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Pressemitteilung der Europäischen Kommission

Hilfe für die EU-Industrie zur schnelleren Herbeiführung der Kohlenstoffeffizienz

Brüssel, 6. Juni 2011 – Das überarbeitete EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) tritt am 1. Januar 2013 in Kraft. Für die energieintensiven Branchen des Verarbeitenden Gewerbes entstehen – bedingt durch ihre Treibhausgasemissionen – erhebliche Zusatzkosten. Um treibhausgasintensive Unternehmen bei der Reduzierung ihrer ETS-Kosten zu unterstützen, hat die Kommission im Rahmen der neuen Initiative für eine CO2-arme nachhaltige Industrie eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen auf den Weg gebracht. Mit branchenspezifischen Industrieprojekten soll nach innovativen Maßnahmen zur Reduzierung der Kohlenstoffintensität gesucht werden. Jedes Projekt wird von einem Konsortium durchgeführt, das sich aus Interessenvertretern der Industrie zusammensetzt. Die Kofinanzierung durch Finanzhilfevereinbarungen wird bis zu 75 % von der EU übernommen. Der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Antonio Tajani, zuständig für Industrie und Unternehmertum, erklärte: „Wir müssen das Problem des Klimawandels in den Griff bekommen, aber gleichzeitig können wir nicht auf die industrielle Produktion in Europa verzichten. Deshalb wollen wir die Industrie mit unserer Initiative dabei unterstützen, durch Anpassungen und Modernisierungen energieeffizienter und auf den Weltmärkten wettbewerbsfähiger zu werden und die Beschäftigung in der EU zu erhalten.“

Zu den typischen Innovationsmaßnahmen gehören der Umstieg auf alternative Brennstoffe, die Entwicklung von emissionsmindernden Techniken oder die bessere Verbreitung bewährter Verfahren durch intelligentes Lehrmaterial.

Die Verwirklichung der Initiative für eine CO2-arme nachhaltige Industrie (SILC) ist in zwei Schritten vorgesehen:

SILC I (2011–2013) – kurzfristige technologische und nicht technologische innovative Maßnahmen zur Verringerung der Kohlenstoffintensität, die direkt durchführbar sind;

SILC II (2014-2020) – mittel- bis langfristige innovative Maßnahmen, die zu weiteren Fortschritten und zu möglicherweise bahnbrechenden Lösungen führen, jedoch noch validiert werden müssen, bevor ihre Umsetzung in der Industrie voll anläuft.

Die Kommission veröffentlichte die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen (SILC I) für das Jahr 2011 am 26.5.2011 auf ihrer Website (Frist für die Einreichung: 30. August 2011).

Die Aufforderung deckt zunächst drei SILC-I-Projekte ab, die 2011 anlaufen sollen. Sie werden von einem Konsortium durchgeführt, das sich aus Interessenvertretern der Industrie zusammensetzt und möglicherweise in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit öffentlichen oder privaten Organisationen abgewickelt wird. Im Rahmen der erfolgreichen Projekte werden bis zu 75 % der zuschussfähigen Kosten von der EU kofinanziert.

Zwei weitere Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für eine zweite und dritte Tranche von SILC-I-Projekten dürften 2012 bzw. 2013 veröffentlicht werden.

Hintergrund

Bei der SILC-Initiative stehen 25 „traditionelle“ Fertigungs- und Verfahrensbereiche der energieintensiven Industrie im Mittelpunkt.1 Der Schwerpunkt liegt auf technologischen und/oder nicht technologischen innovativen Maßnahmen, mit denen die Kohlenstoffintensität vorhandener Anlagen, für die das EU-ETS gilt, verringert wird und die kurzfristig (d: h. ab sofort mit einem Zeithorizont von drei Jahren) durchgeführt werden können, wobei eine weitere Pilot- oder Demonstrationsphase vor ihrer industriellen Umsetzung nicht erforderlich ist.

Energieintensive Industriezweige in der EU – Verknüpfung von Wettbewerbsfähigkeit und Klimawandel

In der Mitteilung zur Industrie vom Oktober 2010 (IP/10/1434) wird betont, wie wichtig es für unsere Wettbewerbsfähigkeit und unser Potenzial zur Schaffung von Arbeitsplätzen ist, über eine starke, wettbewerbsfähige und breitgefächerte Wertschöpfungskette im Verarbeitenden Gewerbe zu verfügen.

Europa muss aber auch in der Lage sein, die Phase des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen und ressourcenschonenden Wirtschaft, wozu die Stahl-, Papier- und Chemiebranchen gehören, zu verkürzen.

Branchen mit energieintensiven Fertigungsprozessen verbrauchen natürliche Ressourcen und Energie in großem Stil und setzen erhebliche Mengen an CO2- und anderen Treibhausgasemissionen frei. Mit dem EU-ETS sollen Investitionen in CO2-arme Produktionstechnologien gefördert werden, indem für den Treibhausgasausstoß pro Tonne bezahlt werden muss und Emissionszertifikate grundsätzlich versteigert werden.

Es ist weithin anerkannt, dass eine Verknüpfung dieser beiden Aspekte den Erfindergeist und die Kreativität der Unternehmen herausfordert. Viele Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes werden dasselbe Ziel verfolgen und nach innovativen und kostengünstigen Lösungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen suchen.

Neue CO2-arme Produktionstechnologien und -techniken für energieintensive Verarbeitungsindustrien werden derzeit im Rahmen der Technologieplattformen und Leitmarktinitiativen entwickelt. Für die rechtzeitige Einführung und Vermarktung dieser Innovationen in allen energieintensiven Branchen sind jedoch geeignete Rahmenbedingungen sowie weitere Partnerschaften zwischen öffentlichen und privaten Stellen auf EU-Ebene erforderlich.

Weitere Informationen:

Die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen

Benchmarks for free allocation of greenhouse gas emission allowances (Benchmarks für die kostenlose Zuteilung von Treibhausgasemissionszertifikaten)

Weitere Auskünfte erteilen:

Carlo Corazza (+32 22951752)

Andrea Maresi (+32 22990403)

1 :

Siehe Liste der Tätigkeiten in Anhang I der Richtlinie für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten:http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CONSLEG:2003L0087:20090625:DE:PDF


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