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Brüssel, 12. Mai 2011
Filmfestival Cannes feiert 20 Jahre Programm MEDIA
Im Mittelpunkt des diesjährigen „European Rendezvous“ (16. Mai) der Filmfestspiele in Cannes steht das vor 20 Jahren eingerichtete EU-Programm MEDIA. Zu dieser Veranstaltung mit 20 europäischen Filmregisseurinnen und ‑regisseuren, darunter Costa-Gavras, Theo Angelopoulos, Radu Mihaileanu und Jaco Van Dormael, laden Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Kultur, und Gilles Jacob, Präsident des Festivals, ein. Diskussionsthema werden die MEDIA-Fördererfolge und die Zukunft des europäischen Films sein. Zwanzig der dieses Jahr präsentierten Filme erhielten MEDIA-Förderungen, darunter acht im Wettbewerb um die Goldene Palme, dem Hauptpreis des Festivals. Der Bogen spannt sich von neuen bis bereits etablierten Regisseurinnen und Regisseuren mit Filmen wie „La Piel Que Habito“ (Pedro Almodóvar), „Melancholia“ (Lars von Trier) und „Le Havre“ (Aki Kaurismäki). Die vollständige Liste finden Sie im Anhang. Seit 1991 wurden über das Programm MEDIA mehr als 1,5 Mrd. EUR in die europäische Filmindustrie investiert.
„Es freut mich sehr, dass europäische Filme auch dieses Jahr in Cannes wieder sehr stark vertreten sind: Das ist der schönste Lohn für 20 Jahre Filmförderung“, erklärte EU-Kommissarin Vassiliou. „Das Geld, das wir investiert haben, war für die Filmbranche ungeheuer wichtig; es hat dazu beigetragen, die kulturelle Vielfalt zu bewahren und dem Publikum mehr Auswahl zu bieten. Und es hat der Entwicklung des europäischen Films Auftrieb gegeben. Ohne diese Unterstützung hätten es einige wunderbare Filme gar nicht bis auf die Leinwand geschafft.“
Im Rahmen des Festivals wird die EU-Kommissarin erneut betonen, dass sich die Europäische Kommission dafür einsetzt, dass das Programm MEDIA auch im nächsten Finanzplanungszeitraum weiterläuft. „In den vergangenen Monaten wurden Befürchtungen geäußert, die ich ein für alle Mal zerstreuen möchte. Das Programm MEDIA läuft weiter. Wir sind entschlossen, auf seinen Erfolgen aufzubauen, sodass mit dem Programm noch wirksamer Arbeitsplätze geschaffen und neue Herausforderungen wie die Digitalisierung bewältigt werden können.“
Während ihres dreitägigen Aufenthalts beim Festival trifft die EU-Kommissarin u. a. mit dem französischen Kulturminister Frédéric Mitterrand, Vertreterinnen und Vertretern der Branche und einigen Persönlichkeiten hinter den Filmen zusammen.
Am 15. Mai überreicht EU-Kommissarin Vassiliou den Drehbuchautorinnen Virág Zomborácz und Hanna Sköld den MEDIA-Talentpreis 2011 (siehe IP/11/550).
Auf ihrem Programm steht auch ein Treffen mit dem Team des Films „17 filles“ von Delphine und Muriel Coulin, der im Rahmen der Kritikerwoche („Semaine de la Critique”) gezeigt wird. Ausgehend von einer wahren Begebenheit porträtiert der Streifen eine Gruppe von Schülerinnen, die beschließen, alle zur selben Zeit schwanger zu werden.
Am Abend besucht sie die Vorstellung von „The Artist“, einem Schwarz-Weiß-Film des französischen Regisseurs Michel Hazanavicius, der im Hollywood der 1920er Jahre spielt. Der Film erzählt die Geschichte der konträren Schicksale einer jungen Schauspielerin (Bérénice Bejo) und eines Stummfilmstars (Jean Dujardin). Für sie bedeutet die Einführung des Tonfilms den Aufstieg zum Star – für ihn das Ende seiner Karriere.
Am 17. Mai veranstaltet die Europäische Kommission eine Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern nationaler und regionaler Filmfonds zu neuen Finanzinstrumenten für die Förderung der Filmindustrie.
Hintergrund
Im Zeitraum 2007-2013 fließen aus dem Programm MEDIA 755 Mio. EUR in die europäische Filmindustrie (seit dem Start im Jahr 1991 wurden mehr als 1,5 Mrd. EUR investiert). Damit sollen Verleih und Promotion europäischer Filme verbessert und die Wettbewerbsfähigkeit dieser Branche gestärkt werden. Die Hälfte der Mittel geht an Filmverleihunternehmen, die außerhalb ihres eigenen heimischen Marktes produzierte Filme zeigen, wobei 20 % auf die Filmentwicklung und der Rest auf Promotion und Schulung entfallen. Die ausgewählten Produktionsfirmen werden im Schnitt mit 50 000 EUR gefördert.
Über das Programm MEDIA geförderte Filme wurden beim Filmfestival Cannes bisher mit 12 Goldenen Palmen, 13 Großen Preisen und 9 Preisen für die beste Regiearbeit ausgezeichnet (siehe Liste).
