regionen und Mitgliedstaaten bei einer besseren Definition ihrer Forschungs- und Innovationsstrategien unterstützt werden sollen. Da es keine Patentlösung für alle gibt, wird dieses neue Instrument den Regionen dabei helfen, ihre spezifischen Stärken und Schwächen im Bereich Forschung und Innovation zu bewerten und ihre jeweiligen Wettbewerbsvorteile zu nutzen. Die Einrichtung des Forums ist ein weiterer Schritt auf dem Weg hin zu den Zielen, die sich die Mitgliedstaaten im Bereich Forschung und Innovation im Rahmen der Strategie Europa 2020 gesetzt haben.

Ein Blick auf dem europäischen „Regionalen Innovationsanzeiger“ ergibt, dass bei der regionalen Innovationsleistung in Europa beträchtliche Unterschiede bestehen. Nur 27 EU-Regionen – d. h. jeder zehnte – haben das Ziel erreicht, 3 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Forschung und Entwicklung zu investieren. Was kleine und mittlere Unternehmen (KMU) anbelangt, zeigt die europäische Innovationslandschaft starke Gegensätze auf. So reichte der Anteil innovativer KMU 2008 von 13 % in Ungarn bis 46 % in Deutschland. Bei der Festlegung von Schwerpunkten für Forschung und Innovation mangelt es in Europa zudem in gewissem Maße an Ideen: Entweder werden keine klaren Schwerpunkte definiert, oder diese werden unbesehen von einer Region auf eine andere übertragen.

Mit dem neuen Forum sollen nationale und regionale Behörden zur Entwicklung von „Strategien für intelligente Spezialisierung“ ermuntert werden. Alle Regionen sollten ihre Stärken und ihr Potenzial im Bereich Forschung und Innovation identifizieren: Nur so sind sie in der Lage, ihre Anstrengungen und Mittel auf wenige vorrangige Bereiche zu konzentrieren, in denen sie wirklich Spitzenleistungen erbringen und sich im weltweiten Wettbewerb behaupten können. In diesem Sinne soll das Forum Sachverstand und Fachwissen aus Hochschulen, Forschungszentren und regionalen Behörden und Unternehmen zusammenbringen.

Der EU-Kommissar für Regionalpolitik Johannes Hahn erklärte: „Die Regionalpolitik fördert Innovation in den Regionen bereits in hohem Maße. Wir müssen jedoch sicherstellen, dass mit den EU-Investitionen die größtmögliche Wirkung vor Ort erzielt wird. Das Forum wird die Regionen dabei unterstützen, zukunftsorientierte, gut konzipierte und umfassende Strategien zu entwickeln. Mit diesen wird die Innovation – Europas wichtigster Faktor für Wettbewerbsfähigkeit – weiter gestärkt.“

Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, erklärte dazu:

„Mit dem Forum für intelligente Spezialisierung beweist die Kommission, dass sie Regionalpolitik und Forschungs- und Innovationspolitik enger miteinander verknüpfen will, um die bestmöglichen Ergebnisse im Bereich Wachstum und Beschäftigung zu erzielen. Das Forum wird politischen Entscheidungsträgern und Unternehmen dabei helfen, das Forschungs- und Innovationspotenzial und das Talent in allen Teilen der Europäischen Union voll auszuschöpfen. Das Ziel besteht letztendlich darin, in ganz Europa in Wissenschaft und Innovation die Spitzenqualität auf Weltniveau zu fördern und zu entwickeln, die derzeit nur in einigen wenigen EU-Regionen zu finden ist. Dafür müssen wir sorgen, wenn wir Europa in eine Innovationsunion verwandeln und dort Arbeitsplätze schaffen wollen, wo sie dringend benötigt werden.“

Das Forum wird heute in Brüssel auf den Weg gebracht, und zwar im Rahmen der Konferenz „Regionen für den wirtschaftlichen Wandel“, auf der jedes Jahr die Manager für Europas Strukturfonds zusammentreffen.

Hintergrund

Strategien zu intelligenter Spezialisierung

Diese mehrjährigen Strategien enthalten einen Policy-Mix und einen Haushaltsrahmen sowie eine Reihe von Prioritäten, mit denen intelligentes Wachstum stimuliert werden soll. Sie stützen sich auf eine starken Partnerschaft zwischen regionalen Behörden, Wirtschaft und Stakeholdern aus Forschung und Wissenschaft.

Dabei sollten sich diese Strategien nicht nur auf wissenschafts- und technologieorientiertes Wachstum beschränken, sondern auch Innovationen fördern, die nicht wissenschaftlicher Art sind (wie z. B. Förderung von Unternehmertum, Innovation im öffentlichen Sektor und im Dienstleistungsbereich). Darüber hinaus sollte auch sichergestellt werden, dass EU-Investitionen in den Regionen effizienter und komplementär eingesetzt werden, um private Investitionen in den Spezialisierungsbereichen der Regionen zu fördern.

Ein Beispiel für eine solche Strategie ist Flandern in Aktion, mit der Flandern zu den besten fünf wissensbasierten Regionen in Europa im Jahr 2020 werden möchte.

Rolle des Forums

Die neue Struktur, die sogenannte S³-Plattform, wird Regionen und Mitgliedstaaten bei der Entwicklung, Umsetzung und Überwachung der Strategien für intelligente Spezialisierung direkt unterstützen. Sie wird:

  • Feedback und Informationen an Mitgliedstaaten und Regionen liefern,

  • Datenbanken zu politischen Entscheidungsträgern, Experten usw. schaffen und verwalten,

  • ein jährliches Treffen zu intelligenter Spezialisierung für politische Entscheidungsträger fördern,

  • für Informations- und Wissensaustausch sorgen (Vorbereitung eines Leitfadens für politische Entscheidungsträger, Fallstudien, Ausarbeitung einer Peer-Review-Methode zur Bewertung der Strategien für intelligente Spezialisierung usw.).

Zuständigkeit und Standort

Das Forum wird drei Jahre lang vom Institut für technologische Zukunftsforschung (Gemeinsame Forschungsstelle) in Sevilla, Spanien, verwaltet. Betreut wird es von einem Leitungsteam, das aus Vertretern verschiedener Kommissionsdienststellen besteht. Alle EU-Regionen können sich an diesem Forum beteiligen, denn die Entwicklung und der Ausbau von Strategien für intelligente Spezialisierung ist nicht nur für die Regionen von Bedeutung, die bereits eine Spitzenposition einnehmen, sondern auch für diejenigen, die noch dabei sind, ihre Kompetenzen zu verstärken.

Weitere Informationen:

http://ipts.jrc.ec.europa.eu/s3platform.html

http://ec.europa.eu/regional_policy/themes/research/publications_en.htm

Kontakt :

Ton Van Lierop (+32 2 296 65 65)

Marie-Pierre Jouglain (+32 2 298 44 49)


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