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IP/11/567

Brüssel, den 13. Mai 2011

Hälfte aller jungen Menschen in Europa bereit, im Ausland zu arbeiten

Brüssel, 13. Mai 2011 – Nach der neuesten Eurobarometer-Umfrage sind 53 % der jungen Menschen in Europa bereit oder interessiert daran, in einem anderen Land Europas zu arbeiten. Geldmangel hält jedoch viele davon ab, den ersten Schritt zu tun und einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland zu absolvieren. Die Umfrage zeigt aber eine tiefe Kluft zwischen dem weitverbreiteten Wunsch junger Menschen, im Ausland zu arbeiten, und der tatsächlichen Mobilität der Arbeitskräfte: Weniger als 3 % der Erwerbsbevölkerung leben derzeit außerhalb ihres Heimatlandes. Die Ergebnisse der im Rahmen der Strategie der Europäischen Kommission „Jugend in Bewegung“ durchgeführten Umfrage werden im Vorfeld zur Europäischen Jugendwoche 2011 veröffentlicht.

„Aus der Umfrage geht hervor, dass junge Menschen daran interessiert und auch gewillt sind, im Ausland zu arbeiten. Für Europa ist das eine gute Nachricht. Leider kämpfen die jungen Menschen nach wie vor mit zu vielen Hindernissen. Wir müssen es ihnen leichter machen, im Ausland zu studieren, ein Praktikum zu absolvieren oder zu arbeiten. Und wir müssen verstärkt auf die EU-Förderungen aufmerksam machen, die über EU-Programme wie Erasmus zur Verfügung stehen, denn im Rahmen dieser Programme erhalten sie einen ersten Eindruck davon, wie es ist, im Ausland zu leben. Jugendarbeitslosigkeit und geringes Wirtschaftswachstum sind zwei der größten Probleme, vor denen wir derzeit stehen – Teil der Lösung sind mobilere Studierende und Arbeitskräfte,“ erklärte die für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend zuständige EU-Kommissarin Androulla Vassiliou.

Studien zeigen, dass Personen, die einen Teil ihres Studiums oder ihrer Ausbildung außerhalb ihres Heimatlandes absolvieren, ihre Beschäftigungsfähigkeit steigern und später mit höherer Wahrscheinlichkeit im Ausland arbeiten. Arbeitgeber/innen schätzen die dabei erworbenen Fähigkeiten, wie das Beherrschen einer Fremdsprache, Flexibilität und zwischenmenschliche Kompetenz.

Die Umfrage zeigt, dass nur jede/r siebte Europäer/in zu Studien- oder Ausbildungszwecken im Ausland war (14 %). Häufig ist Geldmangel ein Hinderungsgrund. Von den Befragten, die ins Ausland gehen hatten wollen, gaben 33 % an, dass sie es sich nicht leisten konnten. Knapp zwei Drittel (63 %) der Personen, die im Ausland waren, mussten dafür auf private Unterstützung oder Ersparnisse zurückgreifen. „Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, unsere Mobilitätsprogramme auszubauen, denn sie sind ihr Geld wert,“ fügte Kommissarin Vassiliou hinzu.

Hintergrund

Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage

Die Flash-Eurobarometer-Umfrage (Nr. 319 A und B) vermittelt einen Einblick, wie mobil junge Europäerinnen und Europäer für Bildungs- und Beschäftigungszwecke sind, wie sie unterschiedliche Rahmenbedingungen für Bildung sehen und was ihnen bei der Arbeitssuche die größten Sorgen bereitet. Für eine Zusammenfassung der Ergebnisse siehe auch MEMO/11/292. Die Erkenntnisse werden in die bevorstehenden Initiativen zur Modernisierung der Hochschulbildung, zur beruflichen Aus- und Weiterbildung und zur Jugend einfließen. Die Befragten waren zwischen 15 und 35 Jahre alt (15-30 Jahre für den Abschnitt zur Teilhabe an der Gesellschaft). Die Umfrage deckt die 27 EU-Mitgliedstaaten (für den Abschnitt zur Teilnahme junger Menschen) sowie Norwegen, Island, Kroatien und die Türkei ab. Zwischen 26. Januar und 4. Februar 2011 wurden 57 000 Menschen per Telefon befragt.