Weitere Informationen:
Das Programm MEDIA: http://ec.europa.eu/media
Das Internationale Filmfestival Cannes: http://www.festival-cannes.fr
Website von EU-Kommissarin Vassiliou:
http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/vassiliou/index_de.htm
Anhang I: MEDIA-Filme beim Festival Cannes 2011
WETTBEWERB
LA PIEL QUE HABITO - Pedro ALMODÓVAR (Spanien)
L'APOLLONIDE - SOUVENIRS DE LA MAISON CLOSE - Bertrand BONELLO (Frankreich)
LE GAMIN AU VÉLO - Jean-Pierre et Luc DARDENNE (Belgien, Frankreich, Italien)
LE HAVRE - Aki KAURISMÄKI (Finnland, Frankreich)
LA SOURCE DES FEMMES - Radu MIHAILEANU (Frankreich)
HABEMUS PAPAM - Nanni MORETTI (Italien)
THIS MUST BE THE PLACE - Paolo SORRENTINO (Italien, Frankreich, Irland)
MELANCHOLIA - Lars VON TRIER (Dänemark, Schweden, Frankreich, Deutschland, Italien)
SCHLUSSFILM
LES BIEN-AIMÉS - Christophe HONORÉ, (Frankreich)
„UN CERTAIN REGARD“
L'EXERCICE DE L'ETAT - Pierre SCHOELLER (Frankreich)
SONDERVORFÜHRUNG
MICHEL PETRUCCIANI - Michael RADFORD (Frankreich, Deutschland, Italien)
„QUINZAINE“
LA FÉE - Dominique Abel, Fiona Gordon und Bruno Romy (Frankreich, Belgien)
CODE BLUE - Urszula Antoniak (Niederlande)
THE OTHER SIDE OF SLEEP - Rebecca Daly (Niederlande, Ungarn, Irland)
LES GÉANTS - Bouli Lanners (Belgien, Frankreich, Luxemburg)
PLAY - Ruben Östlund (Schweden)
JEANNE CAPTIVE - Philippe Ramos (Frankreich)
CORPO CELESTE - Alice Rohrwacher (Italien)
IMPARDONNABLES - André Téchiné (Frankreich)
INTERNATIONALE KRITIKERWOCHE
17 FILLES - Delphine Coulin, Muriel Coulin (Frankreich)
Anhang II: In Cannes ausgezeichnete MEDIA-Filme seit 1991
Goldene Palme | |||
1992 | Den goda viljan (The Best Intentions) | Bille August | Dänemark |
1996 | Secrets & Lies | Mike Leigh | UK |
1998 | Mia eoniotita ke mia mera (Eternity and a Day) | Theo Angelopoulos | Griechenland |
1999 | Rosetta | Luc and Jean-Pierre Dardenne | Belgien |
2000 | Dancer in the Dark | Lars von Trier | Dänemark |
2001 | La stanza del figlio (The Son's Room) | Nanni Moretti | Italien |
2002 | The Pianist | Roman Polanski | FR/DE/PL/UK |
2005 | L'Enfant (The Child) | Luc and Jean-Pierre Dardenne | Belgien |
2006 | The Wind That Shakes the Barley | Ken Loach | UK |
2007 | 4 luni, 3 săptămâni și 2 zile (4 Months, 3 Weeks and 2 Days) | Cristian Mungiu | Rumänien |
2008 | Entre les murs (The Class) | Laurent Cantet | Frankreich |
2009 | Das weiße Band (The White Ribbon) | Michael Haneke | Österreich |
Beste Regiearbeit | |||
1993 | Naked | Mike Leigh | UK |
1994 | Caro diario (Dear Dairy) | Nanni Moretti | Italien |
1995 | La Haine | Mathieu Kassovitz | Frankreich |
1998 | The General | John Boorman | UK/IE |
1999 | Todo Sobre Mi Madre (All About My Mother) | Pedro Almodóvar | Spanien |
2004 | Exils | Tony Gatlif | Frankreich |
2005 | Caché | Michael Haneke | Österreich |
2007 | Le Scaphandre et le Papillon | Julian Schnabel | Frankreich |
2010 | Tournée | Mathieu Amalric | Frankreich |
Großer Preis | |||
1991 | La Belle Noiseuse | Jacques Rivette | Frankreich |
1992 | IL Ladro di bambini (The Stolen Children) | Gianni Amelio | Italien |
1993 | In weiter Ferne, so nah! (Faraway, So Close) | Wim Wenders | Deutschland |
1995 | To Vlemma tou Odyssea (Ulysses' Gaze) | Theo Angelopoulos | Griechenland |
1996 | Breaking the Waves | Lars von Trier | Dänemark |
1998 | La vita è bella | Roberto Benigni | Italien |
1999 | L'humanité | Bruno Dumont | Frankreich |
2001 | La Pianiste (The Piano Teacher) | Michael Haneke | Österreich |
2002 | Mies vailla menneisyyttä (The Man Without a Past) | Aki Kaurismäki | Finnland |
2006 | Flandres (Flanders) | Bruno Dumont | Frankreich |
2008 | Gomorra | Matteo Garrone | Italien |
2009 | Un prophète | Jacques Audiard | Frankreich |
2010 | Des hommes et des dieux (Of Gods and Men) | Xavier Beauvois | Frankreich |