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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Kommission vergibt letzte Aufträge zur Umsetzung von Galileo

Brüssel, 22. Juni 2011. Auf der renommierten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris wird die Europäische Weltraumorganisation für die Europäische Kommission um 16 Uhr die zwei letzten der sechs Aufträge unterzeichnen, die im Rahmen von Galileo, dem globalen Satellitennavigationsprogramm Europas, zu vergeben sind. Die beiden Aufträge haben zusammen einen Wert von 355 Mio. EUR. Mit dem Auftrag an die französische Firma Thales Alenia Space in Höhe von 281 Mio. EUR wird die Formatierung der von den Satelliten ausgesendeten Navigationsdaten sichergestellt. Bei dem mit der britischen Firma Astrium geschlossenen Vertrag (Auftragsumme: 73,5 Mio. EUR) geht es darum, die Satelliten „in Ordnung zu halten“, sie zu warten und korrekt auf ihrer Umlaufbahn zu positionieren. Die Unterzeichnung dieser Verträge ist ausschlaggebend für die Einrichtung und Erbringung der drei sogenannten ersten Dienste von Galileo im Jahr 2014, nämlich für

1. das Basissignal für den offenen Dienst („Open Service“), den jeder nutzen kann;

2. den öffentlich-staatlichen Dienst, der über zwei verschlüsselte Signale nur einem beschränkten Kreis von Nutzern wie etwa Regierungsstellen zugänglich ist, und

3. den Such- und Rettungsdienst.

Dazu erklärt Vizepräsident Antonio Tajani, der für Industrie und Unternehmertum zuständige Kommissar: „Die Aufträge wurden an eine französische und eine britische Firma vergeben. Dadurch wird einmal mehr deutlich, dass Europa bei Galileo grenzüberschreitend zusammenarbeitet. Die Unterzeichnung der Verträge steht am Ende eines strengen Vergabeverfahrens und zugleich am Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte von Galileo. Streng war das Verfahren deshalb, weil ich mich persönlich für Kosteneinsparungen während des gesamten Galileo-Programms einsetze. Und für Galileo ist deshalb ein neues Kapitel angebrochen, weil wir jetzt tatsächlich gut aufgestellt sind, um die neue Infrastruktur zu schaffen, mit der 2014 wichtige Leistungen für die Bürger erbracht werden können. Wir freuen uns alle auf den Start der ersten beiden operativen Galileo-Satelliten, der am 20. Oktober auf dem Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana stattfindet.“

Hintergrund

Die Aufträge über die Erbringung von Dienstleistungen für die volle Betriebsfähigkeit von Galileo werden in sechs Teilen vergeben: Im Januar 2010 wurden drei Aufträge für systemtechnische Unterstützung, Satelliten und Startdienstleistungen erteilt (siehe IP/10/7). Ein vierter Vertrag wurde im Oktober 2010 in Brüssel mit der Firma SpaceOpal über den Betrieb der Weltraum- und Bodeninfrastruktur geschlossen (IP/10/1382).

Durch Galileo und seine Dienste werden viele Branchen der europäischen Wirtschaft unterstützt: Stromnetzbetreiber, Logistikunternehmen, Finanzmärkte und Schifffahrtsindustrie werden ebenso wie Rettungsdienste und friedenserhaltende Missionen vom unentgeltlichen offenen Dienst, vom öffentlich-staatlichen Dienst und vom Such- und Rettungsdienst profitieren.

Außerdem erlangt Europa durch Galileo Unabhängigkeit beim Einsatz einer Technologie, deren Bedeutung in Bereichen wie etwa der Stromversorgung und der Telekommunikation immer mehr zunimmt. Galileo dürfte der europäischen Wirtschaft über einen Zeitraum von 20 Jahren durch Mehreinnahmen in der Industrie und durch seinen Nutzen für Öffentlichkeit und Gesellschaft ein Plus von 60 Mrd. EUR einbringen. Die mit der Unabhängigkeit verbundenen Vorteile sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Die ersten drei Dienste von Galileo werden 2014/15 mit einer Anfangskonstellation von 18 Satelliten bereitgestellt: Es handelt sich dabei um einen offenen Dienst, einen öffentlich-staatlichen Dienst und einen Such- und Rettungsdienst. Zu einem späteren Zeitpunkt wird noch ein kommerzieller Dienst hinzukommen. Damit werden zwei verschlüsselte Signale für einen höheren Datendurchsatz und genauere authentifizierte Daten kombiniert.

EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) ist der Vorläufer von Galileo und steht für Geostationärer Navigations-Ergänzungsdienst für Europa, das europäische System zur Verstärkung von GPS-Signalen. Der offene EGNOS‑Dienst ist seit Oktober 2009 betriebsfähig, und kürzlich startete die Kommission den sicherheitskritischen EGNOS-Dienst für die Luftfahrt (siehe IP/11/247).

Kontakt:

Carlo Corazza +32 229 51752

Andrea Maresi +32 229 90403


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