Europäische Jugendwoche 2011

Die fünfte Europäische Jugendwoche (15.-21. Mai 2011) bietet ein Forum, um über die Möglichkeiten und Herausforderungen zu diskutieren, vor denen junge Menschen heute stehen. Sie umfasst Veranstaltungen in 33 Ländern (die 27 EU-Mitgliedstaaten, Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz und Türkei), die sich am EU-Programm „Jugend in Aktion“ beteiligen.

Am 17. Mai werden der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso und die Kommissarin Androulla Vassiliou in der belgischen Stadt Antwerpen (Europäische Jugendhauptstadt 2011) gemeinsam mit jungen Menschen über die Prioritäten der Strategie „Jugend in Bewegung“ diskutieren. Der Schwerpunkt wird dabei auf Qualität und Relevanz der Hochschulbildung und der Förderung der Mobilität zu Lernzwecken liegen. Darüber hinaus soll der Frage nachgegangen werden, wie junge Menschen bei der Entwicklung ihrer Beschäftigungsfähigkeit und ihrer unternehmerischen Fähigkeiten unterstützt werden können.

Präsident Barroso wird die Preise für die besten Projekte des Europäischen Freiwilligendienstes verleihen, die im Rahmen des EU-Programms „Jugend in Aktion“ gefördert wurden. Die erfolgreichen Projekte, die von einer interinstitutionellen Jury ausgewählt wurden, zeigen exemplarisch den Beitrag des Europäischen Freiwilligendienstes zur Strategie Europa 2020 auf. Der Freiwilligendienst feiert 2011 sein 15-jähriges Bestehen, weshalb dieses Jahr auch zum Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit ausgerufen wurde.

Während der Europäischen Jugendwoche werden EU-Kommissarin Vassiliou und EU-Kommissar Lázló Andor (Beschäftigung, Soziales und Integration) darüber hinaus an Treffen mit Jugendvertretern in Brüssel teilnehmen. Im Rahmen des europäisch-chinesischen Jahres der Jugend 2011 wird eine Reihe von Veranstaltungen darauf ausgerichtet sein, den Dialog zwischen jungen Europäern und Chinesen zu fördern. Es wird erwartet, dass bis zu 120 chinesische Jugendvertreter/innen teilnehmen.

Jugend in Bewegung

Die vergangenen September gestartete Leitinitiative der Europäischen Kommission „Jugend in Bewegung“ (IP/10/1124) verfolgt das Ziel, die Aussichten junger Menschen auf eine Beschäftigung dadurch zu erhöhen, dass die Mobilität zu Lernzwecken ausgebaut und Qualität und Relevanz der allgemeinen und beruflichen Bildung verbessert werden. EU-Förderprogramme wie „Erasmus“ bieten Stipendien für Auslandaufenthalte zu Studien-, Ausbildungs- oder Arbeitszwecken und unterstützen Projekte zur Verbesserung der Qualität und Relevanz der allgemeinen und beruflichen Bildung. Über das Programm „Erasmus“ erhielten 2009/2010 mehr als 210 000 Studierende ein Stipendium, um in einem anderen europäischen Land zu studieren oder eine Ausbildung zu absolvieren; mehr als 35 000 Personen erhielten eine Unterstützung für ein Praktikum. Die Kommission wird im Laufe des Jahres die EU-Finanzmittel für die 2014 anlaufenden Mobilitätsprogramme vorschlagen.

Weitere Informationen:

Jugend in Bewegung: www.youthonthemove.eu

Flash-Eurobarometer-Umfragen:

http://ec.europa.eu/public_opinion/whatsnew2011_en.htm

Jugendpolitik und Programme: http://ec.europa.eu/youth/index_de.htm

Europäische Jugendwoche: www.youthweek.eu

Europäisches Freiwilligenjahr 2011: http://europa.eu/volunteering/de


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