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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Breslau (Wrocław) wird für Polen „Kulturhauptstadt Europas 2016“

Brüssel, 21. Juni 2011 – Heute wurde die polnische Stadt Breslau von einer unabhängigen Jury als „Kulturhauptstadt Europas“ für das Jahr 2016 vorgeschlagen. Sie wird diesen Titel gemeinsam mit einer spanischen Stadt tragen, die nächste Woche ausgewählt wird. Die offizielle Ernennung durch den EU-Ministerrat ist für Mai 2012 geplant.

Die für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend zuständige EU-Kommissarin Androulla Vassiliou sagte dazu: „Ich freue mich sehr über die Begeisterung, die die Ernennung für 2016 in Polen ausgelöst hat, und möchte Breslau gratulieren. Die Qualität der Bewerbungen war hervorragend, das ist also wirklich ein großer Erfolg für Breslau. Ich hoffe, diese einzigartige Chance wird genutzt, denn kulturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich kann die Ernennung für Stadt und Umland einen beträchtlichen Gewinn bedeuten. Ich wünsche Breslau viel Erfolg und möchte darauf drängen, diese Ernennung als Teil einer langfristigen Kulturstrategie zu sehen.“

Hintergrund

Polen und Spanien sind die beiden Mitgliedstaaten, die für das Jahr 2016 eine europäische Kulturhauptstadt benennen können. In einem Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates von 2006 wurde festgelegt, welche Länderpaare bis 2019 diese Möglichkeit bekommen.

Die europäischen Kulturhauptstädte werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt: Zunächst wird eine Liste der in die engere Wahl kommenden Städte erstellt, neun Monate später folgt die Endauswahl. Die beiden ausgewählten Städte (eine je Land) werden dann vom EU-Ministerrat offiziell ernannt.

In Polen bewarben sich elf Städte – Białystok, Bromberg (Bydgoszcz), Danzig (Gdańsk), Kattowitz (Katowice), Lodz (Łódź), Lublin, Thorn (Toruń), Posen (Poznań), Stettin (Szczecin), Warschau (Warszawa) und Breslau (Wrocław). In die engere Auswahl kamen Danzig, Kattowitz, Lublin, Warschau und Breslau.

Mit der Prüfung der Bewerbungen war eine Jury aus 13 unabhängigen Kulturexperten beauftragt; sechs Mitglieder wurden von dem betreffenden Mitgliedstaat benannt, die anderen sieben von den EU-Institutionen. Diese Jury prüfte die Bewerbungen anhand der im oben genannten Beschluss aufgestellten Kriterien.

Die Bewerberstädte müssen ein Kulturprogramm mit einer starken europäischen Dimension aufstellen und die Beteiligung der in der Stadt und in ihrem Umland lebenden Bürger fördern sowie Bürger aus dem Ausland anlocken. Die europäische Dimension spiegelt sich in der Auswahl der Themen und der Art und Weise, wie die Programmveranstaltungen organisiert werden (die Zusammenarbeit zwischen Kulturakteuren in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten wird favorisiert). Außerdem muss das Programm nachwirken und langfristig zur kulturellen und sozialen Entwicklung der Stadt beitragen.

Von den EU-Institutionen wurden folgende Jury-Mitglieder benannt:

  • Europäische Kommission: Sir Jeremy Isaacs (UK), leitender Fernsehredakteur und ‑–produzent und früherer Direktor des Royal Opera House, Covent Garden; Manfred Gaulhofer (AT), geschäftsführender Direktor des Projekts „Graz – Kulturhauptstadt 2003“ und Leiter zahlreicher europäischer Projekte.

  • Rat: Erna Hennicot-Schoepges (LU), ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, der Versammlung des Europarats und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE); derzeit Leiterin verschiedener nationaler und internationaler Kultureinrichtungen; Constantin Chiriac (RO), Vize-Präsident von „Sibiu 2007“ und Direktor des rumänischen Nationaltheaters Radu Stanca.

  • Europäisches Parlament: Andreas Wiesand (DE), Berater und Forscher im Bereich Kulturpolitik; Danuta Glondys (PL), Direktorin des Verbandes „Villa Decius“, der zahlreiche internationale Kulturaktivitäten durchführt.

  • Ausschuss der Regionen: Elisabeth Vitouch (AT), Vertreterin des Fachausschusses für Kultur und Bildung des Ausschusses der Regionen und Mitglied des Gemeinderats der Stadt Wien.

Als europäische Kulturhauptstädte stehen bereits fest: Turku (Finnland) und Tallinn (Estland) - 2011, Guimarães (Portugal) und Maribor (Slowenien) - 2012, Marseille (Frankreich) und Košice (Slowakei) - 2013, Umeå (Schweden) und Riga (Lettland) - 2014 sowie Mons (Belgien) und Pilsen (Tschechische Republik) - 2015.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/culture/our-programmes-and-actions/doc413_de.htm

Ansprechpartner:

Dennis Abbott (+32 229-59258)

Dina Avraam (+32 229-59667)


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