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Digitale Agenda: Nur zwei soziale Netze schützen standardmäßig die Profile Minderjähriger

Commission Européenne - IP/11/762   21/06/2011

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Digitale Agenda: Nur zwei soziale Netze schützen standardmäßig die Profile Minderjähriger

Brüssel, 21. Juni 2011. Nur zwei im Auftrag der Europäischen Kommission getestete Websites zur sozialen Vernetzung (Bebo und MySpace) haben Standardeinstellungen, bei denen die Profile Minderjähriger nur den Mitgliedern auf der genehmigten Kontaktliste zugänglich sind, und nur vier Websites gewährleisten, dass Minderjährige standardmäßig nur von Freunden kontaktiert werden können (Bebo, MySpace, Netlog und SchülerVZ). Die Mehrzahl der getesteten 14 sozialen Netze gibt Minderjährigen jedoch altersgerechte Sicherheitsinformationen, beantwortet Hilfeanfragen und verhindert, dass die Profile Minderjähriger mit externen Suchmaschinen durchsucht werden können. Die Zahl der Minderjährigen, die soziale Netze nutzen, nimmt in der EU zu – gegenwärtig sind es 77 % der 13- bis 16-jährigen und 38 % der 9- bis 12-jährigen Internetnutzer.

Diese Ergebnisse werden in einem soeben von der Kommission veröffentlichten Bericht über die Umsetzung der „Grundsätze für sichere soziale Netze in der EU“ dargestellt, einer 2009 von der Kommission vermittelten Vereinbarung zur Selbstregulierung für die Onlinesicherheit von Kindern (siehe IP/09/232). Als Teil des in der Digitalen Agenda für Europa (siehe IP/10/581, MEMO/10/199 und MEMO/10/200) festgelegten Ziels der Stärkung des Vertrauens in das Internet hat die Kommission eine Überprüfung der derzeitigen Vereinbarungen zur Selbstregulierung für den Schutz Minderjähriger in Online-Medien eingeleitet.

Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission, erklärte dazu: „Ich bin enttäuscht, dass die meisten sozialen Netze nicht dafür sorgen, dass die Profile Minderjähriger standardmäßig nur den Mitgliedern auf deren genehmigten Kontaktlisten zugänglich sind. Ich werde darauf drängen, dass sich diese Websites eindeutig dazu verpflichten, diesen Mangel in einer überarbeiteten Version des Selbstregulierungsrahmens abzustellen, der gegenwärtig erörtert wird. Geschützt werden sollen Minderjährige nicht nur vor unerwünschten Kontaktaufnahmen, sondern auch vor der Beschädigung ihres gutes Rufs in der Online-Welt. Jungen Leuten ist nicht ganz klar, welche Folgen die Online-Veröffentlichung so vieler persönlicher Informationen haben kann. Deshalb brauchen sie Hilfe von Eltern und Lehrern, denen wir aber mit Schutzvorrichtungen zur Seite stehen müssen, bis die Jugendlichen in der Lage sind, ihre Entscheidungen selbst in voller Kenntnis der Folgen zu treffen.“

Durch die von den meisten sozialen Netzen angebotene Möglichkeit, Personen in Bildern namentlich zu kennzeichnen, ist es sehr leicht geworden, im Internet nach Fotos einer bestimmten Person zu suchen. Die Teenager sind im Internet auch anderen Gefahren wie „Grooming“ (Anfreunden mit Kindern, um sie dann sexuell zu missbrauchen) und „Cyber-Bullying“ (Schikanierung und Ausübung psychologischen Drucks) ausgesetzt. Um ihre Online-Identität verantwortungsvoll verwalten zu können, brauchen Kinder und Jugendliche geeignete Sicherheitswerkzeuge.

Bei den zwischen Dezember 2010 und Januar 2011 durchgeführten Tests wurden 14 Websites geprüft: Arto, Bebo, Facebook, Giovani.it, Hyves, Myspace, Nasza-klasa.pl, Netlog, One.lt, Rate.ee, SchülerVZ, IRC Galleria, Tuenti und Zap.lu. Weitere neun Websites werden im Laufe dieses Jahres noch getestet.

Festgestellt wurde:

  • 13 der 14 getesteten Websites stellen Sicherheitsinformationen, Anleitungen und/oder Lehrmaterial mit spezieller Ausrichtung auf Minderjährige bereit (alle Websites außer Arto).

  • Sicherheitsinformationen für Minderjährige sind auf allen Websites, die solche Informationen bieten, verständlich und altersgerecht abgefasst. Dies ist ein großer Fortschritt seit der ersten Bewertung im letzten Jahr (siehe IP/10/144). Diese Informationen sind bei vielen Websites aber noch immer schwer zu finden.

  • Die Verfahren für Rückmeldungen funktionieren jetzt besser als 2010. 10 der 14 getesteten Websites antworteten auf Hilfeanfragen von Nutzern, verglichen mit nur 5 der 14 im Jahr 2010. In der Mehrzahl der Fälle wurden die Anfragen in weniger als einem Tag beantwortet.

  • Neun Websites (Arto, Bebo, Facebook, Giovani, Hyves, Netlog, One, Rate und SchülerVZ) haben für Minderjährige leicht verständliche Nutzungsbedingungen und/oder eine kinderfreundliche Version der Nutzungsbedingungen oder des Verhaltenskodex.

  • Bebo, Facebook, Myspace, Nasza-klasa, One, Rate und SchülerVZ stellen Sicherheitsinformationen für Kinder und Eltern bereit, die leicht zu finden und zu verstehen sind.

Außerdem wurde festgestellt:

  • Nur Bebo und MySpace stellen sicher, dass die Profile Minderjähriger standardmäßig nur den Personen zugänglich sind, die auf der genehmigten Kontaktliste stehen.

  • Nur Bebo, MySpace, Netlog und SchülerVZ stellen sicher, dass Minderjährige standardmäßig nur von den Personen auf der genehmigten Kontaktliste kontaktiert werden können.

  • Die anderen 10 getesteten Websites erlauben es auch „Freunden von Freunden“ (Freunde der Personen auf der genehmigten Kontaktliste, die keine direkte Verbindung mit dem Nutzer haben, also möglicherweise Fremde) und Nicht-Freunden, über persönliche Nachrichten und/oder Kommentare zu öffentlichen Profilen (z. B. in Fotos, Blogs usw.) Kontakt mit Minderjährigen aufzunehmen.

  • 12 der 14 Websites (alle außer Rate und Zap) verhindern, dass Profile Minderjähriger mit externen Suchmaschinen wie Google oder Yahoo! gefunden werden können, verglichen mit 6 Websites im Jahr 2010. Auf den meisten Websites konnten die Profile Minderjähriger von anderen Nicht-Freunden jedoch mit der internen Suchmaschine gefunden werden.

Laut einer EUKidsOnline-Befragung, die Anfang des Jahres durchgeführt wurde (siehe IP/11/479), wissen 56 % der 11- bis 12-Jährigen und 78 % der 15- bis 16-Jährigen nach eigenen Angaben, wie sie die Einstellungen zum Schutz ihres Profils in sozialen Netzen ändern können.

Hintergrundinformationen

Bislang haben 21 Unternehmen die Grundsätze für sichere soziale Netze unterzeichnet: Arto, Bebo, Dailymotion, Facebook, Giovani, Google, Hyves, Microsoft Europe, MySpace, Nasza-klasa, Netlog, One, Rate, Skyrock, VZnet Netzwerke, Stardoll, Sulake, Tuenti, Yahoo! Europe und Zap. Wer-kennt-wen trat im November 2010 bei, wurde aber in die jetzige Bewertung nicht einbezogen.

Weitere Informationen

Grundsätze für sichere soziale Netze in der EU und die Bewertung ihrer Umsetzung: http://ec.europa.eu/information_society/activities/social_networking/eu_action/implementation_princip_2011/index_en.htm

Programm „Sicheres Internet“:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/sip/index_en.htm

EUKidsOnline:

http://www2.lse.ac.uk/media@lse/research/EUKidsOnline/Home.aspx

Website zur Digitalen Agenda:

http://ec.europa.eu/digital-agenda/

Website von Neelie Kroes: http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/kroes/

Neelie Kroes auf Twitter: http://twitter.com/neeliekroeseu

Ansprechpartner:

Jonathan Todd (+32 2 299 41 07)

Linda Cain (+32 2 299 90 19)


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